Grand Theft Auto 5: Urteil im Rechtsstreit mit Lindsay Lohan gefällt - abgewiesen

von Marco Schabel (02. September 2016)

Vor zwei Jahren haben die amerikanische Schauspielerin Lindsay Lohan und Karen Gravano, „Reality TV“-Sternchen und Tochter eines verurteilten Mafia-Bosses, gegen Grand Theft Auto 5 (GTA 5) oder besser gegen Entwickler Rockstar Games und Mutterkonzern Take-2 Interactive geklagt, weil sie angeblich unerlaubt im Spiel abgebildet wurden. Wie das englischsprachige Magazin Kotaku berichtet, wurde mittlerweile ein Urteil in diesem Fall gefällt.

In GTA 5 tauchen zwei weibliche Charaktere auf, die zugegebenermaßen ein wenig Ähnlichkeit mit den Klägerinnen aufweisen. Im Detail geht es dabei um die prominente, von Paparazzi verfolgte und magersüchtige Lacey Jonas, um die es auch einige Missionen im Spiel gibt. Die soll, so Lohans Klage gegen Rockstar, ein Abbild ihrer Selbst sein. Gleiches gilt für eine zu Werbezwecken genutzte „Bikini-Dame“, die mit den Fingern ein „Peace“-Zeichen macht. Genau hier sieht Lohan laut ihrem Anwalt ebenfalls eine unerlaubte Nutzung ihres Abbildes, da sie selbst schon in solchen Posen abgelichtet wurde, bevor die Darstellung in Videospielen Verwendung fand. Im März wurde der Weiterführung der Klage gegen GTA 5 stattgegeben.

Gravano wiederum sieht sich selbst in dem Charakter Andrea Bottino dargestellt. Bottino ist, wie auch Gravano, die Tochter eines Mafioso im Zeugenschutzprogramm und wird von ihrem Vater davon abgehalten, in einer „Reality TV“-Sendung mitzumachen. Die gesamte Geschichte dieses „GTA 5“-Charakters sei demnach aus dem Leben der Klägerin geklaut und unerlaubt verwendet worden. Im Februar 2014 verklagte sie Rockstar Games auf 40 Millionen US-Dollar (etwa 35,7 Millionen Euro). Das sieht das Gericht jedoch anders.

So haben die fünf Richter des Falles ein Urteil gefällt und den Verantwortlichen um GTA 5 Recht gegeben. Weder Lindsay Lohan noch Karen Gravano tauchen im Spiel namentlich oder bildlich auf. Es könne jedoch durchaus argumentiert werden, dass die „GTA 5“-Charaktere in ihrer Darstellung nah genug an den Klägerinnen liegen, um als Repräsentation zu gelten.

Aber auch dieses Argument wurde abgeschmettert. Selbst wenn es so wäre, habe GTA 5 eine „einzigartige Geschichte, Dialoge und Umgebungen, kombiniert mit der Möglichkeit des Spielers, selbst zu wählen, wie er durch das Spiel geht“, so die Richter. Dies qualifiziert es als ein Werk der Fiktion und Satire und falle somit unter den Ersten Zusatzartikel der Verfassung der USA. Darin wird unter anderem die Meinungsfreiheit geregelt. Mit anderen Worten: Die Klage ist abgewiesen und weder Lohan noch Gravano sehen einen Cent. Laut Rockstar wurde ohnehin nur geklagt, um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Tags: Multiplayer   Singleplayer   Open World  

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