Galaxy in Turmoil: Inoffizieller ?Star Wars Battlefront?-Nachfolger von LucasArts und EA verhindert

von Marco Schabel (02. August 2016)

Bevor George Lucas die Rechte an Lucasfilm und auch LucasArts an die Walt Disney Company verkaufte, wurde hinter verschlossenen Türen an einem echten Star Wars Battlefront 3 gearbeitet, das auch beinahe komplett fertig gewesen sein soll. Das Projekt wurde allerdings aufgrund mangelnder Qualität eingestellt und ließ ein paar Freizeit-Entwickler mit der Idee zurück, daraus doch noch ein Spiel zu machen: Star Wars - Galaxy in Turmoil als inoffizieller "Star Wars Battlefront 2"-Nachfolger. Nachdem sogar Valve die Erlaubnis gab, das Spiel über Steam zu vertreiben, haben die Rechteinhaber jetzt allerdings einen Riegel vorgeschoben.

Gemeint sind Lucasfilm, die die Rechteverwalter der Marke Star Wars sind, und Electronic Arts (EA), die sich die Exklusivrechte an Spielen zu der Serie gesichert haben. Beide Firmen haben mit dem Entwicklerstudio Frontwire Studios, die an Star Wars - Galaxy in Turmoil arbeiten, gesprochen und offenbar beschlossen, dass das Spiel so nicht veröffentlicht werden darf, wie das englischsprachige Magazin Destructoid berichtet. Demnach habe Tony Romanelli, der Leiter des Studios, bereits Ende Juni eine Unterlassungserklärung erhalten. Das war drei Wochen, nachdem für Star Wars - Galaxy in Turmoil ein Vertriebsabkommen mit Steam angekündigt wurde.

Star Wars - Galaxy in Turmoil sollte eigentlich kostenlos veröffentlicht werden, um keine Lizenzen zu verletzten (unter dem Schutz der fairen Verwendung). In einem Telefongespräch mit Lucasfilm soll ein nicht genannter Mitarbeiter gegenüber Romanelli zwar eingeräumt haben, offen für die Idee zu sein, es gebe aber andere Hindernisse. Frontwire hätte demnach durchaus die Marke Star Wars verwenden und das Spiel veröffentlichen dürfen, Lucasfilm seien aber die Hände gebunden.

Der Grund dafür sei wiederum Electronic Arts, wie es heißt. „Mir wurde gesagt, dass Lucasfilm bereits mit EA über Star Wars - Galaxy in Turmoil gesprochen habe und dass EA strikt dagegen war, unser Projekt weiterlaufen zu lassen“, so Romanelli. „Ihre Hauptbedenken waren, dass Galaxy in Turmoil die Aufmerksamkeit von ihrem Star Wars Battlefront ablenken könnte.“ Auch eine Option, das Spiel so zu veröffentlichen, dass EA daran Geld verdienen kann, wurde abgelehnt. Dies sei im Vorfeld ebenfalls besprochen und ausgeschlossen worden.

„Aufgrund ihres Exklusivvertrags mit EA waren demnach auch Lucasfilm die Hände gebunden und sie mussten unsere Bitte aufgrund von EAs Entscheidung ablehnen“, heißt es weiter. Auch wenn die „Star Wars - Galaxy in Turmoil“-Macher weiter glauben, keine Rechte zu verletzen, wollen sie einen tatsächlichen Prozess vor Gericht vermeiden. Stattdessen werden nun alle direkten Bezüge zur Marke Star Wars aus dem Spiel entfernt. Die Spielmechaniken sollen erhalten bleiben, die Namen und Texturen werden aber überarbeitet.

Galaxy in Turmoil soll auch weiterhin über Steam veröffentlicht werden, sobald es fertig ist. Im Vorfeld soll die Entwicklung über eine Crowdfunding-Kampagne, wie zum Beispiel Kickstarter, finanziert werden. Eine solche Kampagne wird es aber erst geben, sobald eine spielbare Demo samt Einzel- und Multiplayer verfügbar ist.

Tags: Indie   Politik  

Kommentare anzeigen
Metal Gear Solid 5: Hideo Kojima musste ein halbes Jahr in Isolation entwickeln

Metal Gear Solid 5: Hideo Kojima musste ein halbes Jahr in Isolation entwickeln

Zu den heißesten Themen des vergangenen Jahres gehörte die Kontroverse um den Entwickler Hideo Kojima, den j (...) mehr

Weitere News