Sofortmaßnahmen: Jugendschutz wird verschärft

von SOS-Team (13. Februar 2007)

Das für das USK federführende Bundesland Nordrhein-Westfalen und das Bundesfamilienministerium entwickeln ein Sofortprogramm zum wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor extrem gewalthaltigen Computerspielen.

Hauptsächlich geht es um die "Verschärfung des Jugendschutzes", wo extrem gewaltbeherrschte Trägermedien, zum Beispiel Computerspiele und Videos, in Zukunft per Gesetz automatisch für Kinder und Jugendliche verboten werden und nicht erst durch ein Prüfverfahren durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien durchlaufen werden müssen - solche Medien dürfen dann nur in gesonderten Geschäften und an Erwachsene verkauft werden.

Weiter wird formuliert, dass die Schwelle, ab der das automatische Verbot in Kraft tritt, gesenkt wird: Es reicht in Zukunft schon aus, wenn das ganze Spiel von Gewalt beherrscht wird, auch ohne dass Gewalt verherrlicht wird (§ 15 Abs. 2 JuSchG). Weiter wird geschrieben, dass die Indizierungskriterien der BPjM erweitert werden: Indiziert werden künftig Spiele, in denen deutlich visualisierte Gewaltanwendung mit 'Leben sammeln' oder Erreichen eines weiteren Levels belohnt wird. Ebenso wenn Mord- oder Metzelszenen detailliert dargestellt werden.

Außerdem sollen auch künftig die Hinweise auf Spielumpackungen ähnlich wie bei den Zigarettenumpackungen vergrößert dargestellt werden, da die heutigen Kennzeichen aufgrund ihrer winzigen Größe "fast nur mit der Lupe zu lesen seien und nichts bringen würde", so Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.

Händler, die aufgrund des neuen Gesetzes Spiele an Kinder und Jugendliche verkaufen, die für sie nicht bestimmt nicht, machen sich strafbar. Die gesetzliche Zulassung von jugendlichen Testkäufern durch die zuständigen Behörden, damit diese besser kontrollieren können, wird ebenfalls in die Wege geleitet.

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