Pokémon Go: Kartendienste geschlossen, damit mehr Leute spielen können

von Marco Schabel (05. August 2016)

Vor einigen Tagen gab es unter den „Pokémon Go“-Spielern einen wahren Aufschrei, als die App ein neues Update erhalten hat und zeitgleich das „Tracking“ abgeschaltet wurde. Als wäre dies noch nicht genug, wurden auch inoffizielle Kartendienste wie PokéVision aufgefordert, ihre Angebote zu entfernen. Wie die „Pokémon Go“-Macher von Niantic auf ihrer englischsprachigen Webseite schreiben, hat das aber keineswegs etwas damit zu tun, dass die Verwender für sie Schummler waren, oder sie einfach etwas gegen diese Angebote hatten. Stattdessen sollten die Kartendienste für Pokémon Go die Spieler sogar davon abgehalten haben, überhaupt zu spielen.

Geschrieben hat die Stellungnahme der Chef des „Pokémon Go“-Entwicklerstudios John Hanke. Wie er betont, seien PokéVision und Co. dafür verantwortlich, dass die App bislang nicht in Lateinamerika veröffentlicht werden konnte. „Wir mussten die Veröffentlichung von Pokémon Go in Lateinamerika aufgrund von aggressiven Drittpartteien verschieben, die versucht haben, Zugang zu unseren Servern außerhalb des Spiels und unserer Nutzungsbedingungen zu erhalten“, so Hanke. „Wir haben gestern einige weitere dieser Versuche blockiert. Da es eine öffentliche Diskussion um dieses Thema gab, möchten wir näher beleuchten, warum wir das getan haben. Und auch warum diese scheinbar unschuldigen Seiten dem Spiel und unseren Versuchen geschadet haben, Pokémon Go neuen und bereits existierenden Spielern zur Verfügung zu stellen.“

Wie es weiter heißt, laufe Pokémon Go, jetzt, da diese Kartendienste aus dem Weg sind, deutlich besser. Auch die Veröffentlichungen in Brasilien und anderen Regionen waren nur möglich, weil dieses Hindernis aus der Welt geschafft wurde. Weniger Erfolg haben die Macher allerdings dabei gehabt, Cheater und Bots aus dem Spiel zu verbannen. Diese würden die gleichen Schnittstellen in Pokémon Go nutzen und dem Spiel demnach ebenso schaden.

Die höchste Priorität der „Pokémon Go“-Entwickler sei es demnach, all diese Schummler, Bots und Hacker zu beseitigen. Damit sind auch jene gemeint, die am Wochenende das Twitter-Profil von Hanke und Pokémon Go übernommen haben. „Wir erwarten nicht, dass diese Versuche aufhören werden“, sagt Hanke dazu. „Aber wir wollen, dass ihr versteht, warum wir diese Schritte unternommen haben und warum wir damit weitermachen werden, um die integrität und Stabilität des Spiels zu gewährleisten.“ Egal ob gute oder schlechte Absichten, die negativen Auswirkungen auf Pokémon Go seien dieselben.

Wie sich das in Zukunft auf "Pokémon Go"-Spieler auswirken wird, wird die Zeit zeigen. Alleine PokéVision wurde nach Angaben der Macher von 50 Millionen Spielern, also etwa der Hälfte aller Spieler, mindestens einmal ausprobiert. Elf Millionen haben das Angebot täglich genutzt, weil das spielinterne „Tracking“-System nicht funktionierte, insbesondere aufgrund des „drei Tatzen“-Fehlers. Die Aktualisierung und der Wegfall der Kartendienste führte auch dazu, dass das Spiel so viele negative Wertungen erhielt, dass die „Pokémon Go“-Bewertungen von Apple entfernt werden mussten.

Tags: Free 2 play   Update   Multiplayer  

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