Arbeiten als Videospielredakteur: Vergeht der Spaß an Spielen, wenn man Games-Redakteur wird? - Seite 3

(Special)

spieletipps-Redakteur Marco: Alles schlimmer geworden?

Ich komme sehr oft nicht dazu, Spiele zu beenden, obwohl sie mir gut gefallen. Auch Multiplayer-Shooter habe ich früher über Monate aktiv gespielt, das ist jetzt fast gar nicht mehr möglich. Das liegt hauptsächlich an den vielen Releases die wir als Guide-Schreiber irgendwie alle bedienen wollen und müssen.

Diesen Brocken hat Marco seit kurzem in der privaten Sammlung - ob er dafür Zeit findet?

Ich verbringe zudem weniger Zeit mit schlechten Spielen. Ich hake diese Erlebnisse schneller ab, weil ich viele Alternativen zur Auswahl habe. Früher als Schüler haben 60 Euro für ein Spiel ziemlich weh getan und daher habe ich auch Spiele beendet, die ich vielleicht gar nicht beenden wollte.

Beim Spielen allgemein hat sich nur ein Detail verändert: Früher bin ich in jede Ecke zweimal gelaufen, um alle Sammelobjekte zu finden, heute suche ich aber gezielt nach Problemen. Wo könnten Schwierigkeiten aufkommen, welche Waffe ist die beste, welche Taktik bietet sich für den Boss an? Mir schwirren viele Fragen im Kopf herum, die mich auch schon mal vom Spielgeschehen ablenken.

Früher hatte ich einfach Spaß an Videospielen. Heute nehme ich sie viel zu sehr technisch auseinander und ärgere mich über Kleinigkeiten. Das alles hört sich sehr negativ an, ich habe aber immer noch Spaß an Videospielen, keine Sorge!

"GIGA GAMES"-Redakteurin Kamila: Lieber kurze Spiele

Bei mir ist es ähnlich wie bei vielen meiner Vorredner. Früher war ich auch eher der Gamer-Typ, der nur ein paar Spiele zu Hause hatte, die aber dafür länger und intensiver gespielt hat. Dementsprechend überwältigt war ich, als ich als Videospiel-Journalistin angefangen habe und es hieß, dass ich nur eine Woche habe, um ein Spiel zu testen. Das hat insofern mein privates Spielverhalten geprägt, dass ich jetzt teilweise sogar Spiele mit kurzer Spieldauer bevorzuge, weil ich mir dabei keine Sorgen machen muss, das Spiel nach ein paar Wochen wieder weglegen zu müssen, weil der nächste Titel auf mich wartet.

Früher habe ich Spiele auch einfach nur "zum Spaß" gespielt. Mittlerweile nehme ich Games viel bewusster wahr und achte auf Details, aus denen man eventuell eine Story für einen Artikel stricken kann.

spieletipps-Redakteur Sergej: Romantik adé

Mein Spielverhalten hat sich extrem gewandelt. Da ich hauptsächlich Tipps, Guides und Komplettlösungen schreibe, ist entspanntes Zocken oftmals nostalgische Utopie. Zur Berufskrankheit gehört es, dass ich jeden Pixel ganz genau abgrase, mir ständig Notizen mache, bei Entscheidungen alle Optionen ausprobiere und regelmäßig meine dutzenden Spielstände neu lade, um Spielabschnitte zu wiederholen. Nebenbei werden zudem ständig Screenshots geknipst und Videos aufgenommen. Da ich abseits von der Konsole auch viel für Guides recherchieren muss, spoilere ich mich regelmäßig über kommende Inhalte des Spiels.

Dieses Spiel lässt Sergejs Gamer-Herz aber doch wieder höher schlagen:

Früher war ich ein relativ langsamer Spieler. Voller Ehrgeiz wollte ich in jedem Spiel alles entdecken und jede Trophäe freischalten. Dafür kann ich mich aus Zeitmangel nicht mehr begeistern und bin oftmals froh, wenn die Spielzeit etwas kürzer ausfällt.

Puh, das liest sich echt schlimm. Ganz so unromantisch ist meine Beziehung zu Videospielen aber nicht. Richtig gute Spiele schaffen es, den Arbeitsgedanken aus meinem Hinterkopf zu vertreiben. Dann bin ich voll und ganz in der Spielwelt und versenke unbemerkt auch mal 300 und mehr Spielstunden, wie in The Legend of Zelda - Breath of the Wild.

Es ist wohl immer mit gewissen Zugeständnissen verbunden, wenn man das eigene Hobby zum Beruf macht. Aber wie ihr feststellen könnt, muss das nicht immer etwas ausschließlich Negatives bedeuten. Jetzt wo ihr die Beiträge gelesen habt: Könntet ihr euch vorstellen als Games-Redakteure zu arbeiten oder schrecken euch diese Erfahrungsberichte eher ab? Schreibt es uns in die Kommentare!

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