Diskriminierung: Entwickler-Studio Dream Games schürt Hass gegen Schwule und Lesben

von Frank Bartsch (01. Juni 2016)

Da ging etwas mächtig schief. Das kleine Entwicklungsstudio Dream Games versucht sein neues Projekt Operation Caucasus zu bewerben. Die Aktion endet in einer Diskussion politischen Ausmaßes.

In der Welt vieler verschiedener Spiele und ebenso vielfältiger Entwicklungsstudios versuchen vor allem kleinere Unternehmen durch eigene Werbeaktionen auf sich aufmerksam zu machen.

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Oft verschenken die Unternehmen Steam-Zugangscodes (Keys), damit Spieler in das produzierte Spiel reinschnuppern und hoffentlich ihre positive Meinung darüber kundtun. Das sorgt dafür, dass andere Spieler darauf aufmerksam werden und die Verkäufe nach oben schnellen. So der Plan. Doch wie dieser Plan in die Hose gehen kann, zeigen Dream Games.

Die Entwickler hatten ebenfalls die Idee, Download-Codes kostenfrei zu verteilen. Über Facebook konnten sich Interessierte für ihren Shooter "Operation Caucasus" Steam Keys sichern.

Der amerikanische Steam-Nutzer "Nivea" bewarb sich dafür. In dessen Facebook-Profilbild ist der symbolische Regenbogen der LGBT-Gemeinschaft (Lesbian Gay Bi Transgender) für Lesben, Schwule und Transgender zu sehen. Dream Games verwehren dem Nutzer einen Key und liefern ihre Begründung auch gleich mit: "Wir unterstützen LGBT nicht, also bitte f... dich selbst!" Das F-Wort haben nur wir nicht ausgeschrieben.

Nivea machte diese Reaktion publik und veröffentlichte das Entsetzen darüber auch auf der Steam-Seite von Operation Caucasus. Spätestens dort hätten die Entwickler von Dream Games die Möglichkeit gehabt, sich zu entschuldigen oder die Sache klar zu stellen. Doch es kam anders.

Dream Games antwortete auf Niveas Äußerung bei Steam:

"Wir sind echte Menschen. Wir können unseren Glauben nicht ändern. Du bist ein Christ? Dann kannst du LGBT nicht unterstützen. Du folgst keiner Religion? Dann hast du keinen Grund LGBT zu unterstützen. In den USA erziehen euch die Eltern einfach falsch. Das ist einfach der falsche Weg. Wenn du das verstehst, dann bist du ein echter Mensch. Verstehst du das nicht, dann bist du einfach nur eine mutierte Version eines Menschen."

Der prominente Youtuber und Twitter-Nutzer Jim Sterling hat die Geschichte genau dokumentiert.

Wie die Interaktion von Entwicklern und der Spielergemeinde sonst noch schief gehen kann, zeigt das Beispiel, dass Youtuber PewDiePie einen Entwickler zur Aufgabe drängte. Oder erinnert ihr euch an die vor kurzem geäußerten Morddrohungen, weil No Man's Sky verschoben wurde?

Tags: Steam   Politik   Indie  

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