Palmer Luckey unterstützt rechte Gruppierung: Entwickler distanzieren sich von Oculus Rift **UPDATE, 11.02 Uhr**

von Frank Bartsch (26. September 2016)

Quelle: Wikipedia.orgQuelle: Wikipedia.org

Palmer Luckey, einer der Gründer von Oculus VR, bekannte sich über das Wochenende dazu, Geld für politische Zwecke gespendet zu haben. Nun verweigern mehrere Entwickler die Zusammenarbeit mit Oculus VR. Was genau ist passiert?

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UPDATE, 26. September 2016, 11.02 Uhr: Inzwischen hat sich auch Brendan Iribe, Geschäftsführer von Oculus, auf Facebook zu Wort gemeldet. Er beteuert erneut, dass Luckey zutiefst bedauert, dass seine Beteilung an der rechten Gruppierung dem Unternehmen schadet. Weiterhin sei es aber als freie Meinungsäußerung aufzufassen, wenn ein Mitarbeiter seine Gesinnung offenbart.

Originalmeldung:

Palmer Luckey, der nach dem Verkauf von Oculus VR für rund 1,78 Milliarden Euro (nach aktuellem Kurs), zu einem ziemlich reichen 24-Jährigen wurde, offenbarte sich jüngst als Trump-Anhänger. Um seine Befürwortung des republikanischen Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten auch zu zeigen, unterstützte er finanziell eine Schmierenkampagne gegen Trumps Herausforderin Hillary Clinton.

Luckey zahlte Geld, damit die Gruppierung "Nimble America Group" anstößige Memes im Internet streut, um Clintons Ruf zu schaden. Mehr noch fällt die Gruppe durch rassistische, frauenfeindliche und homophobe Äußerungen auf. Zwar versuchte Luckey auf Facebook, sich von der Geschichte zu distanzieren - er proklamierte, dass es ihm leid tue, sollte er durch sein Engagement der Marke Oculus geschadet haben.

Im gleichen Zug versuchte er, sich von einem Reddit-Account zu distanzieren, über den despektierliche Äußerungen veröffentlicht wurden. Doch stellte Gideon Resnick, Reporter von Daily Beast, diese Äußerungen direkt als falsch dar. Das englischsprachige Medium Daily Beast hatte die Geschichte um Luckeys Beteiligung ursprünglich gemeldet.

Die Reaktionen innerhalb der Videospielbranche ließen nicht lange auf sich warten.

Mehrere Entwickler reagierten auf Luckeys Vorgehen und verwehren nun die Unterstützung für Oculus Rift. Die Anzahl der geplanten Oculus-Spiele dürfte also um eine nicht geringe Zahl geschrumpft sein.

So lässt Fez-Entwickler Polytron über Twitter wissen, dass die Zusammenarbeit mit Oculus nach Palmers Aktion nicht mehr gegeben sei.

Scruta Games fordert gar den Rücktritt von Palmer Luckey aus der Führungsebene von Oculus VR. Bevor der junge Mann nicht seinen Hut nehme, würde es keine Kooperation von Scruta Games mit Oculus VR geben.

Diese zwei Studios stehen stellvertretend für die vorrangig negativen Reaktionen auf Luckeys Verhalten. Doch es geht auch anders.

So gibt es durchaus Vertreter der Branche, die Politik und Geschäft trennen und angeben, dass die Zusammenarbeit weiter laufe und Luckeys politische Gesinnung vollkommen egal sei.

Darüber hinaus gibt es weitere Reaktionen. So spendet E McNeil, Entwickler des Spiels Darknet umgerechnet 890 Euro für Clintons Kampagne ohne die Zusammenarbeit mit Oculus VR in Frage zu stellen. Laut dem englischsprachigen Magazin Gamespot möchte E McNeil nicht ein komplettes Unternehmen wegen des Chefs boykottieren.

Doch Oculus VR und Palmer Luckey drohen auch juristische Konsequenzen, denn die beiden Unternehmen ZeniMax Media und id Software werfen Oculus VR Ideenklau bei der Entwicklung von Oculus Rift vor.

Tags: Politik   Virtual Reality   Update  

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