Studie sagt: Frauen in Videospielen sind oft sexualisiert. Außerdem: Feuer ist heiß

von Matthias Kreienbrink (14. Juli 2016)

"Quiet" aus Metal Gear Solid 5 trägt kaum Kleidung. Dafür wurde ein Grund genannt: Sie atmet durch ihre Haut."Quiet" aus Metal Gear Solid 5 trägt kaum Kleidung. Dafür wurde ein Grund genannt: Sie atmet durch ihre Haut.

Ja, die Überschrift ist ein wenig polemisch. Ja, Studien gibt es immer wieder und nur selten bringen sie uns wirklich neue oder aufsehenerregende Erkenntnisse. So habt ihr in diesem Jahr etwa schon lernen können, dass sogenannte Killerspiele euch gar nicht verrohen oder gewalttätig werden lassen. Oder Ende des vergangenen Jahres: Videospiele verbessern eure kognitiven Fähigkeiten. Ebenso können wir anbieten: Videospiele bauen Stress und feindselige Gefühle ab.

Nun aber zur aktuellen Studie. Laut dieser, geführt von der Universität Indiana in den Vereinigten Staaten, werden weibliche Charaktere in Videospielen vor allem sexualisiert dargestellt.

Das bedeutet, dass Frauen in Videospielen weniger durch eine ausgefeilte Persönlichkeit oder eine tiefgründige Hintergrundgeschichte hervorstechen, sondern dass diese vielmehr als sexuelle Objekte für einen männlichen Blick konzipiert werden. Anstatt einen interessanten Charakter zu schreiben, werden körperliche Merkmale herausgestellt. Und anders als etwa bei männlichen Muskeln, die Stärke und Unabhängigkeit suggerieren sollen, werden Frauen oft auf eine für den Mann einfach zugängliche Sexualität reduziert.

Zwar betont die Studie mit dem Namen "Sexy, Strong, and Secondary: A Content Analysis of Female Characters in Video Games across 31 Years" (Sexy, stark und zweitrangig: Eine Inhaltsanalyse weiblicher Charaktere in Videspielen der vergangenen 31 Jahre), dass weibliche Charaktere insgesamt immer öfter in Videospielen vorkommen. Doch gäbe es nach wie vor Probleme, die innerhalb der letzten Jahrzehnte zwar abgenommen hätten, aber dennoch weiterhin dominierend seien. Das englischsprachige Online-Magazin J Station X listet diese Punkte auf:

  • Wenn Frauen in Videospielen eine Rolle spielen, dann vor allem eine sekundäre. Sie sind also nur selten Hauptcharakter oder relevant für die Geschichte.

  • Frauen werden oft mit übertrieben großen Brüsten und ausgestellen Hüften und Gesäß dargestellt

  • Weibliche Kleidung oder Rüstung wird nicht praktikabel gestaltet, sondern ist so konzipiert, dass sie möglichst viel Haut zeigt

  • Während 47 Prozent der Spieler heute Frauen sind, ist die Repäsentation von weiblichen Charakteren stark unterproportional

Für die Studie wurden 571 weibliche Figuren aus den Jahren 1989 bis 2014 ausgewertet.

Tags: Politik  

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