Let's Plays: Über eine Million Deutsche spenden Geld an Videospieler

von Marco Schabel (20. Oktober 2016)

Schon seit Jahren gibt es den Trend, dass sich viele Videospiel-Fans auch gerne ansehen, wie andere Menschen Videospiele spielen. Was früher noch als Besucher auf dem Sofa eures besser situierten Kumpels mit der Konsole stattfand, ist mittlerweile eine große Unterhaltungssparte im Internet. Sogenannte Let’s Plays gibt es wie Sand am Meer und manche Leute verdienen damit sogar Millionen. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hat eine Studie veröffentlicht, wie viele von euch einen Beitrag zu diesen Summen geliefert haben.

Die Studie basiert auf einer Erhebung des Marktforschungsunternehmens YouGov und hat eine Umfrage unter 2.023 Spielern aus Deutschland als Fundament. Diese Ergebnisse wurden durch den BIU gewichtet und als repräsentativ eingestuft. Demnach haben sich etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland, das entspricht 22 Prozent aller Internet-Nutzer, bereits „Let's Play“-Videos entweder in einem Live-Stream oder als Aufzeichnung angesehen. Unter den 16- bis 24-jährigen unter allen Internetnutzern haben sich zwei Drittel bereits Let’s Plays angesehen, rund 40 Prozent sind zwischen 25 und 34. Selbst unter den älteren Deutschen Internetnutzern ab 55 gibt es noch immer acht Prozent Zuschauer.

Bildquelle: BIU

Knapp ein Zehntel all dieser Spieler, genau genommen 8 Prozent oder 1,15 Millionen Zuschauer, haben sogar schon Geld an die Macher dieser Videos gespendet. Das umfasst noch gar keine Abonnements oder Käufe von Fan-Artikeln der jeweiligen Let’s Player. 25 Prozent der Zuschauer, in Zahlen ausgedrückt 3,6 Millionen Fans, könnten sich vorstellen, Geld an ihre Lieblinge zu spenden. Um welche Summen es dabei geht, lässt die Statistik jedoch offen. Dafür wird deutlich, dass knapp jeder fünfte Internetnutzer des Landes weiß, was Let’s Plays überhaupt sind.

„Dass Let´s Plays zum festen Unterhaltungsformat mit einem Millionenpublikum geworden sind, zeigt nicht nur das deutlich veränderte Mediennutzungsverhalten der jungen Generationen, die den klassischen Formaten zunehmend verloren gehen“, so der BIU-Geschäftsführer Maximilian Schenk. „Es zeigt vor allem auch, was die junge Generation an Games fasziniert: Die fortschreitende Medien-Konvergenz und der Community-Gedanke. So bilden sich um die Spieler herum ganz eigene Fan-Communities, die auch in Zeiten überall verfügbarer Inhalte im Netz freiwillig dazu bereit sind, ihrem Lieblings-Gamer Geld für seine Videos zu bezahlen. Sie schätzen sein Engagement mit einem selbstgewählten Betrag wert, ohne dass sie es müssten. Damit haben Games einmal mehr Vorbildcharakter für andere Medien.“

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