Drogenbeauftragte: Spiele wie Minecraft und World of Warcraft bald ab 16 oder 18?

von Marco Schabel (08. November 2016)

Weil Online-Spiele wie World of Warcraft oder Minecraft potenziell eine Videospielsucht auslösen können, gibt es derzeit Diskussionen in der Politik, die Gefahr einzudämmen. CSU-Politikerin Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, hat sich in einem Interview mit dem Magazin Der Westen geäußert und zu verstehen gegeben, dass die Alterseinstufungen angepasst werden müssten.

Laut Schätzungen der Bundesregierung gibt es in Deutschland knapp 500.000 Menschen, die unter einer Visodpielsucht leiden. Die Krankenkasse DAK geht zudem davon aus, dass jeder 20. Unter den Zwölf- bis 17-Jährigen gefährdet ist, bald ebenso zu diesen Süchtigen zu gehören. Die Schuld daran sehen Marlene Mortler und die Arbeitsgruppe zur Prävention von internetbezogenen Störungen unter anderem bei den Online-Spielen.

Demnach seien insbesondere Kinder und Jugendliche potenziell eher anfällig für eine Online- und Videospielsucht und müssten demnach gesondert geschützt werden. Geregelt werden soll dies im Rahmen einer Anpassung des Jugendschutzes und der Alterseinstufungen der hiesigen Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Auch sollen Online-Spiele nicht länger im Umfeld von Schulen oder Jugendeinrichtungen beworben oder verkauft werden dürfen.

In einer Handlungsempfehlung der Arbeitsgruppe heißt es: „Im Falle kritischer Merkmale im Spieldesign, die ein starkes Suchtpotenzial und eine starke Bindung erwarten lassen, sowie im Falle problematischer Monetarisierungsstrategien in ‚Free to Play‘-Spielen, sollten Spiele regulär eine höhere Altersfreigabe erhalten.“ Das bedeutet, dass diese Spiele durchaus erst ab 16 oder 18 Jahren freigegeben werden sollten. „Erst zwischen 18 und 20 Jahren ist die Fähigkeit zur verantwortlichen Selbstkontrolle überhaupt voll ausgebildet“, so Mortler.

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Sinn und Unsinn in Minecraft

Diese Umsetzung soll auch im Nachhinein erfolgen dürfen um zum Beispiel bereits erschienene Spiele wie Minecraft oder World of Warcraft umfassen. Normalerweise gilt eine Einstufung der USK als gesetzt und kann nicht einmal von der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPJM) umgangen werden.

Zuletzt heißt es, dass auch Einstufungen "ab Null Jahren" überprüft werden sollten. Es gebe keine Beweise dafür, dass Videospiele für Kinder unter drei Jahren ungefährlich sind. Insbesondere im Falle von Smartphone- und Tablet-Spielen sei die Gefahr hier groß. Mit anderen Worten: Eine Einstufung ab Null Jahren gehöre laut Mortler abgeschafft.

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Tags: Indizierung   Multiplayer   Politik  

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