Ubisoft will bald auf kostenpflichtige Erweiterungen verzichten, wenn diese das Spiel erst komplettieren

von Marco Schabel (23. November 2016)

Geht es um herunterladbare Erweiterungen (DLCs), dann mussten viele Spielhersteller schon Kritik einstecken. Häufigste Vorwürfe sind, dass solcher DLC überhaupt nichts für das Spiel tun und überteuert sind. Oder es handelt sich sogar um anscheinend aus dem Spiel herausgeschnittene Passagen, die das Spielerlebnis erst komplett machen. Zumindest letzteres will Ubisoft laut einem Interview von Anne Blonder-Jouin, der stellvertretenden Chefin der Live-Operationen bei Ubisoft, mit dem englischsprachigen Magazin Games Industry nicht mehr tun.

Auch wenn DLCs und Mikrotransaktionen als wichtiger Bestandteil der sogenannten „Monetarisierung“ eines Spiels eine wichtige Rolle spielen und Hersteller wie Take-2 Interactive (Grand Theft Auto 5), Activision (Call of Duty - Infinite warfare) oder Electronic Arts (Battlefield 1) Hunderte Millionen alleine mit Zusatzinhalten verdienen, kommen sie vielen Spielern nicht so gut an. Ein Umstand, der auch dem französisch-kanadischen Entwickler und Herausgeber Ubisoft aufgefallen ist.

Daher möchte das Unternehmen laut Blonder-Jouin künftig, nämlich in den nächsten fünf bis zehn Jahren, eine deutlich vorsichtigere Monetarisierungsstrategie verfolgen. „Mit der Monetarisierung müssen wir sehr vorsichtig sein und mein Team, das dies leitet, stellt sicher, dass die richtige Balance gefunden wird“, so Blonder-Jouin. Wie sie weiter ausführt, bedeutet das nicht nur weniger, sondern einen völligen Verzicht bestimmter DLCs.

Demnach möchte sich Ubisoft in diesen fünf bis zehn Jahren von herunterladbaren Inhalten distanzieren, durch die ein Spiel erst komplett wird - ganz gleich, ob es sich um offenbar herausgeschnittene Inhalte oder jene Inhalte handelt, die die Geschichte des Spiels erst abschließen. Die Spieler sollen mit dem Kauf des eigentlichen Spiels auch die komplette Spielerfahrung erhalten, ohne mehr bezahlen zu müssen.

Das alles bezieht sich natürlich nur auf kostenpflichtige Inhalte, während zum Beispiel eine Kampagnen-Erweiterung durchaus kostenlos angeboten werden kann. Und ganz auf kostenpflichtige Zusatzinhalte verzichten will Ubisoft auch nicht. Stattdessen will sich das Unternehmen auf rein optionale Erweiterungen stützen, also zum Beispiel jene, die kosmetischer Natur sind oder zusätzliche Waffen bieten.

Vorbild scheint dabei der Team-Shooter Rainbow Six - Siege zu sein. Das Spiel gibt euch die Möglichkeit, Waffen-Skins oder Operator-Skins zu kaufen, während alle spielrelevanten Erweiterungen wie neue Karten und Spezialeinheiten komplett kostenlos angeboten werden. Das wird auch in der bereits bestätigten kommenden Saison so weitergehen. Ubisoft kündigt damit ein weiteres großes Umschwenken an, nachdem zuletzt erst angekündigt wurde, den Spielern der Ubisoft-Spiele mehr Freiheit geben zu wollen.

1 von 60

Das erwartet euch bei Rainbow Six - Siege

Rainbow Six - Siege ist eines der ersten Ubisoft-Spiele mit Gratis-Erweiterungen. Diese Bilderstrecke sagt euch, was euch mit Rainbow Six - Siege erwarten wird.

Tags: UPlay   DLC  

Kommentare anzeigen
3DS: Nintendo bietet Belohnung für legales Hacking

3DS: Nintendo bietet Belohnung für legales Hacking

Ausnahmsweise geht es mal nicht um fiese Möchtegern-Hacker, die Online-Server stören oder andersweitig den Vi (...) mehr

Weitere News