Umfrage: Mehr als ein Drittel aller Spieler nutzt Raubkopien

von Marco Schabel (01. September 2016)

Auch wenn ihr durch Videospiele eine Menge Spaß haben könnt, bleibt es eine Industrie, die Geld verdienen möchte, um Mitarbeiter zu bezahlen und etwas Gewinn zu machen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ihr mitunter den Eindruck haben mögt, dass manche Hersteller zu viel Gewinn machen wollen. Bedenklich wird das allerdings, wenn die „Ware“ geklaut wird, also Raubkopierer sich die Spiele illegal herunterladen, auch wenn Electronic Arts (EA) selbst mit Raubkopierern Geld verdienen kann. Wie aus einer Umfrage des englischsprachigen Magazins PC Gamer hervorgeht, betrifft das immerhin mehr als ein Drittel aller Videospieler, den kuriosesten Kopierschutz-Maßnahmen zum Trotz.

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Die kuriosesten Kopierschutz-Maßnahmen

Die Umfrage diente dazu, herauszufinden, wie es um die Spielpiraterie im Jahr 2016 bestellt ist. Teilgenommen haben 50.742 Spieler, die vor allem aus den USA, Großbritannien, Kanada und Deutschland stammen. Das Ergebnis: 38,8 Prozent aller Befragten verwenden aktuell mindestens ein raubkopiertes Spiel. Dabei ist auffällig, dass abgesehen von der Gruppe der unter Zehnjährigen (von denen nicht viele an der Umfrage teilgenommen haben) die 16 bis 20 Jahre alten Spieler am häufigsten zu illegalen Downloads greifen. Immerhin mehr als 40 Prozent dieser Altersgruppe machten entsprechende Angaben. Je älter der Spieler, desto weniger wurde diese Frage mit einem „Ja“ beantwortet.

Ein wichtiger Punkt ist selbstverständlich auch das Einkommen der Spieler. Wer „nichts“ hat, kann schließlich auch nichts ausgeben. So nutzt die Hälfte aller Spieler, die bis zu 10.000 Euro US-Dollar (etwa 9.000 Euro) im Jahr verdient Raubkopien, während jene, die zwischen 75.000 und 150.000 Dollar (ca. 67.200 bis 134.300 Euro) im Jahr erhalten nur in den seltensten Fällen auf Raubkopien zurückgreifen. In Zahlen ausgedrückt sind es in dieser Gruppe nur 15 Prozent der Spieler.

Auch Regional gibt es große Unterschiede. In Deutschland haben zum Beispiel knapp 30 Prozent der Befragten angegeben, aktuell illegal beschaffte Videospiele zu spielen. In den USA, Großbritannien oder Dänemark sind es „nur“ 20 bis 30 Prozent. Im Vergleich zu einkommensschwächeren Regionen ist das aber nahezu gar nichts. 60 bis 70 Prozent sind es in Ländern wie Argentinien und Indien, während in Rumänien oder Serbien sogar knapp 80 Prozent lieber illegal herunterladen als kaufen.

Einen Lichtblick gibt es allerdings, denn die meisten Videospieler finden es durchaus verkehrt, auf Raubkopien zurückzugreifen. Lediglich 19,5 Prozent der Befragten finden nichts Verwerfliches an Raubkopien und 21,6 Prozent derer, die sie nutzen, wissen, dass es falsch ist. Etwas flexibler ist das Gewissen bei den 22,7 Prozent, die angegeben haben, dass sie ihr Vorgehen vom jeweiligen Hersteller abhängig machen.

Gen Ende wollte die Umfrage in Erfahrung bringen, warum die Spieler eigentlich auf Raubkopien zurückgreifen. Klarer „Sieger“ dieser Frage ist dabei natürlich das Geld. Viele Spieler, selbst viele von denen, die ein hohes Einkommen haben, könnten es sich nach eigenen Angaben nicht leisten oder wollten es vor einem Kauf nur testen, damit sie wissen, ob es das Geld wert ist. Auch die Begründung, dass es einfach „zu teuer“ sei, sich die Spiele zu kaufen ist sehr beliebt.

Bleibt nur noch eine recht überraschende Erkenntnis der Umfrage zur Videospielpiraterie: Ihr habt es vermutlich fast alle bereits getan. Über 90 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem Leben bereits ein Videospiel illegal heruntergeladen zu haben. Zum Glück machen es davon jetzt aber nur noch knapp 35 Prozent.

Tags: DRM   Hacks  

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