Pokémon Go: Hausbesitzer verklagen Niantic wegen Taschenmonstern in ihrem Garten

von Marco Schabel (04. August 2016)

Dass nicht alle von euch damit einverstanden sind, dass sich Pokémon Go in den letzten Wochen zu einem solch großen Thema entwickelt hat, dass dem Gefühl nach über kaum etwas anderes berichtet wird, ist kein Geheimnis. Es ist auch bekannt, dass sich bereits die Betreiber von Kirchen, Synagogen, Moscheen und anderen wichtigen Orten darüber beschwert haben, als Poké-Stop oder Arena zu dienen und Menschen anzulocken. Manche Leute haben aber bereits ein Problem damit, wenn in ihrem Garten Pokémon auftauchen. In den Vereinigten Staaten klagen Hausbesitzer jetzt genau deswegen gegen Entwickler Niantic und The Pokémon Company und fordern eine extrem hohe Schadenersatzsumme.

Wie ihr in der englischsprachigen Anklageschrift auf Scribd nachlesen könnt, richtet sich die Sammelklage auch gegen Nintendo, obwohl Nintendo vergleichsweise wenig mit Pokémon Go zu tun hat. Die Klage hat das Ziel, dass die Verantwortlichen fünf Millionen US-Dollar (etwa 4,5 Millionen Euro) zahlen sollen. Der Vorwurf an die drei Unternehmen: Die „Pokémon Go“-Spieler sollen durch die App zur Belästigung angestiftet werden, während die Unternehmen davon profitieren.

„Mindestens fünf Individuen haben an die Tür des Klägers geklopft und darum gebeten, Zugang zum Garten des Klägers zu erhalten“, so die Klageschrift. „Sie taten dies, um Pokémon zu fangen, die das Spiel auf dem Grundstück des Klägers platziert hat - ohne dessen Erlaubnis. Die Angeklagten haben ein fahrlässiges Desinteresse für die absehbaren Konsequenzen gezeigt, die entstehen, wenn die echte Welt mit virtuellen Pokémon popularisiert wird, ohne sich die Erlaubnis der Grundstücksbesitzer einzuholen.“

Die Klageschrift, die von einem Grundstücksbesitzer aus New Jersey initiiert wurde, ist unter Vorbehalt auch für weitere Grundstücksbesitzer in den Vereinigten Staaten aufgesetzt worden. Die können sich jederzeit anschließen. In der Klage ist eine Forderung in Höhe von fünf Millionen Dollar festgesetzt, die anteilig an die Kläger im Falle eines Sieges ausgezahlt werden soll.

Bislang gibt es noch keine Stellungnahme seitens der „Pokémon Go“-Macher, die derzeit sicher andere Probleme haben, zum Beispiel zahlreiche Negativ-Bewertungen für Pokémon Go oder ein aktueller Spielfehler, der gefangene Pokémon verwandelt. Auch zu den Erfolgsaussichten der Klage kann bislang nicht viel gesagt werden. Hierzulande hätten die Kläger zwar kaum eine Chance, die Vereinigten Staaten sind aber durchaus für skurrile Urteile bekannt. Sollte tatsächlich ein Präzedenzfall geschaffen werden, könnte die „Pokémon Go“-Landkarte in den USA bald recht leer sein, um weiteren Klagen zu entgehen.

Tags: Free 2 play   Fun   Multiplayer  

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