Deathloop: Wahrscheinlich zu cool, um gut umgesetzt zu werden

(Kolumne)

von Michael Sonntag (10. Juni 2019)

Dieser E3 mangelte es zwar bis jetzt nicht an Inhalten, aber neue Ideen sucht man vergebens - bis der Trailer von Deathloop über die Leinwand läuft. Ich bin zugleich mega-angetan, aber genauso besorgt. Denn diese Idee ist vielleicht zu cool.

Und täglich grüßt der Assassine:

Die interessante Idee eines interessanten Studios

Zwei Menschen, ein mysteriöser Wettkampf: Beide befinden sich auf einer Insel, mit der Aufgabe, den anderen in einer ewigen Schleife immer wieder umzubringen - vermutlich so lange wie es das Publikum unterhaltsam findet oder einer der beiden die Schleife irgendwie durchbricht.

Zu Deathloop ist noch nicht viel bekannt. Es soll kein "Open World"-Spiel sein, stattdessen aus einzelnen Leveln mit vielen Experimentiermöglichkeiten bestehen.

Dass der Entwickler Arkane Studios ist, sagt zwar noch nichts Konkretes über das kommende Spiele aus, lässt aber hoffen - angesichts seiner früheren Werke wie Dishonored - dass sich diese vielversprechende und anspruchsvolle Spielidee in den richtigen Händen befindet.

Jeder Tod macht euch tödlicher.Jeder Tod macht euch tödlicher.

Ein Spiel, das nur so gut sein kann wie seine KI

Als ich die Idee verstanden habe, musste ich sofort an das Indie-Spiel Echo denken, das ein ähnliches Prinzip verfolgt: Gegner, die nach jeder Runde cleverer werden beziehungsweise die Strategien des Spielers übernehmen.

In Deathloop muss ich mir wahrscheinlich einen der beiden Charaktere aussuchen und dann in den jeweiligen Abschnitten Aufgaben erfüllen, während mir der andere Teilnehmer im Nacken sitzt. Je öfter ich ihn umbringe, desto cleverer kehrt er zurück - kämpft heimlicher, greift von anderen Punkten aus an, stellt mir Fallen.

Die Preisfrage lautet: Ist der andere Teilnehmer zwangsweise ein menschlicher Gegenspieler oder eine KI? Zweiteres stelle ich mir spannend vor, habe aber Bedenken. Das Spiel kann demnach, unabhängig, wie cool die Spielwelt ist, nur so gut werden wie seine KI.

Der Trailer verspricht neben übernatürlichen Fähigkeiten auch eine wahnsinnige Inselbevölkerung, die vermutlich mit in den Kampf einbezogen werden kann.Der Trailer verspricht neben übernatürlichen Fähigkeiten auch eine wahnsinnige Inselbevölkerung, die vermutlich mit in den Kampf einbezogen werden kann.

Damit sich das Ganze wirklich wie ein immer weiter ausartender Kampf anfühlt, darf mein Gegenspieler nicht wie ein Schaltgetriebe funktionieren, also dass er einfach mechanisch immer wieder einen Gang höher schaltet - agressiver kämpft oder stärkere Waffen verwendet - oder meine Taktiken nur kopiert.

Wenn Deathloop gut werden will, dann geht es einen Schritt weiter als Echo: Egal, wie das letztendlich technisch möglich ist oder aussieht, sollte mein Gegner unberechenbar sein können. Dass er sich auch mal zurückzieht, abwartet, plant und mich vielleicht dann in eine Situation bringt, aus der ich auch mit vier Leben nicht mehr so leicht herauskomme.

Dass er mich überfordert und dazu bringt, mit den Fähigkeiten zu experimentieren oder nach einem neuen Ansatz in der Spielwelt zu suchen. Nach einer neuen Waffe. Einer Möglichkeit, die Inselbewohner als Ablenkung zu verwenden, sie auf meinen Gegner zu hetzen oder sein Versteck ausfindig zu machen. Oder dass er es schafft, dass ich aufgeben möchte, weil er klüger ist als ich.

Mein Traum wäre es, zum einen storytechnisch die Hintergründe dieser Insel und dieses Wettkampfes ergründen zu können und zum anderen mich gameplaytechnisch immer wieder in diesen Kampf zu stürzen, so dass mein Gegner und ich zu regelrechten Einsteins werden und immer ausgeklügeltere Wege entwickeln müssen - so dass ich nach dem Durchspielen vom Entwickler und mir selbst überrascht bin, wozu ich fähig bin, wozu ich fähig werden musste.

Tags: E3  

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