Arbeiten als Videospielredakteur: Vergeht der Spaß an Spielen, wenn man Games-Redakteur wird? - Seite 2

(Special)

spieletipps-Redakteur René: Wir haben doch keine Zeit

Eines vorweg: Wenn sich etwas in der Zeit, in der ich mit Videospielen arbeite, nicht verändert hat, dann ist es die Lust an und am Spielen. Es gibt Phasen, in denen sich Releases und Anspieltermine überschlagen, so dass ich durch das Testen und Auswerten eine Zeitlang gesättigt bin. Aber ich hatte bisher noch nie das Gefühl, dass mir durch die redaktionelle Arbeit der private Spaß an Videospielen genommen wurde. Es kennt ja sicher jeder die Geschichte vom Mitarbeiter im "Fast Food"-Restaurant, der privat kein Fast Food mehr anrühren kann. Ich bin froh, dass meine Freude am Zocken noch die Gleiche ist.

Trotz großem Stapel unangetasteter Games lockt René derzeit dieses Spiel immer wieder privat an die Konsole:

Was sich allerdings geändert hat, ist die Zeit, die ich fürs Zocken habe. Sowohl in der beruflichen Ausbildung als auch im Studium hatte ich deutlich mehr davon, und damit euch eher den Nerv, mich nach Erledigung meiner Pflichten an ein Spiel zu setzen. Dadurch zocke ich mittlerweile seltener privat. Und bin auch davon weggekommen, aus Prinzip Spiele zu beenden, wenn gefühlt die Luft raus ist.

Wenn ich einen Effekt benennen müsste, der in direktem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit steht, dann ist es wohl der, den die wachsende Erfahrung mit sich bringt. Die Auseinandersetzung mit bestimmten Schemata, die in gleicher oder ähnlicher Form auf eine Vielzahl von Spielen angewandt wird. Diese führt dazu, dass die Wahl meiner privat gespielten Spiele – so wie bei Kollege Alex - noch etwas strenger geworden ist. Wenn ich merke, dass es sich um ein Spiel handelt, das mir wenig bis nichts Neues bietet, wird es schneller uninteressant für mich und auch Let’s Plays schaue ich mir dann nicht mehr in dem Maße an, wie ich es vor einigen Jahren noch getan habe.

Andererseits fördert die Arbeit als Redakteur auch die Bandbreite an Spielen und Genres, mit denen ich in Berührung komme. Somit sortiere ich also für den privaten Genuss zwar stärker aus, erweitere aber stetig meinen Horizont und die Vielfalt mir bekannter Spieletypen. Das weiß ich sehr zu schätzen, selbst wenn es dann manchmal nur bei einem Anspielen bleibt.

"GIGA GAMES"-Redakteurin Lisa: Triple A ist okay

Ich glaube, bei mir hat sich gar nicht allzu viel geändert. Ich habe schon immer Story-Spiele bevorzugt, auf ausgefeiltes Art-Design und neuartige Gameplay-Entscheidungen geachtet. Was sich geändert hat, ist die Motivation dahinter. Diese Spiele sind nun mal meist die günstigsten, einfach weil sie keine allzu große Zielgruppe haben – im Gegenzug zu klassischen AAA-Titeln. Und damals galt es einfach noch, so viel Geld wie möglich zu sparen. Inzwischen habe ich durch meinen Job natürlich unbegrenzten Zugang zu AAA-Titeln – und trotzdem sind es immer noch diese kleineren, besonderen Projekte, die mich begeistern.

Natürlich gibt es durch meinen Job trotzdem einige Änderungen in meiner Wahrnehmung von Spielen. Zum einen verteufle ich nicht mehr AAA-Produktionen. Natürlich – meistens werden sie nur entworfen, um möglichst viel Gewinn zu generieren und sind dementsprechend generisch. Und trotzdem: Interessante Punkte, die begeistern, lassen sich in ihnen auch finden. Da wäre Uncharted 4 mit seinem enorm guten und intuitiven Gameplay. Oder Star Wars - Battlefront, dessen Shooter-Gameplay einfach unfassbar befriedigend ist, auch für Neueinsteiger.

Außerdem stelle ich inzwischen viel besser und schneller Verknüpfungen zwischen ganz neuen Spielen und Titeln her, die dem vielleicht ähneln oder Vergleichbares versucht haben. Das liegt natürlich an den zahlreichen Videospiel-Erfahrungen, die ich durch meinen Job sammeln konnte – und die mir wahrscheinlich immer verschlossen geblieben wären, wäre ich nicht Videospiel-Redakteurin geworden.

Auch Redakteurin Kamila von GIGA GAMES hat Veränderungen bemerkt, seitdem sie beruflich mit Spielen zu tun hat. Besonders gravierend sind allerdings die, von denen unsere Guide-Autoren Marco und Sergej berichten. Klickt dazu auf die nächste Seite!

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