Ärzte warnen: Virtuelle Realität macht die Augen kaputt - Sony hält dagegen

von Marco Schabel (05. Oktober 2016)

Noch in diesem Jahr soll der Siegeszug der „Virtual Reality“-Brillen beginnen, was mit der Veröffentlichung der Oculus Rift oder der HTC Vive bereits seinen Anfang genommen hat. Pünktlich zur anstehenden Veröffentlichung von Sonys PlayStation VR schlagen nun jedoch Ärzte Alarm, denn die Geräte können offenbar schwere Augenschäden verursachen. Das zumindest behauptet laut dem englischsprachigen Magazin Mirror der Augenarzt Dr. David Allamby der sein Geld in der londoner „Focus Clinic“ verdient. Sony wiederum ist anderer Ansicht.

Demnach hat Dr. Allamby große Sorge, dass die zu erwartende intensive Nutzung der „Virtual Reality“-Geräte und insbesondere der PlayStation VR langfristig zu schweren Augenkrankheiten führen kann. „Mit dem zu erwartenden Erfolg, den VR-Brillen wohl erleben werden, setzen wir die nächste Generation der Spieler der Gefahr ernster Augenprobleme aus“, so der Augenarzt.

„Eltern und junge Leute müssen diese Risiken kennen. Mit VR wird es mehr und mehr Leute geben, die an einem Mangel an ausreichendem Tageslicht leiden. Das beeinflusst die Art, wie Augen normalerweise wachsen, was zu Kurzsichtigkeit (Myopie) führt. Die Tatsache, dass die Augen durch VR davon abgehalten werden, sich auf entfernte Dinge zu fokussieren, wird diesen Prozess nur beschleunigen.“

Neben der Kurzsichtigkeit sollen PlayStation VR, Oculus Rift oder HTC Vive auch zu trockenen Augen und - viel schlimmer - einer Überbeanspruchung der Augen aufgrund der getrennten Bildschirme und neurologischen Problemen führen. Dies müsse auch den Anwendern bewusst sein, bevor sie ihre Sehorgane diesen Gefahren aussetzen. Bereits in den vergangenen 30 Jahren haben sich die Fälle der Kurzsichtigkeit in Großbritannien verdoppelt. Hierbei haben Tablets, Smartphones und die geringere Spielzeit bei natürlichem Tageslicht ihren Anteil.

Unterstützt wird Dr. Allamby übrigens von einer aktuellen Studie der Universität in Kalifornien. Dort wurde an Ratten festgestellt, dass während der Verwendung von „Virtual Reality“-Geräten 60 Prozent der Hirnzellen im Hippocampus einfach abschalten. Gegenwind gibt es allerdings von Sony - also von den Herstellern der PlayStation VR. Die sind zumindest der Auffassung, dass die PlayStation VR nicht zu Kurzsichtigkeit führen würde.

Die Firma hat sich im Rahmen einer „FAQ“ zur PlayStation VR über die angesprochenen Probleme geäußert und betont, dass keine Gefahr bestünde. Der Fokusabstand der Displays der PlayStation VR betrüge 2,4 Meter, was dem entspricht, was als optimaler Abstand für 60-Zoll-Fernseher betrachtet wird. Dennoch werde darauf hingeweisen, dass pro Stunde Spielzeit eine Pause von 15 Minuten eingelegt werden sollte. Zudem werden die meisten Brillenträger in der Lage sein, die PlayStation VR mit ihrer Brille zu nutzen.

Erscheinen soll die PlayStation VR voraussichtlich am 13. Oktober. Verwendet ihr das Gerät zusammen mit der PlayStation 4 Pro kann es abseits der Augenkrankheiten aber auch Kompatibilitätsprobleme mit Sonys neuer Konsole geben.

Zum Thema: Lohnen sich HTC Vive, Oculus Rift und PlayStation VR?

Tags: Virtual Reality  

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