Chef von Take 2 äußert harte Kritik an HTC Vive und Oculus Rift

von Micky Auer (07. Juni 2016)

Strauss Zelnick, Chef des Herstellers Take 2 Interactive, ist scheinbar kein großer Freund der aufkommenden "Virtual Reality"-Systeme. Seiner Ansicht nach ist der Erfolg von VR-Spielen in keiner Weise vorprogrammiert. Er findet, dass die ersten Produktionen rund um Oculus Rift und HTC Vive viel zu kostenintensiv seien und die meisten Konsumenten nicht über die nötigen Rahmenbedingungen verfügen würden.

Im Zuge der Fachtagung Cowen and Company Technology, Media & Telecom Conference äußert Zelnick gegenüber Analysten und Investoren, dass VR zurzeit noch viel zu teuer sei, wie das englischsprachige OnlineMagazin Gamespot berichtet. "Es existiert kein Markt für ein Unterhaltungsgerät, das 2.000 Dollar kostet (umgerechnet fast 1.800 Euro) und dem man als Spieler einen eigenen Raum mit ausreichend Platz widmen muss." Damit spricht Strauss Zelnick die Gesamtkosten einer VR-Brille, eines entsprechend leistungsstarken Rechners und die von HTC und Valve eingesetzte "Roomscale"-Technik an. Letztere erlaubt es den Spielern, sich in der virtuellen Welt durch real stattfindende Bewegungen, wie zum Beispiel normales Herumlaufen, fortzubewegen.

"Mir ist unklar, was sie (die Entwickler) sich dabei gedacht haben", setzt Zelnick seine Äußerung fort. "Es mag sein, dass einige der hier (im Publikum) Anwesenden über so viel Platz verfügen, um ihrer Unterhaltung gleich einen ganzen Raum zu widmen, aber da draußen in der echten Welt? Hier in Amerika haben wir das nicht. Wir haben rund 300 Dollar, die wir für Geräte ausgeben können, die ausschließlich der Unterhaltung dienen. Wir haben keine extra dafür vorgesehenen Räume. Wir haben ein Wohnzimmer, in dem der Fernseher und die Couch stehen und in dem mithilfe eines Controllers gespielt wird."

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Virtual Reality - Sind Oculus Rift, HTC Vive und PlayStation VR die Zukunft des Spielens?

Abschließend erwähnt Zelnick: "Wir haben keine Räume, in denen man sich mit zwei Controllern in der Hand und einem Ding auf dem Kopf frei bewegen kann, ohne gegen einen Couchtisch zu stoßen." Der "Take 2"-Chef räumt durchaus auch ein, dass VR viele Erfahrungen liefert, auf die der Konsument gespannt sein darf. Jedoch müssen bis zu einer massentauglichen Umsetzung noch viele Hürden überwunden werden.

Ähnlich ungeschönte Worte findet Zelnick auf für die neuen, noch nicht veröffentlichten Konsolen von Sony, Microsoft und Nintendo. Er erwartet zwar - wie jeder andere - irgendwann eine neue Hardware-Generation, jedoch sei diese für Spielehersteller nicht zwingend nötig.

Damit spricht Zelnik aus, was viele Entwickler denken. Denn viele sind zum Beispiel über die Ankündigung der PlayStation Neo nicht glücklich.

Auch Microsoft soll dahingehend ein heißes Eisen im Feuer haben und mit einer Konsole mit dem Projektnamen "Scorpio" das Konzept der aktuellen Xbox One für VR tauglicher machen.

Bei aller Nachvollziehbarkeit dieser Aussagen bleibt aber eines zu bedenken: Zelnick ist der Chef eines großen Unternehmens. Sein Hauptaugenmerk liegt darauf, so viel Profit wie möglich zu generieren. So verständnisvoll seine Worte auch klingen mögen, so wahrscheinlich ist es auch, dass er eher kritisiert, ein zu teures Marktsegment zu schaffen, anstatt dem Konsumenten entgegenzukommen.

Tags: Virtual Reality   Hardware  

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