Pokémon Go: Darum ist die App laut dem Chef von The Pokémon Company so beliebt

von Marco Schabel (04. Januar 2017)

Die Erfolgs-App Pokémon Go kann sich seit ihrem Erscheinen im Juni 2016 über einige erreichte Meilensteine freuen. Mehr als 500 Millionen Spieler haben die App heruntergeladen und zusammen mehr als 500 Millionen Euro in sie investiert. In einem aktuellen englischsprachigen Interview mit der Webseite Nikkei nannte „The Pokémon Company“-Chef Tsunekazu Ishihara seine Gründe, warum dieser Erfolg überhaupt zustande kam.

Das Entwicklerstudio Niantic und The Pokémon Company haben mit der mobilen App Pokémon Go ganze Arbeit geleistet. Erstmals waren die Spieler eines Pokémon-Spiels tatsächlich (fast) gezwungen, das Haus zu verlassen, um Taschenmonster einzufangen, und sind dabei Milliarden Kilometer gelaufen. Auch wenn das Wetter jetzt in vielen Regionen deutlich rauer geworden ist, gibt es noch immer zahlreiche Spieler - nicht zuletzt dank regelmäßiger Aktualisierungen und Events.

Aber wie konnte Pokémon Go überhaupt so erfolgreich werden? Vor allem im Angesicht seiner 500 Millionen Downloads im Vergleich zu den 200 Millionen physischer Verkäufe der Hauptserie. Geht es nach dem Geschäftsführer der The Pokémon Company hat das aus seiner Sicht vier Gründe.

Zunächst einmal sei es offensichtlich, dass die 20 Jahre alte Pokémon-Serie mit ihren zahlreichen Spielen, der Anime-Serie und den Filmen, ein gewisses Maß an Nostalgie bei vielen Spielern ausgelöst hat. Insbesondere jene Fans seien davon betroffen, die aus dem „Poké-Boom“, also der Zeit stammen, in der die Marke zwischen 1998 und 2000 rapide an Beliebtheit zunahm. Damals haben viele Kinder, Eltern und junge Erwachsene auf der ganzen Welt die Serie kennen und lieben gelernt, was oft bis heute anhält.

Der zweite Grund sind die sozialen Medien wie Facebook und Twitter. Dort wurden Artikel, Bilder und Links rund um Pokémon Go in Massen geteilt und somit wurde die App einem extrem großen Publikum bekannt. So seien auch viele Gelegenheitsspieler auf das Spiel gestoßen und haben es im Anschluss heruntergeladen. Der „The Pokémon Company“-Chef bezeichten dies als „Pokédemie“, die bereits in der ersten Woche nach der Veröffentlichung startete und einen mindestens ebenso großen Einfluss hatte wie der „Poké-Boom“.

Ebenfalls wichtig für den Erfolg von Pokémon Go waren die „Einhörner“, wie Tsunekazu Ishihara sie nennt. Damit bezieht er sich nicht auf Fabelwesen, sondern Startup-Firmen, die schnell einen hohen Marktwert erreichen - wie zum Beispiel das erst 2015 von Google gegründete Studio Niantic. Das kleine Studio war von den Reaktionen überwältigt - immerhin war das Spiel mehr als 50-mal erfolgreicher wie zunächst erwartet - und es kam zu Server-Problemen. Niantic sei damit aber souverän umgegangen und habe dennoch großen Umsatz generieren können.

Zuletzt seien schlichtweg die Fortschritte der Informationstechnik ein weiterer Faktor für den Erfolg von Pokémon Go. Dazu gehört vor allem der standortbasierte Service, der Niantic eine Plattform gegeben hat, auf der aufgebaut werden konnte. Insgesamt sei aber einfach eine Chance genutzt und Pokémon Go zu einem großen, wenngleich kurzfristigen Erfolg geworden. Ob die App den angepeilten Lebenszyklus wie World of Warcraft erhalten kann, bleibt abzuwarten.

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