Shadow of the Tomb Raider - Warum ich das Spiel lieber als lebensmüde Touristin zocke

(Kolumne)

von Michael Sonntag (30. Juli 2019)

Das Sommerloch ist für keinen Gamer einfach. Während jeder für sich selbst herausfinden muss, wie er die Monate bis zum ersten Herbst-Release überlebt - mit "Pile of Shame"-Abarbeitung, "Neues Spiel Plus" oder anderen analogen Hobbys (Iiiieh!) - habe ich die "Tomb Raider"-Trilogie für mich entdeckt und dabei etwas Kolossales herausgefunden: Ich habe die eine Spielweise entwickelt, wie der belächelte Grabräuber-Simulator mehr Spaß als alles andere macht.

Der spieletipps-Sommerloch-Survival-Guide: Unbedingt anschauen!

Sonnenbaden neben einem Vulkanausbruch

Mit einem Affenzahn presche ich als Lara Croft durchs Dschungelgestrüpp, um ein Wildschwein zu verfolgen, das bereits drei meiner Pfeile im Hintern stecken hat. „Hey Lara, wir müssen dieses Artefakt vor Trinity bekommen, sonst werden sie damit die Weltherrschaft an sich reißen ...“, quatscht mich mein Begleiter wieder von der Seite an. „Da hast du Recht, Jonah. Das sollten wir definitiv tun“, ist meine entspannte Standardantwort darauf, bevor ich zu den Explosivpfeilen wechsle.

Die Sache ist die: Es gibt in Shadow of the Tomb Raider - genauso wie in den Vorgängern Tomb Raider und Rise of the Tomb Raider - einen storytechnischen Hintergrund, warum ich in Ruinen klettere und sie kurz vor dem brachialen Einsturz wieder verlasse, warum ich Söldnern meine selbstgebastelten Hightech-Waffen vorführe oder warum ich an malerischen Naturpanoramen vorbeilaufe. Nur blende ich diesen aus.

Wenn es so aussieht, ist es doch egal, wenn es eigentlich um nichts geht. Es ist wunderschön und ich befinde mich in der ersten Reihe.Wenn es so aussieht, ist es doch egal, wenn es eigentlich um nichts geht. Es ist wunderschön und ich befinde mich in der ersten Reihe.

Entwickler Crystal Dynamics hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Spieler den Werdegang von Lara Croft nacherleben zu lassen. Dabei hat er meiner Meinung nach etwas viel Besseres geschaffen als das: Nämlich eine Spielereihe, in der ich als lebensmüde Touristin einen actiongeladenen Urlaub nach dem anderen erleben kann.

Ich kann nicht sagen, was schöner ist: Gegen einen Kult auf einer Insel kämpfen, in Sibirien mit Wölfen kuscheln oder in Peru bei jedem Schritt die Screenshot-Kamera blitzen zu lassen. Kein Frust, nichts ist zu kompliziert und es spielt sich locker runter. Und sobald ihr durch seid, könnt ihr gleich mit dem nächsten Teil weitermachen.

Die Steuerung ist unglaublich schnell zu lernen und einfach, das Gameplay mit Klettern, Schießen, Schleichen, Artefakte-Sammeln und Herumlaufen sehr abwechslungsreich und die Schauplätze optisch und akustisch so gut inszeniert, dass es mir völlig egal ist, was ich hier eigentlich suche, tue oder umbringen muss. Daher meine Empfehlung: Sich von den Zwischensequenzen berieseln lassen und dann wieder in den Grabräubersimulator stürzen. Und wenn ich am Ende zufällig die Welt gerettet habe, hat auch Begleiter Jonah etwas von diesem Urlaub gehabt.

Habt ihr die "Tomb Raider"-Trilogie auch gespielt? Welcher Teil und welche Aktivität haben euch am meisten Spaß gemacht? Wie überlebt ihr das aktuelle Sommerloch? Schreibt uns eure Meinungen und Tipps gerne in die Kommentare, wir sind darauf gespannt, sie zu lesen.

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