G2A: Spielehersteller Tiny Build erhebt Vorwürfe gegen Key-Verkäufer

von Daniel Kirschey (21. Juni 2016)

Vielleicht habt ihr auch schon mal bei G2A.com eingekauft. Ein neues Spiel kommt auf Online-Plattformen wie Steam, Origin oder Uplay heraus und ihr könnt es euch momentan einfach nicht leisten. Doch auf G2A wird das Spiel als Steam-Key für einen vielfach günstigeren Preis angeboten. Da schlägt man doch eher zu, oder? Nach einiger negativer Presse von gesperrten Uplay-Konten und ähnlichem ist der eine oder andere von euch vielleicht vorsichtiger geworden. Jetzt beschwert sich ein Spielehersteller, dass der Verkauf von Keys auf G2A geschäftsschädigend sei - vor allem dann, wenn es sich um Keys handelt, die durch Kreditkartenbetrug erworben wurden.

Auf dem Blog des Indie-Spieleherstellers Tiny Build (Punch Club, SpeedRunners) könnt ihr momentan einen Kommentar über die Probleme mit Key-Verkäufern wie G2A nachlesen. Alex Nichiporchik, Chef von Tiny Build, berichtet in diesem, wie sie durch Key-Verkäufe über G2A große finanzielle Einbußen erleben müssen.

G2A ist im Grunde wie Ebay nur für Steam-Keys, wie Nichiporchik es beschreibt. Jeder kann Keys, die er übrig hat, auf die Seite stellen und verkaufen. Beispielsweise kauft ihr euch ein Humble Bundle braucht aber nicht alle Codes und könnt diese dann über G2A verkaufen. Das Problem ist, dass einige Firmen und Personen begonnen haben, die Mechanik auszunutzen, um illegal erworbene Keys zu verkaufen.

In der Regel läuft das so ab, dass jemand mit gestohlenen Kreditkarteninformationen eine große Anzahl an Steam-Keys einkauft, um diese dann für beispielsweise die Hälfte des Preises auf G2A zu verkaufen. Der eigentliche Verkäufer der Steam-Keys bleibt dann auf den Kosten hocken, weil nach einiger Zeit Rückbuchungen für die missbrauchten Kreditkarten eingehen. Dies passierte auch Tiny Build.

Über ihren eigenen kleinen Shop haben sie Keys zu ihren eigenen Spielen wie Punch Club, Party Hard und Speedrunners verkauft und bekamen dann Rückbuchungen. Zur gleichen Zeit stiegen die Verkäufe an Keys auf G2A. Alex Nichiporchik hatte in dieser Zeit auch Verhandlungen über eine Partnerschaft mit G2A und konnte deshalb bei diesen die Verkaufszahlen erfragen.

Was herauskommt, ist für Nichiporchik ein klarer Hinweis, wie sehr die unregulierte Seite G2A geschäftsschädigend für ein Unternehmen sein kann. Nach eigener Rechnung kommt dabei heraus, dass auf G2A Keys für rund 170.000 Euro verkauft wurden, was einem "Ladenwert" von rund 391.000 Euro entspricht. Kein Wunder also, dass Nichiporchik diese Problematik thematisiert. Dem Unternehmen gehen dadurch anscheinend wichtige Einnahmen - gerade für einen kleinen Indie-Publisher - verloren.

Auf Nachfrage seitens Nichiporchik bei G2A, gibt die Online-Firma G2A an, dass es keine Kompensation geben würde. Außerdem würde G2A nur der Behauptung, es handele sich um illegal erworbene Keys, nachgehen, wenn Tiny Build mit G2A eine Geschäftsbeziehung eingehe und ebenfalls Keys der Spiele anbiete. Deshalb kommt Nichiporchik wohl auch zu dem Schluss, dass Plattformen wie G2A ein betrügerisches Vorgehen erleichtern würden.

spieletipps hat um eine Stellungnahme von G2A gebeten, bislang aber noch keine Antwort erhalten.

Tags: Politik   Steam  

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