Ratchet & Clank: Warum diese Spielereihe auch noch in 20 Jahren gut sein wird

(Kolumne)

von Michael Sonntag (06. Mai 2019)

Kennt ihr das, wenn ihr Lust habt, irgendetwas Bestimmtes zu zocken, aber nicht genau wisst, welches Spiel eure Bedürfnisse gerade erfüllt? So einen Moment hatte ich kürzlich erst wieder und ich wusste nur, dass es ein Spiel sein muss, das irren Humor mit spaßigem Gameplay und ausgefallenen Welten kombiniert. Und dann fiel mir wieder ein, welche Spielereihe diese Kombi für alle Zeiten perfektioniert hat.

Das ist das neueste Abenteuer des legendären PlayStation-Duos:

Das merkwürdigste Space-Märchen aller Zeiten

Vorab: Selbstverständlich werden im Jahre 2039 alle Gamer nur noch mit VR-Anzügen spielen und über ein cartooniges "Jump and Run"-Action-Adventure wie Ratchet & Clank lachen. Aber ich werde das nicht tun, weil diese Spielereihe erstens immer schon perfekt war, ist und sein wird - und weil ich zweitens ein Fanboy bin. Aber unabhängig davon glaube ich, dass jeder Spieler garantiert einem der mittlerweile 13 Abenteuer dieses PlayStation-Duos etwas abgewinnen kann, und sei es auch nur ein einziger Aspekt. Und wenn ich diesen Artikel nur schreibe, weil mich gerade niemand davon abhalten kann, weil alle gleichzeitig Mittagspause machen.

Der Humor

Allein der Anfang der Reihe hört sich wie ein Witz an - und danach geht es sofort klamaukig weiter. „Es war einmal eine Weltraumkatze, die an einem Raumschiff arbeitete. Sie konnte das Schiff nicht fertigstellen, weil ihr ein Roboterzündsystem fehlte. Damit wäre die Geschichte eigentlich schon erzählt gewesen, wenn nicht einen Moment später ein Roboter mit genauso einem System vom Himmel gestürzt wäre, der das Universum retten wollte.“ Von da an unternehmen die beiden einen Road-Trip mitten durchs All, von einem Planeten zum anderen, um einer Alien-Spezies nach der anderen die Hand, die Flosse oder die Pfote zu schütteln.

Al ist ein Genie, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Und ja, auf den zweiten auch nicht.Al ist ein Genie, auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Und ja, auf den zweiten auch nicht.

Es sind nicht nur die Hauptcharaktere, die sich gegenseitig auf den Arm nehmen, oder die Nebencharaktere, die allesamt eine Therapie brauchen - die Videobotschaften und Werbungen innerhalb der Welt tragen ebenfalls einen großen Teil dazu bei, zu verdeutlichen, wie unglaublich bescheuert dieses Sternensystem ist, das ungetestete Waffen verkauft, an merkwürdigen Phänomenen forscht oder an halsbrecherischen Sportarten teilnimmt. Egal, wie ich oft ich die Reihe anfange, dieser Slapstick-Humor bringt mich immer noch zum Lachen oder zumindest zum Schmunzeln oder Kopfschütteln.

Das Gameplay

Um sich durchzuschlagen, steht Ratchet nicht nur sein Roboterfreund Clank zur Seite, der ihn als Multi-Rucksack extrem agil und flink macht, sondern auch eine große Anzahl von Waffen. Hierbei geht es nicht zwangsläufig um Tödlichkeit und Effektivität, sondern auch um witzige Arten, Gegner unschädlich zu machen, wie beispielsweise sie in Enten zu verwandeln.

Eine Weltraum-Odyssey: Von Lava zu Wasser, von der Hölle bis zum Himmel, von wunderschön bis gefährlich.Eine Weltraum-Odyssey: Von Lava zu Wasser, von der Hölle bis zum Himmel, von wunderschön bis gefährlich.

Der flummiartige und vor Farben aufblitzende Kampf geht immer wieder in Kletter- und Rätselpartien über, die zwar nur selten große Kopfnüsse darstellen, aber stets Gelegenheit bieten, auf interessante Weise mit der Welt zu interagieren - Kanalisationen zu füllen, Konstruktionen zu bewegen und Energie umzuleiten. Schließlich ist Ratchet in seinem Lombaxfell immer noch ein Mechaniker, wenn er nicht gerade für die Regierung arbeitet, als Gladiator auftritt oder sich als Rennfahrer versucht. Richtig, Spielmechaniken können altern, dieser hundertfache Abwechslungsreichtum kann es trotzdem nicht.

Die Welten

Ich habe es bisher nicht erwähnt, aber gerade bei diesem Aspekt sollte ich anmerken, dass die Qualitäten von Ratchet & Clank nicht von ungefähr kommen - Der Entwickler ist Insomniac Games und hat bereits mit den Spyro-Spielen bewiesen, dass er zwar noch nicht den Stein der Weisen oder die Büchse der Pandora entdeckt hat, aber eine unerschöpfliche Quelle an Phantasie.

Die Welten der Spielereihe fühlen sich für mich so an, als seien sie aus den Cartoon-Serien meiner Kindheit entsprungen oder zumindest mit ihnen verwandt. Jedes Level ist eine zwanzigminütige Wundertüte, die am Ende wieder am Anfang ankommt, mit einer kleinen Geschichte die Geschichte eines ganzen Planeten erzählt und einzigartige Aktivitäten vorstellt.

Durch eine Schneewüste mit einem SciFi-Schlitten düsen, durch einen Ozean tauchen, sich mit einem Raumschiff durch Asteroiden zwängen - Ich habe Spaß wie auf einem Spielplatz und erzähle mir gleichzeitig selbst ein Märchen von einem Duo, das mir über die Teile immer mehr ans Herz wächst. Wer es schon gespielt hat, wird mir zustimmen. Wer es noch nicht gespielt hat, soll es nachholen und mir nachher zustimmen.

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Tags: Science-Fiction  

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