Xbox One: Microsoft hat aus Versehen einen Prototypen an einen Kunden verschickt - Monate vor der Ankündigung

von Marco Schabel (15. September 2016)

Im Mai 2013 hat Microsoft den vorherigen Spekulationen ein Ende bereitet und die Xbox One vorgestellt. Dabei hätten alle Details der Konsole bereits vorher bekannt sein können, denn wie das englischsprachige Magazin Business Insider berichtet, hatte das milliardenschwere Unternehmen bereits zwei Monate zuvor versehentlich einen Prototypen der Xbox One an einen Kunden verschickt.

Der Empfänger war der damals 25-jährige Jia Li, der sich über die Webseite von Microsoft eigentlich nur einen neuen Laptop bestellen wollte. Stattdessen erhielt er eine in Schwarz und Weiß gehaltene und funktionstüchtige Xbox One. Das geschah im März 2013, also zwei Monate bevor Microsoft die Xbox One offiziell angekündigt hatte. Li ahnte, was er da geschickt bekam und wandte sich an Ben Gilbert, der damals noch für das Magazin Engadget arbeitete.

Bild: Jia Li via Business InsiderBild: Jia Li via Business Insider

Statt die Geschichte jedoch publik zu machen, ähnlich wie jüngst im Falle der PlayStation 4 Slim, deren Innenleben längst vor der Ankündigung bekannt war, entschied sich das Magazin dafür, Stillschweigen zu bewahren. Währenddessen bekam Li Besuch von einem Microsoft-Repräsentanten. Er gab die Konsole zurück und erhielt im Austausch neben dem Laptop, den er bestellt hatte, noch eine Xbox 360 samt Kinect gratis obendrauf. Aber warum wollte das Magazin über diese Geschichte nicht berichten?

Ganz einfach: Redakteur Ben Gilbert und seine Kollegen hatten ein Abkommen mit Microsoft geschlossen. Statt über das Versehen durfte das Magazin damals als erstes exklusiv über die Xbox One selbst berichten.

Aber wie kam es eigentlich zu diesem Patzer? Wie Gilbert berichtet, hat sich Microsoft damals Gedanken gemacht, wie die Xbox One ein Geheimnis bleiben könnte und hat sich für die „Wo ist Waldo“-Strategie entschlossen: Die Konsole wurde ganz offen „versteckt“.

Gelagert wurden die Prototypen demnach in einem wenig geschützten Lagerhaus zusammen mit diversen anderen Produkten, die tatsächlich verkauft werden, damit die Mitarbeiter nicht auf die Idee kommen, Details eines geheimen Projekts durchsickern zu lassen. Was so offen und unsicher gelagert wird, kann schließlich keine große Enthüllung wert sein. Auch Lis Laptop befand sich dort und wurde möglicherweise aufgrund eines Computerfehlers mit der Xbox One, damals noch Projekt Durango oder Kryptos genannt, vertauscht. Das System konnte sogar gestartet werden und zeigte „Kryptos“ auf dem Fernseher an, als Li es startete.

Erschienen ist die Xbox One dann im November 2013. Gilbert klärt auch, warum er sein Stillschweigen zu diesem Vorfall bis heute bewahrt hat. Er wollte schlicht das Abkommen nicht brechen. Da allerdings er und alle daran beteiligten Kollegen mittlerweile nicht mehr für das Magazin arbeiten, empfand er es als richtigen Zeitpunkt, dieses interessante Detail aus dem Fehlerkatalog rund um die Anfänge der Xbox One mit der Welt zu teilen.

Tags: Hardware   Fun  

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