Namensänderung für Pikachu - Protestwelle rollt an

von Frank Bartsch (31. Mai 2016)

The Pokémon Company möchte in China die Spielübersetzung vereinheitlichen. Das sorgt in dem großen Land, in dem verschiedene Sprachen und Akzente gesprochen werden, für Unmut. Denn vor allem Pokémon Nummer 25, besser bekannt als Pikachu, erhält in vielen Regionen des asiatischen Landes einen komplett neuen Namen. Chinesische Spieler protestieren nun in Demonstrationszügen.

Neben vielen Akzenten in einzelnen Regionen von China herrschen vor allem die Sprachen Mandarin und Kantonesisch vor. Bisher hat Entwickler The Pokémon Company diese Ausprägungen respektiert und bei der Übersetzung des Spiels berücksichtigt.

Doch im 20. Jahr nach Veröffentlichung des ersten Pokémon-Spiels ändert das Unternehmen die Spielregeln. Die Serie orientiert sich nun an Mandarin. Das bedeutet, dass die Taschenmonster in kantonesisch geprägten Regionen ganz anders heißen. In einer Kultur, in der die Pokémon für Tradition und kulturelle Bereicherung stehen, sorgt das natürlich für Entrüstung.

Vor allem Chinas Lieblingspokémon, nämlich Pikachu, ist Anstoß von Protesten. Pikachu hieß bis jetzt im kantonesisch geprägten Hong Kong 比卡超 (Bei-kaa-chyu). Nun lautet der Name 皮卡丘 (Pikaqiu).

Viele Fans marschierten daher mit Plakaten und lautstarken Protesten am gestrigen Montag in Richtung japanisches Konsulat in Hong Kong, wie das englischsprachige Magazin QZ berichtet. Sie forderten, dass das japanische Unternehmen Nintendo dieser Vereinheitlichung Einhalt gebietet und die kantonesische Sprache auch weiterhin in dem beliebten Spiel berücksichtigt.

Bildquelle: qz.comBildquelle: qz.com

Während die Vereinheitlich der chinesischen Übersetzung für The Pokémon Company und Nintendo sicher den Aufwand bei der Veröffentlichung minimiert, hat diese Vorgehensweise gerade für kantonesisch geprägte Regionen auch politischen Charakter.

Die Kantonesen fühlen sich seit Jahren durch die chinesische Regierung, die in Beijing, einer Stadt, in der Mandarin gesprochen wird, diskriminiert. Dass nun auch das Kulturgut Pokémon ohne die eigene Sprache erscheinen soll, ist damit für Anhänger der Reihe nicht hinnehmbar.

Neben dem Protestmarsch gibt es bereits mehrere Petitionen, darunter auch eine eigene Facebook-Gruppe, die das Ziel haben, die unterschiedlichen, sprachlichen Ausprägungen weiterhin zu respektieren und die Pokémon auch weiterhin in Kantonesisch zu veröffentlichen.

Nintendo und The Pokémon Company haben sich zu den Protesten bislang noch nicht geäußert.

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