Steam: Valve schmeißt den Entwickler Digital Homicide raus

von Marco Schabel (19. September 2016)

Der Indie-Entwickler Digital Homicide hat im Laufe der Jahre bereits einige Spiele auf der vom Unternehmen Valve verwalteten Videospielplattform Steam veröffentlicht und in jüngerer Vergangenheit für einige Kontroversen gesorgt. Wie das englischsprachige Magazin Tech Raptor berichtet, hat Valve jetzt einen Schlussstrich gezogen und Digital Homicide von der Plattform Steam geschmissen.

Bereits im Oktober 2014 hatte das kleine Studio der Brüder James und Robert Romine auf sich aufmerksam gemacht, als sie den Youtube-Nutzer Jim Sterling auf 10 Millionen Dollar (etwa 8,96 Millionen Euro) Schadensersatz verklagten, weil dieser ihr Spiel The Slaughtering Grounds „zu hart“ kritisiert habe. Aufgrund fehlender Finanzmittel wurde dieser Rechtsstreit mittlerweile längst eingestellt, das hält Digital Homicide jedoch nicht davon ab, andere Leute verklagen zu wollen.

Genau genommen geht es um knapp 100 Steam-Nutzer, die auf einen Schadensersatz in Höhe von insgesamt 18 Millionen Dollar (etwa 16,1 Millionen Euro) verklagt werden sollten. Der Grund: Die Spieler hatten sich über die große Anzahl und fehlende Qualität der Spiele beschwert, die Digital Homicide über das „Steam Greenlight“-Programm veröffentlicht haben.

Zudem hat das Studio versucht, Valve mittels der Androhung einer Klage dazu zu bewegen, die Nutzerdaten dieser Spieler zur Verfügung zu stellen. Das Resultat: Valve hat alle Spiele des Anbieters von der Plattform Steam entfernt. Darunter Sarah to the Rescue, Merle Wizard Extrodinaire und Sinister Spiders. Digital Homicide wurde zudem aus dem Entwicklerkatalog auf Steam entfernt und alle über Steam Greenlight veröffentlichten Spiele gelöscht.

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Ein Sprecher des Steam-Unternehmens bestätigte diese Schritte und gab zu verstehen, dass Valve die Geschäftsbeziehungen aufgrund von Anfeindungen gegen die Steam-Kunden seitens Digital Homicide beendet hat. Das Studio ist indes nicht gewillt, diesen durchaus geschäftsschädigenden Schritt einfach so hinzunehmen und hat - wie sollte es auch anders sein - rechtliche Schritte angekündigt.

Das zumindest lässt sich der englischsprachigen Internetseite von Digital Homicide entnehmen. Dort kündigt James Romine an, nach rechtlichem Beistand zu suchen, um Valve wegen des Rausschmisses zu verklagen. Allerdings ist nicht ganz klar, warum genau. Das liegt daran, dass der Beitrag recht verwirrend geschrieben ist und zum Beispiel angemerkt wird, dass Valve keinen Steam-Nutzer von der Plattform ausgeschlossen wurde - mit dem Bild eines ausgeschlossenen Steam-Nutzers. Entsprechend ist unklar, ob es jemals zu einer Klage kommen wird und Digital Homicide dann überhaupt eine Chance hat.

Tags: Steam  

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