Sony bannt Spieler aus PSN wegen seines echten Namens

von Marco Schabel (28. Juni 2016)

Das Twitter-Konto des PSN-Nutzers Jihad Khalid Almofadda, um den es in dem Beitrag geht.Das Twitter-Konto des PSN-Nutzers Jihad Khalid Almofadda, um den es in dem Beitrag geht.

Der britische PlayStation-Spieler Jihad Khalid Almofadda wurde am Wochenende nach sieben Jahren vom PlayStation Network (PSN) gebannt. Der Grund war sein echter Name, den er in abgewandelter Form auch als Nutzernamen verwendet hat. Sony empfand "iJihad", nachdem ein Spieler das Konto gemeldet hat, als anstößig und hat prompt reagiert. Das Wort "Jihad" steht im Zusammenhang mit islamischem Terrorismus.

Sony sperrte sein Konto, weshalb er nicht einmal mehr in der Lage ist, auf seine digital erworbenen Spiele, Freundeslisten oder Änliches zuzugreifen. Auch den Online-Dienst des PSN kann er nicht nutzen, auch nicht offline.

Dass Jihad sein echter Name ist, hat der PlayStation-Spieler auch Sony mitgeteilt und sogar seinen Ausweis vorgelegt, um dies zu bestätigen. Im arabischen Raum steht der Name für "strebend" oder "kämpfend" - das hat erst einmal nichts mit Terrorismus zu tun. Das Nutzerkonto ist bereits sieben Jahre alt, aber erst jetzt ist einem anderen Spieler offenbar der Name aufgefallen. Auf den Umstand hingewiesen erklärte sich Sony, wie das englischsprachige Magazin Game Informer berichtet, zunächst bereit, den Nutzernamen zu ändern und das Konto dann wieder freizugeben.

Almofadda hat Sony dann eine Liste mit möglichen neuen Namen zukommen lassen. Plötzlich hieß es jedoch, dass eine Namensänderung, die die Spieler im PSN nicht selbst vornehmen können, nicht mehr möglich sei. Stattdessen werde das Konto gesperrt bleiben, auch wenn es im PSN nahezu 10.000 andere "Jihads" gibt. Dazu heißt es von Sony: "Wie in unserer vorherigen E-Mail bereits geschrieben, müssen wir das PlayStation Network als Ganzes betrachten. Und wir müssen die Gefühle aller Nutzer berücksichtigen. Ich kann anerkennen, dass dein Name viele Bedeutungen hat, aber er hat eine Bedeutung, die viele andere Nutzer als anstößig empfinden. Und als es eine Meldung gab, wurde die Entscheidung getroffen, dein Konto zu bannen. Ich habe Verständnis für deine Situation, aber die Sperre bleibt bestehen.“

Nachdem die Medien darüber berichteten, gab es aber doch noch ein Wende, auch wenn es keine glückliche. Demnach nahm Sony das Angebot der Namensänderung wieder auf, allerdings hat das auch Folgen. Aus technischen Gründen wird im Prinzip ein neues Konto erstellt, auf das die Lizenzen übertragen werden. Trophäen, Freunde, soziale Kontakte und Informationen, sowie Einstellungen fallen dadurch weg. Aber immerhin kann er wieder Fifa 16 spielen.

Dieses Logo steht für das PSN.Dieses Logo steht für das PSN.

Sind Spieler mit ihren Nutzerkonten also auf Gedeih und Verderb dem guten Willen von Spieleherstellern ausgeliefert? Schon in Bezug auf Patches hat Onkel Jo seinerzeit eine erschreckende Entwicklung aufgedeckt.

Tags: Politik   Fun  

Kommentare anzeigen
Leserwahl zum GOTY 2016 - Entscheidet hier über das Spiel des Jahres + tolle Gewinne

Leserwahl zum GOTY 2016 - Entscheidet hier über das Spiel des Jahres + tolle Gewinne

Ihr habt die Wahl! Ihr entscheidet, welches Spiel das schönste, beste und tollste dieses Jahr war. Ab sofort d&uum (...) mehr

Weitere News