Vorschau Watch Dogs: Legion | Give me a Brexit

von Matthias Kreienbrink (22. August 2019)

Gut 45 Minuten durften wir Watch Dogs: Legion auf der gamescom anspielen. Was wir dabei vorgefunden haben? Brexit, freie Charakterwahl und jede Menge Drohnen. Wieviel Spaß das macht, erfahrt ihr hier.

So spielt sich Watch Dogs: Legion

Am Anfang sind wir eine Oma. Mit dieser stiefeln wir durch ein dystopisches London nach dem Brexit. Aufstände, Polizeigewalt und unterdrücke Bürger, Watch Dogs: Legion baut eine Welt, die durchaus möglich sein könnte. Eine Welt, die durchaus genug Stoff bieten kann für ein höchst interessantes und komplexes Spiel.

Doch zunächst sind wir - immer noch - eine Oma. Diese bewegt sich ziemlich langsam, selbst als wir rennen wollen, ist es nicht mehr als ein etwas schnelleres Watscheln. Die Oma jedoch sind wir nicht allzu lange. Denn ein wichtiges Feature dieses Spiels ist es, dass ihr eure Charaktere ständig wechseln könnt. So sehen wir etwa am Straßenrand einen Pantomimen stehen. Braucht kein Mensch, also schnell rekrutieren, damit er in unserem Dienst arbeiten kann. Ergo scannen wir die Person und sehen, dass er Dead-Sec, der Gruppe der wir angehören, kritisch gegenüber steht – er traut uns nicht.

Mit der Oma ist nicht zu spaßen.Mit der Oma ist nicht zu spaßen.

Das können wir aber ändern. Denn wir sehen, dass er Dreck am Stecken hat. Es gibt Aufnahmen von ihm, die zeigen, wie er eine Straftat begeht. Als Oma machen wir uns denn auf den Weg zur Zentrale, wo diese Aufnahmen gespeichert sind. Wir haben nun mehrere Möglichkeiten, in die Anlage einzudringen. Waffe zücken, in den Vordereingang und drauflos schießen ist eine dieser Möglichkeiten.

Klüger ist es aber, sich in die Sicherheitsanlage einzuhacken. Etwa in die Kameras, mit denen wir uns einen Überblick über das Gelände machen können. Oder aber wir aktivieren unsere Drohnen-Spinne und erledigen die Wachen still und heimlich. Alle Wege führen jedoch zu einem Ziel: Dem Computer, der die Aufnahmen gespeichert hat. Haben wir den erreicht, löschen wir schnell die Daten und machen uns vom Acker.

Nachdem wir dem Mimen nun den Gefallen getan haben, hat er Vertrauen zu uns gefasst und schließt sich uns an. Von nun an können wir diesen Charakter jederzeit übernehmen. Die Entwickler versicherten uns beim Anspielen, dass jede Person dabei ihre eigene Persönlichkeit haben soll. Eigenarten etwa beim Sprechen oder spezielle Arten des Laufens. Diese seht ihr dann auch in jeder Zwischensequenz. Doch Achtung: Geht einer eurer Charaktere drauf, ist er für immer weg.

Drohnenkampf nach Hacker-Art

Neben der Spinnen-Drohne, die die Spielfigur bei sich trägt, fliegen auch Drohnen durch die Gegend, die übernommen werden können. So etwa ein besonders großes Gerät, mit dem wir Kisten aufnehmen und auf Gegner abwerfen können. Jedoch kann nicht jeder Charakter alles. Denn ihr könnt zwischen drei Klassen wählen: Die eher brachialen Kämpfer, die Granaten werfen können, die Hacker, die sich etwa in Drohnen einhacken können oder aber die schleichende Klasse, die sich für kurze Zeit unsichtbar machen kann.

Nach dem Brexit herrscht in London der Ausnahmezustand.Nach dem Brexit herrscht in London der Ausnahmezustand.

Beim Anspielen haben wir einen kleinen Eindruck davon bekommen, welche Möglichkeiten diese Spielmechanik ermöglicht. Durch die Straßen Londons zu laufen, verschiedene Passanten zu scannen und sich zu überlegen, wer zu welcher Mission passen könnte – das macht schon ziemlich Spaß. Auch ist das Szenario wirklich sehr interessant. Mit dem Brexit hat Ubisoft ein sehr aktuelles und brisantes Thema aufgegriffen. Welche Auswirkungen diese Abtrennung von der EU auf die verschiedenen Stadtteile Londons gehabt hat, konnten wir schon beim Anspielen erahnen.

Es ist noch Platz für mehr interessante Inhalte

Doch gab es dann auch wieder die Passagen, die sich einfach nur altbekannt angefühlt haben. Etwa auf dem Trafalgar Square, wo wir in eine große Schießerei geraten. Wir gehen in Deckung und schießen auf die Gegner, die in Scharen auf uns zu laufen, werfen Granaten, rennen von Mauer zu Mauer. All das eben, was man in sehr, sehr vielen Videospielen immer wieder macht.

Auch das kann natürlich Spaß machen, ohne Frage. Aber interessanter wäre es doch, wenn sich Ubisoft in Watch Dogs: Legion mehr auf die Aspekte konzentrieren würde, die wirklich neu sind. Macht die vielen spielbaren Charaktere noch komplexer, lasst sie Dinge über eine Spielwelt sagen, die vom Brexit heimgesucht wurde. Und macht das Polizei-Regime zu einer wirklich ernstzunehmenden Bedrohung für die Freiheit der Menschen.

Zeit hat Ubisoft jedenfalls noch, um Watch Dogs: Legion zu einem noch interessanteren Spiel zu machen. Erscheinen soll es erst am 6. März für PlayStation 4, Xbox One und PC.

Tags: gamescom  

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