Fallout 76: Ein soziales Experiment

von Manuel Karner (11. Juli 2019)

Wie entgegenkommend verhalten sich die Spieler in Fallout 76? Genau dieser Frage wollte der Spieler Andreslamantis auf den Grund gehen. Also schlüpfte er in die Rolle eines virtuellen Bettlers und wagte ein soziales Experiment.

Auch in Fallout 76 gibt es inzwischen einen 'Battle Royale'-Modus:

Der "Fallout 76"-Spieler Andreslamantis aus Argentinien stellte die Hilfsbereitschaft von anderen Überlebenden der Postapokalypse auf die Probe. Mit einem speziellen Build, der es ihm nicht erlaubte seine Crafting-Skills sinnvoll zu nutzen, gab er sich als Bettler aus und kleidete sich in abgetragenen und zerissenen Gewändern.

Nachdem er einen Shop in Flatwoods errichtete, wo sich sowohl Spieler mit niedrigem Level als auch Veteranen gerne versammeln, beschloss er, sich auf eine Matratze zu legen und auf andere Spieler zu warten. Um auf sich aufmerksam zu machen, errichtete er nach Angaben der englischsprachigen Webseite Polygon außerdem ein Schild, auf dem "Free Hugs" (gratis Umarmungen) geschrieben stand und vermittelte anderen Spielern seinen "schlechten Zustand" durch Emotes, um Mitgefühl auszulösen.

Würden die Spieler in Fallout 76 tatsächlich ihr hart erkämpftes Hab und Gut verschenken, um einem scheinbar verwahrlosten Bettler zu helfen? Wie hoch ist der moralische Stellenwert in einer virtuellen Welt, in der Ressourcen knapp sind und nichts als mutierte, meist gefährliche Wesen hausen?

Wie sich Andreslamantis erinnert, kam ein Spieler vorbei und fragte ihn, ob er eine Rüstung oder eine Waffe gut gebrauchen könne. Mithilfe von Emotes stellte Andreslamantis klar, dass eine Waffe hilfreich wäre, woraufhin der unbekannte Spieler ihm eine angepasste Schrotflinte zum Geschenk gemacht haben soll.

Auch andere Spieler eriwesen sich als entgegenkommend, verschleiern ihre Hilfsbereitschaft jedoch in einigen Fällen mit sarkastischem Unterton. So beteuerte ein Spieler beispielsweise, dass es ihm unangenehm sei, Andreslamantis' Glatze ansehen zu müssen und beschenkte ihn anschließend mit einer grauen Strickmütze.

Ein weiterer Spieler ärgerte sich über das Outfit des Bettlers und forderte ihn auf, sich ordentlich anzuziehen, ehe er ihn mit einem Konföderierten-Outfit belohnte. Stunden später soll derselbe Spieler sogar nocheinmal zurückgekehrt sein, um sicherzugehen, dass es Andreslamantis gut geht. Mit den Worten "Bau dir ein anständiges Zuhause" bot er ihm daraufhin einige Materialien an.

Jedoch waren nicht alle Spieler so nett, wie es vorerst den Anschein machte. So soll ein Spieler den Bettler verprügelt haben während er geschlafen hat, woraufhin er die Beine in die Hand nahm und floh. Als Andreslamantis wieder zu seiner kleinen Hütte zurückkehrte, die er mithilfe der geschenkten Materialien gebaut hatte, fand er nur noch einen kaputten Generator vor.

Wie das Experiment zeigt, sind viele "Fallout 76"-Spieler trotz ihrer Anonymität freundlich und hilfsbereit. Sie sind sich nicht zu schade, ihre Beute zu teilen und verschenken neben Materialen auch Waffen und ganze Outfits. Ausnahmen gibt es natürlich dennoch.

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Tags: Multiplayer  

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