Vorschau Call of Duty: Modern Warfare | Das alles erwartet euch im Multiplayer

von Thomas Stuchlik (01. August 2019)

Für den Reboot von Modern Warfare waren wir für euch vor Ort in Los Angeles, um erstmals den Multiplayer-Modus anzutesten. Mit dabei: Crossplay, eine neue Grafik-Engine und mehr Realismus.

Ein Reboot für Fans und Realisten

Bereits Ende Mai enthüllte Hersteller Activision den neuesten Teil seiner Ego-Shooter-Saga. Mit Call of Duty: Modern Warfare kehrt Entwickler Infinity Ward wieder zurück zu seiner Erfolgsmarke. Jedoch nicht wie erwartet mit einem vierten Teil, sondern einer Neuauflage, die sich nur noch lose ans Original hält. Ende Juli gab es erstmals eine erste Anspielgelegenheit für den heiß erwarteten Multiplayer-Modus.

In den Online-Arenen kommt es mehr denn je auf die taktische Position an.In den Online-Arenen kommt es mehr denn je auf die taktische Position an.

Bei unserem Probespiel in Los Angeles wird schnell klar: Die Maxime der Serie bleiben weiterhin erhalten. Ihr könnt euch schonmal auf schnelle Schussduelle und das klassische Spielgefühl freuen. Obendrein dürfen dank Crossplay auch virtuelle Soldaten auf PS4, Xbox One und PC zusammen spielen. Die Macher versprechen eine gute Balance trotz unterschiedlicher Eingabemethoden auf PC und Konsole.

Nicht nur das: Das neue Modern Warfare bietet ein authentischeres Erlebnis auf dem Schlachtfeld, egal auf welcher Plattform. Vorbei sind die Zeiten mit Wand- und Doppelsprüngen. Alles was in Richtung Science Fiction geht, ist gestrichen worden. Stattdessen wird Realismus groß geschrieben. Zumindest so weit es das altbewährte Serienrezept erlaubt. Denn nach wie vor spielt es sich wie ein Call of Duty.

Aufgefrischtes Waffen-Handling

Waffen in Modern Warfare fühlen sich wuchtiger und schwerer als in den Vorgängern an. Bei unseren Proberunden fällt sofort auf, wie detailgenau der Rückstoß, der Kugelsound und das Handling ausgearbeitet sind. Zusätzlich darf die Waffe während des Zielens durchs Visier nachgeladen werden.

Feuer frei! Mit selbstkonfigurierter Waffe und Loadout kämpft ihr um den Punktesieg oder Eroberungspunkte.Feuer frei! Mit selbstkonfigurierter Waffe und Loadout kämpft ihr um den Punktesieg oder Eroberungspunkte.

Dass Geschosse dünne Holzwände durchdringen, ist in der Serie nichts Neues. Doch je nach Waffe schlagen die Projektile nun auch durch Gips- und Blechbarrieren. Das System ist physikbasiert und hängt vom Material, dessen Dicke und dem verwendeten Kaliber ab. Damit ist so manche Deckung weitaus unsicherer als früher.

Daneben kommt das Mount-System zum Einsatz. An niedrigen Wänden oder Vorsprüngen könnt ihr per Knopfdruck eure Waffe anlehnen, um sie beim Schießen zu stabilisieren. Das passt genau ins Konzept der Macher, die mehr auf taktische Positionierung, statt auf wildes Herumhüpfen setzen.

Viel vom Erfolg hängt nicht nur vom reaktionsschnellen Zielen ab, sondern auch von eurer Lage. Online-Spieler werden ermutigt, im Team zu agieren, um Positionen zu sichern. Die Action läuft weitaus geerdeter als noch in Black Ops 4 oder Infinite Warfare ab.

Ebenso taktisch dürft ihr euch beim Waffenschmied vorbereiten: Hier lassen sich serienbekannte Knarren mit bis zu 60 Ausrüstungsteilen ausstatten – vom Rotpunkt-Visier bis zum Schultergriff.

Bei Tag und Nacht

Auch interessant: Geschlossene Türen lassen sich nun einen Spalt breit öffnen, laut eintreten oder mit C4 aufsprengen. Das birgt neue taktische Möglichkeiten, da ihr Durchgänge auch wieder schließen könnt, um beispielsweise Flanken und euren Rücken zu schützen.

In der zappendusteren Höhle kämpft ihr euch mit typischer Grünfärbung voran.In der zappendusteren Höhle kämpft ihr euch mit typischer Grünfärbung voran.

Ebenso realistisch erscheinen die Nachteinsätze, denn einige MP-Areale besucht ihr zu dunkler Stunde. Entsprechend schaltet ihr die Nachtsichtbrille zu, mit der die Umgebung in grieseligem Grün erscheint. Wegen der hinderlichen Ausrüstung hält euer Bildschirmsoldat seine Waffe beim Zielen übrigens schräg, da ihr nicht über Kimme und Korn zielen könnt. Entsprechend benötigt ihr zum Anvisieren eine Laser-Zielvorrichtung, die dank Nachtsicht jedoch vom Feind erkennbar ist.

Beim Probespiel sorgt zudem der neue Realismus-Modus vor allem bei den Nacht-Duellen für ein verändertes Spielgefühl. Denn bei diesem sind jegliche HUD-Anzeigen abgeschaltet, selbst der Radarschirm. So wisst ihr einerseits nicht, wo eure Kameraden agieren. Andererseits seht ihr nicht, ob ihr einen Feind eliminiert habt, da die Bestätigungsmeldung fehlt. Das sorgt für weiteren Nervenkitzel.

Neu mit dabei: der taktische Sprint, durch den ihr noch schneller rennt. Beim bisher bekannten Sprint haltet ihr die Waffe am Körper. Beim taktischen Sprint dagegen bewegt ihr euch flotter, indem die aktuelle Waffe nach oben gehalten wird. Der große Nachteil: Es dauert länger, um zu zielen.

Für vier bis 40 Spieler

In Sachen Modus-Vielfalt hat Infinity Ward wahrlich nicht gespart. Denn ihr tretet nicht nur in typischen Deathmatches oder Domination-Schlachten mit zwölf bis 20 Teilnehmern an.

CoD: Modern Warfare: Die Gunfight-Matches zählen zu den großen Neuheiten

Die erste große Neuheit bilden die Gunfight-Matches, in denen Duelle mit nur zwei gegen zwei Spieler ablaufen ("2v2" genannt). Die überraschend kleinen "Flash Maps" lassen sich gut überblicken, bieten aber dennoch viel Gelegenheit zur Deckung. Sobald ihr tödlich verwundet werdet, scheidet ihr für die Runde aus. Es gibt keine Auto-Heilung.

Außerdem bringt es nichts, wenn ihr euch verschanzt. Denn das Team mit mehr verbleibender Gesundheit gewinnt, sobald das Zeitlimit abläuft. Obendrein ist in jeder neuen Runde die Waffe vorgegeben. Die Partien sind in wenigen Minuten vorbei und lassen kaum Zeit zum Verschnaufen.

Das krasse Gegenstück zu "2v2" sind die großen "Battle Maps", wo maximal 20 gegen 20 Soldaten antreten. Die Umgebungen sind die wohl größten der Seriengeschichte und erinnern nicht von ungefähr an den Genrekonkurrenten Battlefield. Mit großen Trupps rückt ihr vor, um beispielsweise fünf (nein, nicht nur drei) Domination-Punkte einzunehmen. Dabei kommen auch fahrbare Infanterie-Vehikel, Panzer und Quads zum Einsatz.

Killstreaks sind zurück!

Eine umstrittene Entscheidung fällt Infinity Ward bei den Abschussbelohnungen: Statt Scorestreaks (wie in den letztjährigen CoD-Episoden) baut Modern Warfare wieder auf Killstreaks. Ergo werdet ihr bei genug Abschüssen mit übermächtigen Extras belohnt.

Die fragliche Entscheidung könnte vor allem für schwächere Spieler zum Problem werden. Dennoch gefallen die Killstreak-Belohnungen, die von Gegner-Radar, Stördrohne und Versorgungskiste mit zufälligem Inhalt bis zur Luftunterstützung von Hubschrauber, Kampfjet oder Gunship rangieren.

Auch umstritten ist eine Bombardierung mit weißem Phosphor, die Gegner in Reichweite verbrennt. Das weckt unschöne Erinnerungen an das Antikriegsspiel Spec Ops: The Line, in dem die Auswirkungen solcher Angriffe schonungslos dargestellt werden. Für 15 Kills erhaltet ihr per Abwurf übrigens die Juggernaut-Ausrüstung, die euch dank schwerer Panzerung und Minikanone zum Superhelden macht.

Als Killstreak-Belohnung winkt ein fetter Juggernaut-Anzug, der alle Unklarheiten beseitigt.Als Killstreak-Belohnung winkt ein fetter Juggernaut-Anzug, der alle Unklarheiten beseitigt.

Nicht zuletzt lockt Modern Warfare mit einem einheitlichen Fortschrittssystem. Kampagne, Multiplayer und Koop-Modus existieren Hand in Hand. Entsprechend könnt ihr Extras wie Erfahrung, Charaktere und Stufe in einer Spielvariante auch für andere Modi freischalten.

Meinung von Thomas Stuchlik

Alles richtig gemacht, Infinity Ward! Die serientreuen Mehrspieler-Modi wurden in Modern Warfare behutsam aufgefrischt. Das motivierende Grundprinzip bleibt bestehen. Doch kleine Feinheiten wie das Mount-System, die Türmechanik oder Nachtsicht-Duelle sorgen für neue Motivation. Die großen Matches mit 20-vs-20 überzeugen mich noch nicht ganz, da sie viel Laufarbeit benötigen und teils chaotisch ablaufen.

Weit mehr begeistert mich das Zwei-gegen-Zwei auf den winzigen Arealen. Denn hier zählt jeder Moment. Perma-Death und ständig wechselnde Waffen sorgen in jeder Runde für Hochspannung. Gleichzeitig erhält das neue Call of Duty seine längst überfällige Grafik-Politur. Dank neuer Engine und volumetrischer Beleuchtung wirken die Umgebungen stimmungsvoller. Obendrein ist auf PC der Einsatz von Raytracing geplant.

Schön auch, dass auf einen Season Pass verzichtet wird. Stattdessen kommen DLCs kostenlos. Jetzt bleibt nur noch die Frage, wie gut der noch nicht gezeigte Koop-Modus "Spec Ops" ausfällt. Zusammen mit der Kampagne erwartet euch somit ein vollgepacktes Baller-Paket, das für viel Freude und sicher auch für einige Kontroversen sorgen wird.

Tags: Multiplayer  

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