eSport: Vater erklärt, warum er für seinen Sohn Videospiele der Schule vorzieht

von Manuel Karner (08. Juli 2019)

Zocken statt Schule? Was für viele Gamer wie Musik in den Ohren klingen mag, wäre für die meisten Eltern wohl ein Albtraum. Nicht für David Herzog, dem Vater des 16-jährigen Jordan. In einem Gespräch erklärt er, warum er seinen Sohn die Schule abbrechen ließ, um ihm stattdessen eine eSport-Karriere hinlegen zu lassen.

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Jordan Herzog, Online vor allem unter dem Namen "Crimz" bekannt, verbringt täglich acht bis zehn Stunden mit Gaming - manchmal sollen es sogar 14 Stunden täglich sein. Das Ziel: Einer der wettbewerbsfähigsten Gamer der Welt zu werden und Karriere im eSports-Bereich zu machen.

Sein Vater David unterstützt dieses Vorhaben mit aller Kraft, hat er seinem Sohn doch bereits Gaming-Equipment im Wert von 30.000 US-Dollar (etwa 26.711 Euro) gekauft oder Familienurlaube eingestellt, die das Training von Jordan beeinträchtigten. Sogar einen Maserati machte sein Vater ihm zum Geschenk - natürlich durfte der entsprechende Gamer-Tag dabei nicht auf dem Nummernschild fehlen.

Nach Angaben der englischsprachigen Webseite Boston Globe wurde das Nachwuchstalent sogar von seinem Vater aus der Schule genommen, damit Jordan eine "eSports"-Karriere verfolgen kann. David zufolge handle sich dabei um einen Pfad zu Ruhm, Geld und Ansehen. "Dafür habe ich ihn großgezogen", beteuert der Vater. David behauptet außerdem, "vor allen anderen" den "Aufstieg der 'eSports'-Szene" vorghergesehen zu haben, weshalb er seinem Sohn bereits bei einem Alter von drei Jahren einen Controller in die Hand gedrückt habe.

Die Entscheidung, Jordan von der Schule zu nehmen, scheint jedoch auf massig Kritik gestoßen zu sein. Reaktionen, die der Familienvater nicht nachvollziehen kann. Hätte er seinen Sohn bei einer "Klavier-, Tennis-, Schauspiel- oder einen anderen Karriere unterstützt und vorangetrieben", so glaube David, hätte er "nichts als Lob" erfahren. Aber "weil es Videospiele sind, ist es gleich Kindesmissbrauch" - so der Vater.

Zu denjenigen, die es für unzumutbar halten, Jordan zehn Stunden am Tag Videospiele spielen zu lassen, hat David Herzog nur Folgendes zu sagen: "Ich denke, es ist schrecklich, eure Kinder Football spielen zu lassen". Auch Empfehlungen, dass Jordan besser Bücher lesen solle, anstatt Videospiele zu spielen, stoßen bei David auf taube Ohren: "Mein Sohn lernt mehr von Videospielen, als die Leute von einem Buch“.

Der Schule, die sich nach Angaben von David "besser gerüstet fühle als er, um über die Zukunft seines Sohnes zu entscheiden", präsentierte der Familienvater hingegen einen Scheck mit Schätzungen, wie viel Geld Jordan verdienen könnte, nachdem er sich für die Fortnite-Weltmeisterschaft qualifiziert hatte.

Zwar räumt David Herzog auch ein, dass es gerade im "sozialen Bereich" Nachteile für Jordan gäbe, jedoch hätte sein Sohn gerade "einen großen Moment, der genutzt werden muss". Nach Angaben von Boston Globe habe Jordan bis heute rund 60.000 US-Dollar durch das Spielen von Videospielen verdient.

Tags: E-Sport  

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