Gears of War 4: Kritik an Mikrotransaktionen und "Pay 2 Win"-Vorwürfe

von Sören Wetterau (17. Oktober 2016)

Gears of War 4 ist seit wenigen Tagen erhältlich und eigentlich ein tolles Spiel. Das zeigt auch unser Test: "Gears of War 4 - Der Fenix fällt nicht weit vom Stamm". Allerdings leidet der Mehrspieler-Modus zurzeit unter einem großen Problem: Mikrotransaktionen.

Dies berichtet die englischsprachige Webseite Screenrant. In einem Artikel, der einen Mix aus eigenen Erfahrungen des Redakteurs und Nutzermeinungen von Plattformen wie Reddit darstellt, wirft der Verfasser Microsoft und Entwickler The Coalition vor, dass sie die Mikrotransaktionen in den Vordergrund des Mehrspieler-Modus drücken. Mit jedem Update gibt es neue Pakete zu kaufen und der Horde-Modus würde derzeit sogar in eine "Pay 2 Win"-Richtung driften, sprich Spieler können bezahlen, um besser zu werden.

Zur Erklärung: In Gears of War 4 gibt es Kartenpakete, die entweder für Echtgeld oder für eine Spielwährung gekauft werden können. Darin enthalten sind, zumindest laut dem Entwickler, kosmetische Gegenstände, um euren Mehrspieler-Charakter anzupassen. Ähnlich wie in den Beutekisten von Overwatch könnt ihr jedoch beim Kauf eines Paketes nicht beeinflussen was ihr erhaltet, sondern der Zufall entscheidet darüber. Überflüssige Karten können immerhin gegen Schrott umgetauscht werden. Für diese weitere Währung könnt ihr euch anschließend die Karten kaufen, die ihr wirklich wollt.

Im normalen "Spieler gegen Spieler"-Modus gibt es schon nach wenigen Matches genügend Spielwährung, um sich die günstigen Kartenpakete zu kaufen. Beim Horde-Modus sieht das jedoch anders aus. Hier reichen selbst mehrere Stunden Spielzeit teilweise nicht dafür aus. Hinzu kommt, dass in den Horde-Paketen auch Verstärkungen und sogar Waffen enthalten sind, die definitiv einen spielerischen Einfluss auf den Spielmodus haben. Spieler, die Echtgeld investieren, erhalten dadurch stärkere Waffen, bessere Verstärkungen und können sogar mächtigere Befestigungen bauen. Andere, die auf die Spielwährung setzen, müssen hingegen sehr, sehr viel spielen, um sich wenigstens die kleinen Pakete leisten zu können.

Hinzu kommt, dass die Entwickler den Anschein erwecken, dass sie sich auf diese Mikrotransaktionen fokussieren. In den ersten Tagen erschienen drei weitere Kartenpakete zu einem höheren Preis. Ein Kartenpaket gibt es sogar nur 24 Stunden lang. Wer daraus bestimmte Gegenstände erhalten möchte, muss also an diesem Tag sehr viel spielen oder greift alternativ zur Kreditkarte.

In den offiziellen englischsprachigen Spielforen und auf Reddit hagelt es deshalb sehr viel Kritik an Microsoft und The Coalition. Die Spieler sind zu Recht enttäuscht von diesen Geschäftspraktiken und verlieren die Lust am Mehrspieler-Modus von Gears of War 4.

Da bleibt nur zu hoffen, dass die Entwickler reagieren und die Kritik der Spieler ernst nehmen. Ein schlechtes Bild könnte schließlich auch dem angekündigten Film zu Gears of War schaden. Dabei bietet die Spielserie durchaus Potenzial für eine Verfilmung mit ihren extremen Szenen, wie der Blickpunkt "5 epische Momente in Gears of War" zeigt.

Tags: Multiplayer   DLC  

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