Swatting in Deutschland: Verursacher erhält Haftstrafe

von Frank Bartsch (17. Januar 2017)

(Bildquelle: Datenschutzbeauftragter.de)

Am 16. Juli 2015 rückt die Feuerwehr aus, um einen vermeintlichen Brand im bayerischen Altschauerberg zu löschen. Doch der gemeldete Brand stellt sich als Täuschung heraus. Dieser erste Fall von "Swatting" in Deutschland führte nun zu einer Verurteilung mit einer Freiheitsstrafe.

Als "Swatting" wird eine Aktion bezeichnet, bei der jemand ein Einsatzkommando, bestehend aus Polizei oder auch Feuerwehr, unter Angabe von frei erfundenen Gründen zu jemand anderem ins Haus schickt. In den Vereinigten Staaten tauchten bereits 2014 erste Fälle von Swatting auf. Erschreckend oft ist der Anlass für solch eine Tat, wenn zum Beispiel jemand in einem Online-Spiel einem anderen Spieler unterliegt.

News zu Games, Cheats, Konsolen & mehr! Jetzt direkt per WhatsApp auf dein Smartphone. Starte jetzt!
1
Klicke unten und speichere die Nummer als „Spieletipps”!
2
Schicke uns eine Nachricht mit dem Wort „Start”. +4915792383604

Im Sommer 2015 ereignete sich dann auch in Deutschland der erste Swatting-Fall aufgrund einer Falschmeldung an die bayerische Feuerwehr. Der Übeltäter hetzte dem Youtuber "Drachenlord" die Feuerwehr auf den Hals. Die Einsatzkräfte waren bereit, das Haus des Youtubers zu stürmen, um den gemeldeten Brand zu löschen und Leben zu retten. Doch vor Ort gab es keinen Notfall.

Die Rettungskräfte fehlen wegen solch einer Dummheit eventuell an anderer Stelle, wo ihr Einsatz tatsächlich vonnöten ist. Außerdem wird in Kauf genommen, dass Menschen verletzt werden, vor allem wenn Polizeikräfte mit vorgehaltener Waffe ein Gebäude stürmen.

Der erste deutsche Fall führte nun zu einer Verurteilung. Alexander S., der verantwortlich für diese Fehlinformation gewesen ist, erhält nun eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten. Der 24-jährige hatte wohl öfter Fehlinformationen gestreut und den besagten Youtuber in mehreren Fällen belästigt, wie es seitens des Oberlandesgerichts Nürnberg heißt. Das Urteil lautet auf Missbrauch von Notrufen (so wird das das Swatting im Prozess bezeichnet) und umfasst noch andere Straftaten des Angeklagten, wie zum Beispiel Bedrohung und Störung des öffentlichen Friedens.

Leider hat es mittlerweile nun schon mehrere Fälle von Swatting auch in Deutschland gegeben. Diese erste Verurteilung inklusive der harten Strafe dürfte der Justiz aber als Präzedenzfall dienen.

Falls ihr euch fragt, warum ausgerechnet in dieser Meldung eine Bilderstrecke von Pokémon Go vorhanden ist: Auch als Spieler der harmlosen Taschenmonstersammelei seid ihr nicht vor Swatting gefeit.

Tags: Multiplayer   Politik  

Kommentare anzeigen
One Piece: Neue Realserie könnte laut Produzent Kostenrekorde brechen

One Piece: Neue Realserie könnte laut Produzent Kostenrekorde brechen

Der Produzent der kürzlich angekündigten Realserie von One Piece hat über die offenbar hohen Ambitionen (...) mehr

Weitere News