Mittelerde - Mordors Schatten: Warner Bros. erhält Verwarnung wegen Youtube-Schleichwerbung

von Sören Wetterau (12. Juli 2016)

Mittelerde - Mordors Schatten wird schon bald zwei Jahre alt, liefert aber für Hersteller Warner Bros. jetzt noch ein böses Nachspiel. Die US-Kartellbehörde U.S. Federal Trade Commision verwarnt das Unternehmen wegen Bestechung von Youtubern und Schleichwerbung.

Wobei das Spiel manipulierte Werbung eigentlich gar nicht nötig hat. Denn zumindest die Fassung für die PlayStation 4 konnte international in Tests ausgesprochen gut abschneiden. So auch bei uns, wie ihr im Test: "Mittelerde - Mordors Schatten: Euer Kampf gegen eine dynamische Armee" nachlesen könnt. Die PS3-Fassung kam dahingegen weniger gut weg. Dafür soll sich ein Nachfolger zu Mittelerde - Mordors Schatten bereits in Arbeit befinden.

Der Grund für die aktuellen Streitigkeiten liegt ein wenig zurück: Kurz vor der Veröffentlichung von Mittelerde - Mordors Schatten im Oktober 2014 beauftragte Warner Bros. die Marketing-Firma Plaid Social damit, entsprechende Werbemaßnahmen in sozialen Netzwerken zu schalten. Dazu zählte auch die Geldbestechung von verschiedenen Youtubern, damit sie das "Herr der Ringe"-Spiel empfehlen und positiv darüber sprechen.

Mittendrin: Youtube-Star PewDiePie, der sich zuletzt noch gegen Clickbait-Videos aussprach. Er und andere Kanalbetreiber erhielten laut einem Artikel der englischsprachigen Website The Verge mehrere tausend Dollar für ihre Mitarbeit. Als Gegenleistung mussten die Bestochenen mindestens einen Twitter- oder Facebook-Beitrag über das Spiel veröffentlichen, sowie Videos drehen, in denen sie Mittelerde - Mordors Schatten auf gar keinen Fall in ein schlechtes Licht rücken.

Weder durften sie Kritik äußern, noch mögliche Fehler zeigen. Außerdem mussten sie pro Video mindestens einmal ihre Zuschauer dazu auffordern auf den Link zur offiziellen Spielwebsite in der Videobeschreibung zu klicken, damit diese mehr über das Spiel erfahren und sich registrieren. Einen Hinweis darauf, dass die Videos von Warner Bros. gesponsort wurden, gab es laut dem Artikel nur in eben jener Videobeschreibung.

Das ist der Kartellbehörde zu wenig. Die Youtuber hätten in den Videos selbst darauf hinweisen müssen, dass die folgenden Inhalte durch eine Geldzahlung beeinflusst sein könnten. Hersteller Warner Bros. entgeht jedoch einer Strafzahlung und erhält lediglich eine Verwarnung.

Verboten ist es Warner Bros. zukünftig, Werbekampagnen als "unabhängige Meinungen" darzustellen und das Unternehmen muss alle materiellen Verbindungen zu möglichen Youtubern oder anderen Erstellern von Inhalten offenlegen, die die eigenen Produkte der Firma bewerben. Weiterhin ist Warner Bros. dazu verpflichtet seine Partner darauf hinzuweisen, dass gesponsorte Videos angemessen gekennzeichnet sein müssen. Ist dies nicht der Fall, müssen die vereinbarten Zahlungen ausgesetzt werden.

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Orkjagd in Mittelerde - Mordors Schatten

Verstößt das Unternehmen gegen diese Auflagen, droht die Kartellbehörde mit einem zivilrechtlichen Verfahren, welches eine Geldstrafe nach sich ziehen könnte. Die Youtuber erhalten offenbar weder eine Verwarnung, noch eine Strafe und können beruhigt weiter Videos produzieren.

Tags: Open World   Singleplayer   Fantasy   Herr der Ringe  

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