PlayStation 3: Entfernung der Linux-Optionen kostet Sony Millionen

von Marco Schabel (23. Juni 2016)

Sechs Jahre, nachdem Konsolenhersteller Sony sich dazu entschloss, die Linux-Option der PlayStation 3 zu entfernen, musste das Unternehmen vor Gericht eine Niederlage hinnehmen. Demnach dürfen sich einige Spieler über eine Schadenersatzzahlung freuen, auch wenn diese individuell nicht gerade groß ausfallen wird. Das ist in diesem Jahr bereits die zweite Schlappe vor Gericht, die Sony hinnehmen muss.

Wie das englischsprachige Magazin Ars Technica berichtet, können sich knapp 10 Millionen „PlayStation 3“-Spieler Hoffnung auf ein wenig Geld machen, wenn sie ihre PlayStation 3 mit Linux betrieben haben, allerdings offenbar auch nur dann. Damals bot die Konsole noch von Haus aus die Möglichkeit, ein alternatives Betriebssystem zu installieren, wie zum Beispiel Linux. Mit der Firmware-Aktualisierung 3.21 hat Sony diese Kompatibilität jedoch 2010 aus Sicherheitsgründen aufgehoben und brachte zumindest einige Spieler gegen sich auf.

Diese zogen in den Vereinigten Staaten vor Gericht und bekamen jetzt recht. Demnach muss Sony für 10 Millionen Kunden prüfen, ob diese einen Anspruch auf Schadenersatz haben. Allerdings sind die Hürden, um diesen auch zu erhalten, recht hoch. So dürfen sich jene, die tatsächlich Linux auf ihrer Konsole genutzt haben - und sei es auch nur kurz gewesen - auf 55 Dollar (etwa 49 Euro) freuen. Wer sich eine PlayStation 3 gekauft hat, weil er die Absicht hatte, Linux darauf zu verwenden, erhält immerhin noch 9 Dollar (knapp 8 Euro). Allerdings müsst ihr das auch erst einmal beweisen.

So muss bewiesen werden, dass ihr die Konsole vor dem 1. April 2010 gekauft und ihr die sogenannte „Other OS“-Funktion genutzt habt. Zudem müssen die betroffenen Kunden unter Eid aussagen, Linux tatsächlich installiert zu haben und Kaufbelege sowie die Seriennummer vorlegen. Die maximal 550 Millionen Dollar (490 Millionen Euro) dürften so sicherlich nicht im Ansatz aufgebraucht werden. Hinzu kommt, dass ausschließlich nordamerikanische Bürger berechtigt sind, den Schadenersatz überhaupt geltend zu machen.

Erst vor wenigen Monaten wurde Sony zu einer anderen Schadenersatzleistung verurteilt. Damals ging es jedoch um den großen Datenverlust aus dem Jahre 2011, bei dem Millionen Kundendaten und Kreditkarteninformationen gestohlen und die Folgen angeblich verschleiert wurden. Damals musste Sony den betroffenden Spielern Gratis-Spiele oder Guthaben für die betroffenen Dienste anbieten.

Tags: Hardware  

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