Cyberpunk 2077: Und wenn es doch nicht gut wird?

(Kolumne)

von MartinSeng (21. Juni 2019)

Cyberpunk 2077 - allein der Name sorgt bei euch schon für Vorfreude, nicht wahr? Und jetzt wurde auf der E3 auch noch bekannt, dass niemand anderes als Keanu Reeves im Spiel dabei sein wird. Alle Zeichen stehen auf Erfolg. Doch was, wenn Cyberpunk nicht das erhoffte Meisterwerk wird? Wird es doch nur "in Ordnung" statt "grandios"?

Cyberpunk 2077 erscheint voraussichtlich schon im April 2020.Cyberpunk 2077 erscheint voraussichtlich schon im April 2020.

Erinnert ihr euch noch an The Witcher 3 - Wild Hunt? Wahrscheinlich, schließlich wurde es mehrfach zum Spiel des Jahres 2015 gewählt und begeistert heute noch die Fan-Gemeinde. Und selbst wenn ihr es verpasst habt, könnt ihr das Fantasy-RPG mit fantastischer Story, malerischer Welt und dem charismatischen Hexer Geralt von Riva jederzeit nachholen. Bei einem so starken Spiel sind die Erwartungen an die zukünftigen Veröffentlichungen des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt Red extrem hoch. Auftritt: Cyberpunk 2077.

Von riesigen Städten und noch größeren Ambitionen

Die Versprechen der Entwickler sind groß, sehr groß sogar. Eine unvergleichliche Spielwelt soll es mit der Stadt Night City geben, die euch nie da gewesenen Freiheiten bieten soll. Euren eigenen Charakter sollt ihr erstellen können, mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten.

Laut CD Projekt Red erwartet euch in der Metropole eine Geschichte, die wie jene von The Witcher 3 - Wild Hunt zeigen soll, wozu das Medium der Videospiele in der Lage ist. Und das Entwicklerstudio geizt nicht gerade damit, sein Projekt mit großen Worten zu bewerben. Denn man ist sich dort jetzt schon sicher, dass sie einen Meilenstein abliefern werden.

Frisch von der E3: Der neue Story-Trailer zu Cyberpunk 2077

Versprechen muss man halten

Doch was, wenn das Versprochene nicht oder nur zum Teil eingehalten werden kann? Keanu Reeves als Charakter im Spiel ist zwar nett, doch wie sieht es mit den Nebenquests aus? The Witcher 3 - Wild Hunt konnte gerade mit diesen überzeugen, denn ein unscheinbar wirkendes Ereignis konnte sich zu einer großen und anspruchsvollen Quest entwickeln.

Ob Cyberpunk 2077 ähnliches erreichen oder sich auf seine Hauptquest konzentrieren wird, ist noch unklar. Aber dass ihr eine ähnliche Qualität bei den Aufgaben abseits der Hauptgeschichte erwartet, dürfte wohl klar sein. Mit schlechteren Quests als in The Witcher 3 dürfte die Entwickler harte Kritik erwarten.

Das Spiel wartet mit zahlreichen Augmentierungen eures Charakters auf euch - wie zum Beispiel die Arme dieser Dame.Das Spiel wartet mit zahlreichen Augmentierungen eures Charakters auf euch - wie zum Beispiel die Arme dieser Dame.

Noch dazu gibt es den Cyberspace, in dem ihr euch wie in einer zweiten, zusätzlichen Welt bewegen können sollt. Nur hat man davon bisher nur sehr wenig gesehen und das Vorhaben, eine zweite, ebenso ausgearbeitete Welt wie die bisherige zu erschaffen, klingt fast schon zu ambitioniert.

Auch der Punkt, dass ihr die Hintergrundgeschichte eures Charakters zusammenstellen dürft, könnte nach hinten losgehen. Denn dadurch hat sich die Option, dass ihr eben diese Geschichte selbst herausfindet, für euch erledigt.

Echtes Gameplay oder wurde getrickst?

Auf der gamescom 2018 und auch auf der diesjährigen E3 geizten die Entwickler nicht mit Gameplay, und das sieht fast schon zu gut aus, um wahr zu sein. Denn als Videospiel-Fans wisst ihr leider, dass Spielszenen auch stark bearbeitet werden können. Grafik-Downgrades und sonstige Tricks haben schon so manches Spiel schöner aussehen lassen als es in Wirklichkeit war. Aliens - Colonial Marines und Watch Dogs sind prominente Beispiele dafür.

Noch dazu sollt ihr die Spielweise des heiß erwarteten "Open World"-Epos selbst bestimmen. Nicht mal einen Gegner müsst ihr töten, wenn ihr das nicht wollt. Noch dazu soll euch ein Fertigkeitensystem zur Verfügung stehen, das laut den Entwicklern so vielfältig und abwechslungsreich ist, dass eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Aber was, wenn sich herausstellt, dass das System nicht motiviert oder nur mäßig im fertigen Spiel funktioniert? Bietet es wirklich genügend Langzeitmotivation und hält euch auch noch nach zwanzig oder dreißig Stunden vor dem Bildschirm? Sind die Augmentierungen für euren Charakter wirklich so vielfältig wie CD Projekt Red es euch weismachen möchte, oder waren die Vorschusslorbeeren wieder einmal zu prächtig?

Dass Cyperpunk 2077 nicht mit expliziter Gewalt spart, dürfte spätestens seit den Spielszenen deutlich geworden sein.Dass Cyperpunk 2077 nicht mit expliziter Gewalt spart, dürfte spätestens seit den Spielszenen deutlich geworden sein.

Die Messlatte für Cyberpunk 2077 liegt wahnsinnig hoch, und zwar so hoch, dass viele nicht weniger als ein Meisterwerk erwarten und sich auch sicher sind, dass sie ein solches bekommen werden. Das bisher gezeigte sieht sehr vielversprechend aus und doch gibt es immer noch ein paar offene Fragezeichen und Zweifel, denn schließlich wurdet ihr von den Versprechen großer Entwickler bereits mehr als einmal enttäuscht.

Wie gut CD Projekt Reds nächstes Spiel letztendlich wird und ob es all den Erwartungen standhalten kann erfahrt ihr voraussichtlich am 16. April 2020.

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