Dieses eine Spiel: Darum ist A Plague Tale mein bisheriges Highlight des Jahres

(Kolumne)

von René Wiesenthal (06. Juni 2019)

Einige lang erwartete Spiele kamen schon in diesem Jahr heraus. Ausgerechnet eines, das ich vor Release nur am Rande wahrgenommen hatte, hat sich nun zu meinem bisherigen Jahres-Highlight gemausert: A Plague Tale – Innocence. Ich möchte euch sagen, wie es das Spiel geschafft hat, dass ich seit einiger Zeit mal wieder etwas durchgespielt habe und warum auch ihr einen Blick darauf werfen solltet.

Lehnt euch zurück und lasst euch auf dieses intensive Abenteuer ein:

Ihr alle habt es wahrscheinlich: Dieses eine Spiel, das euch aus ganz unterschiedlichen Gründen am Herzen liegt. Vielleicht liegt das gar nicht nur am Spiel selbst, sondern auch an den Umständen, wie ihr es gezockt habt: Eurer Kindheit oder Jugend. Die Menschen, mit denen ihr es gespielt habt ... An dieser Stelle wollen wir euch von unseren ganz subjektiven und persönlichen Spiel-Geschichten erzählen.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

Ich möchte gar nicht behaupten, dass das Spielejahr 2019 bisher ein Reinfall war. Nur fehlten mir persönlich – ähnlich wie dem Kollegen Michael – noch die außergewöhnlichen Spiele, die aus der Masse hervorstechen. Das kann durchaus daran liegen, dass ich angesichts der zwischenzeitlichen Spieleflut das eine oder andere interessante, kleinere Spiel verpasst habe. Mit A Plague Tale – Innocence hätte es ähnlich laufen können – zum Glück wurde ich durch positive Stimmen innerhalb und außerhalb der Redaktion neugierig genug, es mir zu kaufen.

Eine Geschichte, die sofort reinzieht

Bevor ich auf spielerische Elemente von A Plague Tale zu sprechen komme, muss ich den Aspekt erwähnen, der mich direkt von Sekunde eins an ins Spiel gezogen hat: Die Erzählung. In A Plague Tale steckt eine ganze Menge DNS von The Last of Us – das beginnt schon bei der stimmungsvollen und emotionalen Introsequenz, die von idyllischer Ruhe in aufwühlendes Chaos umschlägt.

Zu Beginn des Spiels scheint die Welt noch in Ordnung.Zu Beginn des Spiels scheint die Welt noch in Ordnung.

Schon in diesen ersten Momenten bekam ich den Eindruck, es mit einem besonderen Spiel zu tun zu haben. Und der hat sich im Laufe der Geschichte bestätigt: Ich lernte interessante Figuren kennen, die mir ans Herz gewachsen sind, erlebte erzählerische Überraschungen und Gänsehautmomente. Das Sahnehäubchen: Endlich hatte ich Widersacher, deren Absichten interessant, die eindrucksvoll inszeniert sind und die mich tatsächlich einschüchterten.

Die Story packt euch, das Design hält euch bei der Stange

Das Design von A Plague Tale ist nahezu perfekt.Das Design von A Plague Tale ist nahezu perfekt.

Fairerweise: In Sachen Gameplay ist A Plague Tale nicht das Gelbe vom Ei. Wer sich zum Beispiel an der vor allem zu Beginn etwas fummeligen Zwillenmechanik stört, könnte seine Probleme mit dem Spiel bekommen. Allerdings macht A Plague Tale diesen und andere, kleinere Makel durch sein nahezu perfektes Design wieder wett.

Das bedeutet konkret: A Plague Tale erzeugt einen einnehmenden Spielfluss, der niemals eintönig wird. Denn das Spiel lässt euch eine eingeführte Mechanik so lange wiederholen, bis ihr sie richtig beherrscht und gibt euch dann direkt die nächste an die Hand. Und fast jede von ihnen stellt eine sinnvolle Ergänzung der vorherigen dar.

Die perfekte Größe

Die einzelnen Spielabschnitte sind dabei gerade groß genug, um zum Erkunden nach Geheimnissen und Beute abseits des Weges einzuladen, aber niemals so ausufernd groß, dass sie überfordern oder vom eigentlich Spielgeschehen ablenken.

Zudem habe ich schon lange kein Spiel mehr gezockt, in dem die mir gestellten Aufgaben so gekonnt in das Szenario greifen. Laternen in der Dunkelheit bekommen dadurch beispielsweise gleich drei verschiedene Funktionen: Sie weisen mir den Weg, sie erzeugen eine dichte Atmosphäre und sie können als spielerische Elemente von mir geschickt einbezogen werden, um Gegner oder andere Hürden zu überwinden. So kann ich irgendwann im späteren Spielverlauf Lichter löschen, damit nahestehende, feindliche Soldaten vom Rattenschwarm überfallen werden.

Die Ratten selbst verbinden ebenfalls diese vielfältigen Funktionen – stellen sie neben Elementen ausgefallener Knobel- und Geschicklichkeitsaufgaben doch immer auch einen wichtigen Teil der Handlung dar, sind ständige Bedrohung und Ekelfaktor. Das Gameplay begleitet die Erzählung damit auf unaufdringlich intuitive Art.

Die Musik, Leute, DIE MUSIK!

Es gibt noch viel mehr, das ich an A Plague Tale loben könnte. Das es trotz kleinerer Patzer zu etwas Besonderem in dem für mich bisher eher faden Spielejahr macht. Aber damit ich mich nicht in Details verliere, schließe ich mit etwas ab, das mir wohl auch in Jahren noch in Erinnerung bleiben wird: Die Musik!

Für einen Überblick über die wichtigsten Elemente des Spiels, schaut das Video:

Schlicht ist sie meist, oftmals eine Reprise eines zuvor gehörten Stückes. Es zieht sich ein musikalischer roter Faden durch das gesamte Spiel, alle Stücke tragen unverkennbare Gemeinsamkeiten, nur dass sie je nach Situation von sorglos über vorsichtig optimistisch bis hin zu bitterböse variieren. Eines sind sie immer: Wunderschön.

Wenn ihr wissen möchtet, welche Wertung das Spiel von uns bekommen habt, dann lest unseren Test "A Plague Tale – Innocence: Das Leichenbankett ist eröffnet"!

Und wenn ihr durch meine geschilderten Eindrücke neugierig geworden seid, dann zögert nicht, uns wissen zu lassen, ob ihr euch ebenfalls in die Welt von A Plague Tale stürzt und was ihr davon haltet. Oder habt ihr es sogar schon gezockt? Dann teilt uns doch mit, ob sich eure Eindrücke mit den beschriebenen decken. Wir sind wie immer gespannt auf eure Beiträge!

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Dieses eine Spiel  

Als mein Bruder mich mit seiner Leidenschaft für kostümierte Hulks ansteckte

Wrestling-Spiele: Als mein Bruder mich mit seiner Leidenschaft für kostümierte Hulks ansteckte

„Oh mein Gott, was geschieht da!? Der Undertaker hat sich aus der Batista Bomb von Batista befreit und setzt nun (...) mehr

Weitere Artikel

"Zu kleine Brüste" sorgen bei den Fans für Aufregung

Final Fantasy 7 - Remake: "Zu kleine Brüste" sorgen bei den Fans für Aufregung

Final Fantasy 7 - Remake wird derzeit aus verschiedenen Gründen heiß diskutiert. Der Story-Umfang, di (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

A Plague Tale - Innocence (Übersicht)
* Werbung