Windows 10: Frau verklagt Microsoft nach Zwangsinstallation und gewinnt

von Frank Bartsch (29. Juni 2016)

Es ist kein Geheimnis, dass Microsoft Windows 10 möglichst breit im Markt verteilen möchte. Installationen des Betriebssystems, die im Hintergrund und zum Teil auch ohne Wissen des Anwenders stattfinden, sorgten schon für Wirbel. Eine Frau zog jetzt deswegen von Gericht und erstritt 10.000 Dollar (ca. 9.046 Euro).

Daten- und Verbraucherschützer weltweit schlagen die Hände über den Köpfen zusammen, wenn sie schon Windows 10 hören. Microsofts Geschäftsführer Satya Nadella versucht das Betriebssystem auf eine ganz neue Art und Weise in den Markt zu bringen. Diese Version von Windows ist noch kostenfrei - Microsoft nimmt die Installation den Nutzern in vielen Fällen aber einfach ab.

Auf vielen Rechnern schlummert Windows 10 bereits im Hintergrund, nachdem das System die Dateien bereits heruntergeladen hat. Sicher ist dem einen oder anderen von euch schon die Nachricht aufgefallen, die erscheint, wenn ihr euren Rechner startet. Stets erinnert euch euer System daran, doch Windows 10 zu installieren.

In den Vereinigten Staaten geht Microsoft einen noch aggressiveren Weg. Das System lädt nicht nur die Daten herunter - es legt auch gleich autark einen Installationstermin fest. Das alles im Hintergrund, ohne das Wissen des Anwenders. Irgendwann startet die Installation automatisch.

So geschah es auch auf dem Rechner von Teri Goldstein. Sie startete eines Morgens ihren PC in ihrem Reisebüro und die Installation von Windows 10 startete. Das ärgerte die Amerikanerin. Immerhin wollte sie diese Installation gar nicht.

Nachdem der Prozess beendet war, lief das Betriebssystem auf ihrem PC. Doch damit fing der Ärger erst richtig an. Daten gingen nach dem Prozess verloren, nicht kompatible Programme wurden entfernt und der PC stürzte ständig ab. Der Kundenservice von Microsoft konnte oder wollte der Dame nicht weiter helfen. Teri Goldstein verlor Umsätze, da sie nicht richtig arbeiten konnte. Sie zog also die Konsequenzen, und verklagte Microsoft wegen des Zwang-Updates und den daraus resultierenden Fehlern.

Jetzt bekam sie Recht und damit eine Abfindung, welche die verlorenen Umsätze und die Kosten für einen neuen Computer kompensieren sollte, wie das Magazin The Seattle Times berichtet.

Weltweit haben mittlerweile rund 300 Millionen Systeme, darunter PCs, mobile Geräte und auch die Xbox One, bereits Windows 10 installiert.

Wer noch von der Kostenfreiheit des Betriebssystems profitieren möchte, kann Windows 10 bis 29. Juli 2016 installieren. Anschließend ist diese Version von Microsofts Betriebssystem kostenpflichtig.

Viele Nutzer begrüßen übrigens die neuen Möglichkeiten von Windows 10. So nähern sich durch das Betriebssystem die Xbox One und der PC auch noch stärker an.

Tags: Politik   Online-Zwang  

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