Streit um Rundfunk-Lizenz: European Web Video Academy richtet offenen Brief an die Landesmedienanstalten

von Sören Wetterau (23. Mai 2017)

Unter dem Motto "Jeder Mensch hat das Recht, sein Publikum zu finden" veröffentlicht die European Web Video Academy, die jährlich die Verleihung des Deutschen Webvideopreis organisiert, einen offenen Brief an die Landesmedienanstalten.

Darin werfen die beiden Geschäftsführer und Gründer Markus Hündgen und Dr. Dimitrios Argirakos den Behörden unter anderem vor, dass sie zu bürokratisch arbeiten. Der Webvideomarkt würde außerdem keine "verschärften Regulierungen" benötigen, sondern "nachhaltige Wachstumsimpulse und intelligente Antworten", so der Wortlaut auf der Webseite der European Web Video Academy.

News zu Games, Cheats, Konsolen & mehr! Jetzt direkt per WhatsApp auf dein Smartphone. Starte jetzt!
1
Klicke unten und speichere die Nummer als „Spieletipps”!
2
Schicke uns eine Nachricht mit dem Wort „Start”. +4915792369701

Des Weiteren stellt der offene Brief die folgenden Forderungen an die Landesmedienanstalten:

  • faire, transparente und zukunftsorientierte regulatorische Rahmenbedingungen und der Gesetzgeber soll das Recht, dass jeder Mensch sein eigenes Publikum finden kann, als wichtiges Gut und allgemeines Recht begreifen, sowie beschützen
  • Menschenwürde, Jugend- und Nutzerschutz sind unumstößliche Schutzgüter, auf die sich konzentriert werden sollte
  • die festgelegte Lizensierungspflicht von Medieninhalten soll zu einer qualifizierte Anzeigepflicht wie bei Radioangeboten werden - der Inhaltsproduzent wiederum verpflichtet sich seine Kontaktdaten bei der Landesmedienanstalt zu hinterlegen
  • Bis zu einer Lösung, sollen die notwendigen Gebühren für einen Lizenzantrag, die aktuell bei mindestens 1.000 Euro stehen, auf ein faires Maß heruntergesetzt werden. Als Obergrenze für Personen ohne kommerzielle Verwertung sollten nicht mehr als 25 Euro angesetzt werden.
  • die Antragsverfahren sollten beschleunigt und entbürokratisiert werden
  • die Aufzeichnungspflicht für Livestreams sollte ersatzlos gestrichen werden. Zulassungen müssen zeitlich unbegrenzt oder mindestens für einen deutlich längeren Zeitraum vergeben werden.

Zu guter Letzt fordert die European Web Video Academy außerdem die Landesmedienanstalten zu einem konstruktiven Dialog auf, um "puren Aktionismus" und "nicht absehbare Kollateralschäden" zu vermeiden.

Der offene Brief der European Web Video Academy ist eine Reaktion auf die Ereignisse der vergangenen Wochen: Erst musste PietSmiet TV den Sendebetrieb ihres Livestreams aufgrund einer fehlenden Rundfunklizenz einstellen, ehe es wenig später auch Gronkh getroffen hat.

Ganz unabhängig von einer Rundfunklizenz dürft ihr ein paar Spiele auf Twitch.tv gar nicht zeigen. Der Grund dafür liegt zumeist bei nackter Haut, die beim Livestream-Dienst nicht allzu gerne gesehen wird.

Tags: Politik   Livestream  

Kommentare anzeigen
Playerunknown's Battlegrounds: Spieler gewinnt Partie trotz Abwesenheit

Playerunknown's Battlegrounds: Spieler gewinnt Partie trotz Abwesenheit

Ein Spieler erreichte den ersten Platz eines Matches in Playerunknown's Battlegrounds, ohne in den letzten Minuten anwe (...) mehr

Weitere News