Test Wolfenstein: Youngblood | Ab jetzt werden Nazis im Multiplayer gejagt

von Ove Frank (29. Juli 2019)

Und auf ein Neues wird den Nazis die Hölle heiß gemacht. Doch dieses Mal ist es nicht B.J. Blazkowicz, der den fanatischen Rassisten den Hintern versohlt, sondern seine beiden Zwillingstöchter Sophie und Jessica. Doch können sie die großen Fußstapfen ihres Vaters füllen?

Gespielt haben wir Wolfenstein: Youngblood in der deutschen Version auf der PlayStation 4. Für ein authentischeres Spielgefühl empfehlen wir dennoch die englische Sprachausgabe.

Gemeinsam gegen das Reich

Die Wolfenstein-Reihe hat sich inzwischen eine treue Fan-Gemeinde aufgebaut, der Protagonist B.J. Blazkowicz ist zu einer echten Kultfigur aufgestiegen. Doch ist es diesmal nicht er, mit dem ihr in den Kampf gegen die Nazis zieht.

Das Spiel ist im Jahr 1980 angesiedelt, B.J.s Töchter sind inzwischen erwachsen (zumindest gerade mal so) und sind von ihren Eltern zum Nazi-Töten ausgebildet worden. Nachdem ihr Vater allerdings plötzlich verschwindet, gehen die beiden verschiedenen Hinweisen nach und reisen in das von den Nazis besetzte Neu-Paris.

Zusammen mit der französischen Resistance kämpft ihr gegen das Regime, und das nicht mehr in Ein-Mann-Missionen, sondern zu zweit im Team. Und dies macht nun auch den Schwerpunkt des Spiels aus - den Multiplayer-Modus.

In Wolfenstein: Youngblood ist Teamwork gefragt.In Wolfenstein: Youngblood ist Teamwork gefragt.

Der SciFi-Aspekt des Spiels ist noch deutlich stärker ausgeprägt als in den Vorgängern. Drohnen, riesige Kampfroboter und Laser-Waffen gehören zum "Alltag" im Kampf. Auch Soph und Jess profitieren von neuer Technologie und werden von futuristischen Kampfanzügen verstärkt, die euch zusätzliche Fähigkeiten, wie einen Doppelsprung ermöglichen.

Team-Action mit flüssigem Gameplay

Das Gameplay fühlt sich flüssig und rund an. Es wird viel Wert auf Dynamik gelegt, was auch in den meisten Fällen gut funktioniert. Zwar wirkt die Steuerung zunächst nicht immer intuitiv, aber nach ein wenig Spielzeit gewöhnt ihr euch schnell daran.

Die Handhabung der verschiedenen Waffen werdet ihr relativ flott meistern, die Steuerung funktioniert im allgemeinen reibungslos. Es hapert bei einigen Waffen zwar ein wenig an der Präzision, allerdings lernt ihr schnell damit umzugehen.

Der Multiplayer-Modus ist sowohl die größte Stärke, als auch die größte Schwäche des Spiels. Soph und Jess haben verschiedene Fähigkeiten. Während die eine eher im Nahkampf nützlicher ist, hat die andere ihre Stärken im Kampf aus der Distanz.

Werdet euch eurer Stärken und Schwächen bewusst, um zum Erfolg zu gelangen.Werdet euch eurer Stärken und Schwächen bewusst, um zum Erfolg zu gelangen.

Stimmt ihr eure Fähigkeiten gut aufeinander ab, macht das Spiel echt Spaß. Fordernde Boss-Kämpfe können auf diese Weise schnell gewonnen werden. Bei genauen Absprachen ist das Spiel auch auf einem hohen Schwierigkeitsgrad zu schaffen.

Und genau das ist das Entscheidende: Kommunikation. Ist diese mangelhaft, oder gar nicht erst vorhanden, dann habt ihr es brutal schwer, selbst auf einem leichten Niveau. Es hilft also mit euren Freunden zusammen zu spielen, oder zumindest immer auf Team-Speak zuzugreifen.

Von Hakenkreuzen und Cyborgs

Die Handlung ist nicht wirklich der Rede wert. Die alternative Geschichte wird weitergeführt und die Nazis machen nach wie vor böse Sachen, während ihr ihnen die Köpfe abschießt.

Die beiden neuen Protagonistinnen verfügen zwar untereinander über eine gute Chemie, allerdings wirken die beiden zu sehr auf cool getrimmt. An das natürliche Charisma ihres Vaters kommen die beiden indes nicht heran.

Der zunehmend futuristischere Rahmen, der sich um die Handlung legt, wirkt zusammen mit der Faschisten-Mode, sowie deren Symbolen (zumindest in der internationalen Fassung) gerdezu absurd, aber das machte ja schon immer den Charme von Wolfenstein aus.

Meinung von Ove Frank

Mit Wolfenstein: Youngblood kommt ein Spin-Off daher, welches zwar in puncto Gameplay einen Schritt nach vorne macht, gleichzeitig allerdings ein wenig den Charme der früheren Teile vermissen lässt.

Der Multiplayer-Aspekt ist ein interessanter Ansatz, der meistens auch funktioniert. Bei guter Kommunikation ist der Spaß riesig und unterhaltsamer als im Singleplayer-Modus.

Die Grafik ist solide, wenngleich nicht aus dem obersten Regal, Sound-Abmischung und Effekte machen eine gute Figur. Da es kein Vollpreis-Spiel ist, könnt ihr auch hier den Kampf gegen die Nazis bedenkenlos auf euch nehmen.

Das Spiel macht einiges richtig, leider aber auch einiges falsch. Der grundsätzliche Versuch die Fackel an die nächste Generation zu übergeben, ist für die Zukunft von Wolfenstein zwar richtig und wichig, jedoch hätte dem Ganzen weniger "Zwang" gut getan.

Die Entwickler hätten die Protagonistinnen über die Zeit hinweg wachsen lassen sollen, sodass die Spieler die beiden jungen Frauen nach und nach kennen lernen können. Nichtsdestotrotz bieten die beiden das Potenzial, auch in Zukunft die Spielereihe zu tragen.

Unterm Strich bleibt ein kurzweiliger Shooter, der mit ordentlich Action und Brutalität aufwarten kann. Jedoch sticht Wolfenstein: Youngblood im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern nicht besonders heraus, wodurch ein durchschnittliches Spiel mit positivem Überbau bleibt.

81

spieletipps meint: Wolfenstein - Youngblood kann mit gutem Gameplay und einem spaßigen Multiplayer-Modus aufwarten, kommt aber nicht an den Charme seiner Vorgänger heran.

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Tags: Multiplayer  

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