Drei Ebenen rotierender Plattformen haben wir nun anwesend. Wir springen nacheinander von dieser tiefsten Ebene über die mittlere auf die innere, höchste, Ebene. Die innere Plattform schwebt frei. Von ihr können wir den ersten rotierenden Kreis des zentralen CORE erreichen. Eine seiner Hangelkanten. Von den Hangelkanten des ersten Kreises springen wir dann also aufwärts zu den Hangelkanten des zweiten Kreises. Er fährt mit uns herum, bis wir eine Hangelkanten-Leiter nach oben erreichen, die wir zum Klettern benutzen. An ihrer Endstelle können wir um die Ecke hangeln, und dann aufwärts springen, um danach weiter hinaufzusteigen.
So erreichen wir den obersten rotierenden Kreis. Hier wird Jaqueline Natla ein letztes Mal versuchen, uns zu attackieren - aber wir weichen mit einem Sprung nach oben aus.
Bei der Rotation des "Kreises" oder "Core-Spin" erreichen wir die letzte noch nicht zerstörte "Strebe". Wir lassen uns auf sie abgleiten und gleiten an ihr bis zum Pylon hinunter.
Und hier können wir nun den letzten Energiestein zerstören.
Und damit ist die "Bohrinsel" Natla's Geschichte und Jaqueline Natla muss ein wiederholtes Mal einsehen, dass sie nicht die Welt unterdrücken kann, wenn sie LARA CROFT gegen sich hat!!
Und wir haben also über den einführenden Mittelmeer-Teil, der einsetzt, als Lara Croft vermeintlich vor Gelangweiltheit mit der Geschichte der Menschheit ihr eigenes Croft-Manor in einer gewaltigen Explosion in Flammen aufgehen lässt um dann letztlich nach den entscheidenden Hinweisen beim zweiten Besuch von Croft-Manor auf die Reliquien der Nordland-Mystik um die Midgard-Schlange, an deren Gift die ganze Welt zu Grunde gehen könnte, und Thor, der auch selbst in ihrem Gift sterben würde, hingewiesen zu werden.
Thor's Reliquien, seine Handschuh, seinen Gürtel und seinen Hammer, galt es im Verlauf des Spiels zu finden, um Zugang zu den von den letzten Horden der Midgard-Schlange - oder treffender Jaqueline Natla's, die sich anscheinend Amanda Evert aus "Legend" zur Haus-Sklavin gemacht hatte - bewehrten Pools Jörmungandr's und damit zum finalen Hide-Away im Nordmeer zu bekommen.
Hier im Nordmeer konnte die südländische Lara Croft das kalte nordländische Temperament Jaqueline Natla's und Amanda Evert's zügeln, sie ihre Allmacht-Wahnvorstellungen ihrer eigenen verkommenen blauäugigen Rasse, die die braunäugigen Qualopecs und Tihocans schon im ersten Teil des Spiels verraten hatten, um eine imaginäre Weltherrschaft zu erlangen, besiegen lassen.
Die Geschichte um ihre Mutter, die sie im Kloster in Nepal durch das "Portal" hatte verschwinden sehen, scheint sich final zu beschließen. Natla, Amanda, Lara Croft - sie waren schließlich einst Kommilitonen, gute Freunde, hatten eine großartige Zusammenarbeit gepflegt - warum sollten nicht alle Menschen Freunde sein können? Das Zusammenleben schließt sicherlich nicht aus, dass man sich auch einmal gehörig die Meinung sagt. Aber - "es lebt kein Mensch vom Moos allein". Also muss auch jeder seine reale Existenz erhalten können. Und seine Identität. Und wenn Lara am Ende wieder einmal fragt "Geht es nicht auch ohne Waffen?", und sich die beiden Damen dann durch das Portal zoomen, glaubt man doch eigentlich, dass alle Menschen auf der Welt, ob das nun Braunäugige oder Blauäugige seien, Schwarze/Farbige oder - und wer redet schon einmal über SIE? GRÜNÄUGIGE ... ICH kenne RICHTIGE grünäugige Menschen, und glaube manchmal auch einfach, dass es schöner wäre, wenn eine einzige Population Grünäugiger endlich dem Zoff umdieses Gehabe allerorten ein Ende bereiten würde, gute Freunde sein können. Dazu müssen nicht zwingend die Fetzen fliegen. Man kann einander auch die besten Seiten zeigen. Sicherlich muss jeder Mensch STARK sein. Aber Übermächte haben uns immer nur gezeigt, dass alles auf Kampfposition stand, sei dies in Mitteleuropa im zweiten und ersten Weltkrieggewesen, oder sei dies auch manchmal in Süd-Ost-Asien oder China, wenn totalitäre Regimes einfache Bürger eliminieren ... . Die BESTEN Seiten sind nicht unbedingt die STARKEN. Auch Temperament, Gefühle, Gemütlichkeit, Lebenslust möchten ausgelebt werden. Und nicht unterdrückt, repressiert oder verlacht.
Und so bleibt mir nach dem "Absolvieren" des diesjährigen Abenteuers "Underworld" auch einmal nur wieder meine virtuelle Freundin Lara Croft. Eine virtuelle Ikone, die mir immer ihre besten Seiten gezeigt hat. Keine reale Freundin aus Fleisch und Blut - ich lebe schon seit Jahren ganz allein, die Wege meiner Frau und meiner Wenigkeit haben sich in Liebe getrennt. Und wenn ein Mann dann abends im Bett, beim pädagogisch-wertvolle-Bücher-Lesen, eine Stunde lang Tränen ins Kopfkissen weint, weil er immer noch seine erste Freundin abgöttisch liebt, die Mutter ihrer gemeinsamen Nachfahren, für die er immer noch ALLES bereit ist zu tun - warum soll ihn da nicht auch eine Lara Croft ein bisschen über sein nie stattgehabtes reales Leben hinwegtrösten? Wenn einem das Leben so wenig Liebe entgegengebracht hat, wie mir, ist einem Lara Croft SCHON ein GUTER Trost.