Counter-Strike - Global Offensive: Spieler verklagt Valve wegen Glücksspiel

von Sören Wetterau (24. Juni 2016)

Hinter Counter-Strike - Global Offensive verbirgt sich nicht nur ein Mehrspieler-Shooter, sondern auch illgales Glücksspiel. Dies behauptet zumindest der Amerikaner Michael John McLeod aus Connecticut, der deshalb Entwickler Valve verklagt.

Valve, so die Klageschrift, die das englischsprachige Magazin Polygon zitiert, sei beteiligt an der Schaffung, Erhaltung und dem Betrieb eines Marktes, in denen Waffen-Skins aus dem Spiel wie Casino-Chips dienen. Diese SKins, also Dekorationen für die Waffen, erhalten Spieler aus Waffenkisten, die das Spiel an zufällige Spieler am Ende eines Matches verteilt.

In diesen Kisten sind Skins mit verschiedenen Seltenheitsgraden enthalten. Wer an einem alternativen Aussehen der eigenen Waffe nicht interessiert ist, kann den Gegenstand über den in Steam integrierten Marktplatz für Steam-Guthaben an andere Spieler verkaufen.

McLeod spricht in seiner Klage jedoch von einem anderen Marktplatz. Valve erlaube es, dass Spieler ihren individuellen Steam-Account mit Websiten von illegalen Drittanbieter verknüpfen können. Auf diesen Websites wetten Spieler mit Waffen-Skins aus Counter-Strike - Global Offensive auf verschiedene Turnierergebnisse. Außerdem gäbe es Websiten, die sogar digitale Roulette- und Slot-Maschinen bereitstellen.

Der Vorwurf von McLeod lautet, dass Valve in diesem Markt als Schnittschnelle agiert und an jeder Transaktion beteiligt ist. Schlussendlich erfolgt die Transaktion des Waffen-Skins schließlich über Steam und hier erhält Valve immer 15 Prozent des Verkaufspreises. Außerdem würden einige dieser Dritt-Anbieter-Websiten nicht einmal das Alter ihrer Kunden überprüfen, wodurch auch Minderjährige ungehindert Wetten platzieren und Glücksspiel-Maschinen bespielen dürfen.

Um den wirtschaftlichen Wert des Markts zu untermauern, verweist McLeod auf einen Bericht des Wirtschaftsmagazins Bloomberg vom April 2016. Der Autor berichtet in dem Artikel, dass im Jahr 2015 rund drei Millionen Spieler mithilfe von Waffen-Skins auf Sportereignisse wetteten. Insgesamt seien rund 2,3 Milliarden Dollar (rund 2 Milliarden Euro) damit im Umlauf gewesen.

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Eindrücke aus Counter-Strike - Global Offensive

McLeod habe selbst Erfahrungen mit dem System gemacht. Als Minderjähriger, aber als auch im Erwachsenenalter habe er durch diese Drittanbieter eine Menge Geld verloren. Nun fordert er von Valve Schadensersatz und beantragt, dass die Klage auch als Sammelklage zugelassen wird. Gibt der zuständige Richter der Klage statt, könnte es womöglich für Valve recht teuer werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass Valve verklagt wird. Erst Ende Mai wurde die Klage einer ehemaligen Mitarbeiterin publik, die dem Unternehmen unter anderem ein feindliches Arbeitsumfeld und Ausnutzung Minderjähriger vorwarf. Keine einfachen Zeiten für den Spieleentwickler und Betreiber von Steam.

Tags: Steam  

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