Pokémon Go: Der Teufel steckt in den Taschenmonstern - und soll Religionen vernichten

von Marco Schabel (20. Juli 2016)

Pokémon Go sorgt auch weiter für allerlei Höhepunkte des Absurditätenkabinetts. Heute: Die App ist angeblich erschaffen worden, um das Christentum komplett auszulöschen. Das findet zumindest ein Religionsfanatiker aus den Vereinigten Staaten, der sich laut dem englischsprachigen Online-Blog Right Wing Watch jüngst über das Taschenmonster-Phänomen Pokémon Go ausließ und dabei kaum eine Verschwörungstheorie unberührt ließ.

Gemeint ist der selbsternannte Bürger-Reporter Rick Wiles, der vor allem als extrem konservativer und rechtsorientierter Verschwörungstheoretiker bekannt ist uns der Truther-Bewegung angehören soll. Truther sind Menschen, die glauben, das die Anschläge vom 11. September lediglich inszeniert waren. In einer Sendung mit dem Namen „TruNews“ (in etwa „Wahre Nachrichten“) giftete er gegen Pokémon Go, die Taschenmonster im Allgemeinen und den Erfinder der Serie.

So gab er zu verstehen, dass Pokémon Go den Terrorismus fördere, weil die App Menschen dazu bringe, sich an öffentlichen Orten zu versammeln und diese zeitgleich prima per App geortet werden können. Zudem seien die Spieler „besessen“. Von wem? Von „dämonischen Mächten“ die über Pokémon Go „Cyber-Dämonen“ beschwören. Die Bevölkerung werde hypnotisiert und so von den wahren Gefahren (seiner Ansicht nach Terroristen, Chinesen und Russen) abgelenkt. Vielleicht aber auch von Klippen, die manche "Pokémon Go"-Spieler bereits herunterfielen. Sie werden zudem angestiftet, zu töten, wie auch der Mann, der auf "Pokémon Go"-Spieler geschossen hat, denn immerhin ist das Ziel der App ja, dass gegeneinander gekämpft wird.

Alles in Allem hat Pokémon Go aber ein viel größeres Ziel. Es soll laut Wiles das gesamte Christentum in den USA auslöschen. Wie? Indem Kirchen und heilige Orte als Poké-Stores und Arenen dienen, die Leute dort hingehen und islamische Jihadisten so Kirchen finden und zerstören könnten. Dass diese die Kirchen auch ohne eine App finden würden, lässt er dabei allerdings offenbar unbedacht.

Zudem bezieht sich Rick Wiles auf ein bereits seit langer Zeit als Fälschung bekanntes Interview einer Satireseite mit dem Pokémon-Schöpfer Satoshi Taijiri, der gesagt haben soll, Pokémon seien bewusst Anti-Christlich, Anti-Religiös und satanisch (nein, nicht satanistisch). Warum er nicht die ebenfalls als Fälschung vermutete Aussage des damaligen Papstes Johannes Paul II. zur Hilfe nahm, der Pokémon angeblich seinen Segen gegeben haben soll, ist unbekannt.

Dass auch Overwatch religiöse Gefühle verletzen kann, zeigt dieses Video

Mit seiner Meinung steht Wiles allerdings nicht alleine da. Auch in der Türkei wollen Geistliche ein Verbot für Pokémon Go, da die Menschen ihre Pflichten vernachlässigen würden und Moscheen als Anzugspunkte genutzt werden könnten. Auch der amerikanische Pastor Dwain Miller aus El Dorado im Bundesstaat Arkansas behauptet laut der englischsprachigen Seite Cheezburger, dass der Teufel stärker sei als je zuvor und „Pokémon Go”-Spieler von Dämonen besessen seien. Er habe sogar ein Kind gesehen, das die Fähigkeit zu Sprechen und Gehen verloren habe und eine schwarze Substanz aus den Auge, der Nase und dem Mund des Kindes lief. Ob er einen Exorzisten oder Krankenwagen gerufen hat, ist allerdings unklar.

Tags: Fun   Online-Zwang  

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