Secret of Mana: Was ich bei erneutem Durchspielen erkannt habe

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (19. Juni 2019)

Es ist ziemlich vielsagend, dass die Ankündigung der Mana Collection, also der Port von uralten Spielen, für mich das Highlight der E3 war. Nicht nur habe ich mir die Sammlung direkt nach der Nintendo Direct heruntergeladen, inzwischen habe ich Secret of Mana auch schon wieder durchgespielt - und dabei einiges erkannt.

Schaut zu, wie ich mit einem 21-jährigen Noob über Secret of Mana rede:

Ihr müsst wissen, dass Secret of Mana für mich ein sehr eindrückliches Spielerlebnis war. Damals, 1994, spielte ich es mit meiner Schwester zusammen durch. Nach dem ersten Durchspielen habe ich es dann auf dem Super Nintendo noch etliche Male durchgezockt. Danach auf der Virtual Console der Wii sowie der Wii U. Danach noch das Remake für die PlayStation 4, über das ich hier keine weiteren Worte verlieren möchte. Und nun nochmal auf der Nintendo Switch. Grob geschätzt habe ich Secret of Mana also schon 1123453456 Mal durchgespielt. Doch bei dem aktuellsten Durchzocken sind mir einige Dinge zum ersten Mal aufgefallen.

Zunächst das Offensichtlichste und auch Schockierendste: Sie haben die Lindenstraße aus dem Spiel genommen!

Früher war mehr Lindenstraße in Secret of Mana.Früher war mehr Lindenstraße in Secret of Mana.

Damals, auf dem Super Nintendo, war es noch die Lindenstraße, die die Goblins dazu brachte, den Helden in seinem brodelnden Kessel alleine zu lassen, sodass er von der Prinzessin gerettet werden kann.
Nachdem ich mich von diesem Schock erholt hatte, kam direkt der nächste: Die Story ist echt gar nicht mal so gut. Sicherlich, damals waren meine Ansprüche nicht besonders hoch, doch es lässt sich sagen, dass die Geschichten in Videospielen seit 1994 eindeutig komplexer und interessanter geworden sind. In Secret of Mana funktioniert alles nach dem Schema "Geh da hin. Sprich mit dem. Bekämpfe die. Weil: Ist halt so."

Die Dialoge in diesem Spiel wirken heute unglaublich übers Bein gebrochen. Die Motivation von Figuren ändert sich binnen Minuten und die Bösewichte sind so tief wie eine zweidimensionale Pfütze. Aber: trotzdem macht das Spiel noch immer sehr viel Spaß.

Was ich damals, mit meinen neun Jahren, noch gar nicht richtig wertschätzen konnte, sind die tollen Namen, die den Gegnern in der deutschen Version des Spiels gegeben wurde. Diesmal habe ich da richtig drauf geachtet und habe neben Pogo- und Turbopuscheln auch Schätze wie diesen gefunden:

Richtiges Entsetzen - Erschütterung in meinen Grundfesten - überkam mich jedoch, als ich zum ersten Mal einige der Pixelfiguren so erkannte, wie sie von den Entwicklern damals intendiert waren. Über Jahrzehnte war ich mir sicher, die Gesichter und Körper von NPCs und Endgegnern richtig erkannt zu haben. Doch dann saß ich vor einigen Tagen auf meinem Sofa, mit der Switch im Handheld-Modus direkt vor meinem Gesicht, und erkannte plötzlich, was ich so lange falsch gesehen hatte.

Der Sichelanbeter soll eindeutig eine Gottesanbeterin sein,Der Sichelanbeter soll eindeutig eine Gottesanbeterin sein,

Schaut euch etwa den ersten Endgegner in Secret of Mana an, den Sichelanbeter. Eindeutig ist das ein Monster, das an eine Gottesanbeterin angelehnt ist. Der Kopf ist grün, hat große Augen und Zangenwerkzeuge als Mund. Ich aber habe dieses Wesen jahrelang als pausbackiges Irgendwas gesehen. Mir fiel alles aus dem Gesicht, als ich erkannte, dass dem nicht so ist.

Soldaten ohne Augen aber mit viel Bart?Soldaten ohne Augen aber mit viel Bart?

Weiter geht es mit diesen Soldaten, die, eigentlich für jeden erkennbar, mit dem Rücken zum Spieler stehen. Sie schauen gerade ihren Vorgesetzten Hagen an und bewegen sich erst dann, wenn man sie anspricht. Ich war mir jedoch immer sicher, dass sie die Kamera anschauen, ihnen der Helm ins Gesicht gerutscht ist und man nur ihre Nase und ihren Bart sieht.

Berti das Totenkopf-Gesicht.Berti das Totenkopf-Gesicht.

Berti der Schmied hat in Secret of Mana eine sehr wichtig Rolle. Ohne ihn könnt ihr eure Waffen nicht verbessern. Daher taucht er auch an fast jedem Ort im Spiel auf. Dennoch war ich bis vor kurzem fest überzeugt, das dieser Schmied keine Kopfbedeckung trägt, sondern sein Kopf der eines Skeletts ist. Dabei erkannte ich nicht, dass sein eigentliches Gesicht genau darunter ist - und genauso aussieht wie bei allen anderen Zwergen im Spiel auch. Ein Schock für mich.

Habt ihr auch schon in Secret of Mana - oder anderen Spielen in Pixeloptik - Charaktere oder Gegner total falsch erkannt? Falls ja, würde ich mich über Screenshots in den Kommentaren sehr freuen. Ich bin mir sicher, dass nicht nur ich so blauäugig gewesen sein kann.

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Meinungen - Secret of Mana

mipo-rhode
95

Mitreißend

von mipo-rhode

phantomcoi
99
Alex_Eistee
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