No Man's Sky: Beeindruckende Technik, aber wenig Spiel laut Code-Analyse

von Sören Wetterau (19. Oktober 2016)

Vor seiner Veröffentlichung galt No Man's Sky als einer der großen spielerischen Hoffnungsträger des Jahres, mittlerweile dürfte es wohl eine der größte Enttäuschungen sein. Kaum einer spielt noch im Weltraum und selbst von Hersteller Sony gibt es Kritik an Entwickler Hello Games.

Warum die Diskussion um No Man's Sky so hohe Wellen schlägt, verrät euch die Kolumne: "Wieso wird No Man's Sky eigentlich so gehasst?". Was aber hinter No Man's Sky und seinen ganzen Codezeilen steckt, zeigt euch ein Bericht des Technikblogs 3D Game Dev Blog. In einer ausführlichen Code-Analyse verrät der Blogger und Programmierer Greg Waste, wie die Technik von No Man's Sky grob funktioniert.

Das grundlegende Gerüst bezeichnet Waste als clever und vielschichtig. Vor allem Grafiker hätten es einfach, neue Inhalte in No Man's Sky zu implementieren. Dank der prozeduralen Generation würden neue Einzelteile die Kombinationsmöglichkeiten exponentiell erweitern. Bei Hello Games hätten nur wenige Grafiker am Spiel gearbeitet. Laut Greg hätte die doppelte Anzahl schon ausgereicht, um die Inhalte um das Hundertfache zu erweitern.

Die prozedurale Generation der außerirdischen Fauna basiert auf einzelnen Körperteilen, so der Autor. Bevor das Lebewesen generiert wird, ist es im Grunde nur ein Gitter, bestehend aus zahlreichen geometrischen Objekten, die allesamt einen bestimmten Namen haben. Die Spiel-Engine kann daraus nun einzelne Teile nehmen und sie mit anderen vermischen, woraufhin ein neues Tier entsteht. Diese Prozedur wird auch bei Raumschiffen verwendet.

Diese Tiere könnte die Engine von No Man's Sky aus einem einzigen Gittermodell generieren. (Quelle: 3D Game Dev Blog)Diese Tiere könnte die Engine von No Man's Sky aus einem einzigen Gittermodell generieren. (Quelle: 3D Game Dev Blog)

Waste ist sich jedoch nicht sicher, warum die Engine hinter No Man's Sky oftmals solche Tiere gar nicht ausgibt. Er geht davon aus, dass die Chance solch ein Tier zu generieren einfach sehr, sehr gering ist, da alle Objekte dieselbe Chance haben ausgewählt zu werden.

Laut Waste glänzt aber längst nicht alles in No Man's Sky. Hello Games würde das Potenzial seines Gerüsts nicht vollständig ausreizen. Das fertige Spiel sei demnach längst nicht fertig und näher an einer Tech-Demo dran als an einem wirklich vollständigen Spiel. Ähnliches kritisierte der Spielejournalist Geoff Keighley vor wenigen Wochen.

Mit zahlreichen Aktualisierungen und Erweiterungen wäre es jedoch möglich, dass aus No Man's Sky noch ein richtig gutes Spiel wird. Im Test: "No Man's Sky - Gigantischer Überlebens-Trip mit Tücken" konnte das Weltraum-Spiel trotzdem an einigen Stellen durchaus überzeugen.

Tags: Multiplayer   Open World   Singleplayer   Science-Fiction  

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