Pokémon Go: Erster Unfall mit Todesfolge in Japan

von Marco Schabel (25. August 2016)

Seit Wochen gibt es kaum ein anderes Thema als die „Augmented Reality“-App Pokémon Go, die von Entwickler Niantic erstellt wurde und die beliebten Taschenmonster als Basis nutzt. Seit der Veröffentlichung laufen sicher auch viele von euch durch die Straßen, stets auf der Suche nach neuen Pokémon und Poké-Stops. Damit ihr dabei nicht eures und das Leben anderer aufs Spiel setzt, blendet Pokémon Go Warnhinweise ein, die euch davon abhalten sollen, fremde Grundstücke zu betreten oder die App beim Autofahren zu nutzen. Diese wurden in Japan aber, wie die englischsprachige Online-Zeitung The Japan Times berichtet, auf schlimmste Art ignoriert.

Denn wie es aus dem Land der aufgehenden Sonne heißt, hat sich erstmals ein tragischer Unfall mit Todesfolge in der Präfektur Tokushima (liegt auf der Insel Shikoku südlich der Hauptinsel Honshū) ereignet, der auf die Verwendung von Pokémon Go zurückzuführen ist. Wie unter Berufung auf die japanische Polizei berichtet wird, habe der 32-jährige Keiji Goo zwei Fußgängerinnen angefahren. In der anschließenden Befragung gab er an, während der Fahrt Pokémon Go gespielt zu haben.

Die beiden Fußgängerinnen die er mit seinem Wagen überrollte, wurden schwer verletzt, wobei Sachiko Nakanishi, eine 72-jährige Frau, ihren Verletzungen später im Krankenhaus erlag. Laut den Behörden ist es der erste Todesfall durch Pokémon Go in Japan. Zum gegenwärtigen Zustand des anderen Opfers, der 60 Jahre alten Kayoko Ikawa, gibt es keine Informationen.

Bereits vor der Veröffentlichung in Japan hatten die dortigen Behörden mit Infoblättern, Twitter-Nachrichten und anderen Mitteln versucht, auf die Gefahren hinzuweisen, die das Spielen von Pokémon Go hinter dem Steuer oder in der Nähe von Zügen und Bahnhöfen mit sich bringt. Da auch die App selbst eindringlich davor warnt, am Steuer zu spielen, sollten Niantic und die The Pokémon Company nicht für den tragischen Unfall zur Verantwortung gezogen werden.

Global betrachtet ist es nicht der erste Todesfall, der auf Pokémon Go zurückzuführen ist. Ein Jugendlicher aus Guatemala solle im Juli erschossen worden sein, weil er angeblich in ein Haus eingebrochen war. Zuvor soll in den Vereinigten Staaten ein 15-Jähriger aus ähnlichen Gründen erschossen worden sein. In beiden Fällen wurde angegeben, dass der Einbruch und das unbefugte Betreten mit Pokémon Go in Verbindung gebracht werden konnten.

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