World of Warcraft: Classic | Aus dem Innenleben einer Top-Gilde

(Special)

von Ove Frank (03. Oktober 2019)

Seit dem Start Ende August ist der Hype rund um World of Warcraft: Classic riesig. Viele Fans von früher, aber auch neue Spieler erkunden derzeit das urtümliche Azeroth im Bestreben, die Besten zu werden. Eine Gruppierung, die sich einen entsprechenden Ruf bereits erarbeitet hat, ist die Gilde "APES", welche als erstes Ragnaros und Onyxia zu Fall brachten. Wir haben mit ihnen gesprochen, um zu erfahren, wie es im Inneren einer Top-Gilde aussieht.

Bereits direkt vor dem Launch von World of Warcraft: Classic haben wir uns mit einem offiziellen Verteter der Gilde "APES" unterhalten, welcher uns exklusive Einblicke in die soziale Struktur, in die Organisation und in die Pläne der Gilde gewährte.

Dass es sich bei APES um eine wahre Top-Gilde handelt, haben sie nach nicht einmal sechs Tagen unter Beweis gestellt, als sie als die weltweit Ersten die Raid-Bosse Ragnaros und Onyxia zu Fall bringen konnten. Dies ist freilich nicht unbemerkt geblieben und mehr als 90.000 Zuschauer waren live auf Twitch mit dabei, als sich der Flammengott Ragnaros seinem Ende stellen musste.

Der erste Sturz des Ragnaros durch APES war eines der ersten Highlights von WoW: Classic.Der erste Sturz des Ragnaros durch APES war eines der ersten Highlights von WoW: Classic.

Wie entstand APES?

APES erzählen uns, dass sich die Grundzüge dieser Gilde auf verschiedenen Privatservern formierten. Viele Spieler wollten das ursprüngliche World of Warcraft zocken, welches 2004 veröffentlicht wurde. Die Gilden-Mitglieder, wie auch viele weitere Menschen, bevorzugen das als herausfordernder und zeitaufwändiger geltende WoW-Vanilla, was der enorme Erfolg von WoW-Classic bestätigt.

Verschiedene Mitglieder lernten sich über die Jahre und über verschiedene Privatserver hinweg kennen und waren bereits zuvor in Gilden zusammen aktiv. Das Kerngerüst der aktuellen Gilde hatte sich auf dem Privatserver "Northdale" formiert und die Gilde APES auch unter diesem Namen gegründet. Seit Juni 2018 ist der Großteil der aktuellen Besetzung dabei.

Die Gildenmitglieder wurden hierbei vom späteren Gildenleiter persönlich ausgewählt. Man kannte sich bereits zuvor und von jedem Mitglied war bekannt, dass es sich dabei um einen sehr fähigen Spieler handelt, der sich in diesem Umfeld gut einfügen kann.

Auf Northdale hat sich die Gilde im Szene-Kreisen schnell einen Namen gemacht, und nachdem sich die Pläne zum Launch von WoW: Classic konkretisierten, begannen bereits die Spekulationen, auf welchem Server sie spielen und welcher Fraktion sie angehören würden.

Auf die Nachfrage, wie die Reaktion auf die Ankündigung von WoW: Classic war, war die Antwort folgende:

"Es war für uns sofort klar, dass wir alle von den Privatservern zum offiziellen Produkt wechseln würden. Um die eventuelle Möglichkeit, auch gratis spielen zu können, ging es uns nie. Wir haben lediglich deshalb auf den Privatservern gespielt, da es für das Spiel, welches wir uns wünschen bis dahin keine offizielle Alternative gab."

Wollt ihr mehr von APES sehen, dann können wir euch die Highlight-Videos des zur Gilde gehörenden YouTubers und Streamers Monkeynews empfehlen, der einst auch über seinen Twitch-Account die Welt am ersten Sturz von Ragnaros teilhaben ließ:*

Wie ist die Gilde organisiert?

Die Leitung von APES unterliegt dem Gildenleiter Maitoz und zwei weiteren Offizieren. Diese organisieren die Planung von Raids und PvP-Events. Neben den drei Offizieren gibt es derzeit etwa 100 weitere Mitglieder bestehend aus zwei Raid-Rostern mit jeweils knapp 40 Angehörigen. Hinzu kommen noch mehrere Spieler, die nicht allzu oft aktiv sind und hier und da einspringen.

Die Raids werden vorweg immer akribisch geplant, um eine möglichst hohe Effektivität zu erreichen. Die zwei verschiedenen Raid-Roster haben eine feste Besetzung, wobei sich diese nicht von den spielerischen Fähigkeiten her unterscheiden. Diese Aufteilung ist lediglich eine organisatorische Maßnahme. Dabei nehemen diese abwechselnd an den Raids teil.

Vor jedem Raid wird ein für alle Gilden-Mitglieder sichtbares Spread-Sheet erstellt, welches die Verteilung der Rollen der jeweiligen Spieler festlegt. Die Rollenverteilung ändert sich dabei entsprechend der Ausrüstung der verschiedenen Spieler. Das heißt, dass sich die Rollen der einzelnen Spieler, zum Beispiel ob Damage-Dealer oder Tank, von Raid zu Raid unterscheiden können.

APES stürzte nach Ragnaros auch Onyxia als weltweit erste Gilde.APES stürzte nach Ragnaros auch Onyxia als weltweit erste Gilde.

Die Verteilung des Loot wird hier nicht ausgewürfelt, sondern von den drei Offizieren festgelegt. Dabei wird darauf geachtet, was das Beste für die gesamte Gilde ist. Das heißt, dass ein einzelner Spieler nicht gleich voll ausgerüstet wird, sondern dass eher auf eine gleichmäßige Verteilung geachtet wird.

Im Vorfeld des Launchs von WoW: Classic war bereits festgelegt, welcher Spieler welche Klasse spielen würde. Das heißt aber nicht, dass jeder eine Klasse wählen musste, die er zuvor auch gespielt hatte. Jedem Mitglied wird die Zeit gegeben, etwas Neues auszuprobieren und sich auch anders zu beweisen.

Trotz der bekannten und oben erwähnten PvE-Erfolge, sieht sich die Gilde APES als primär PvP-orientiert. Im Gegensatz zum PvE ist das PvP nicht so einfach planbar, weshalb meist spontan entschieden wird, wie vorgegangen wird. Zum Beispiel, ob man einer anderen Gilde von der gegnerischen Fraktion vor einem Raid auflauert, oder ob man ein Mitglied "rächt", welches zuvor regelmäßig anderen Spielern zum Opfer fiel.

Was wird von den Mitgliedern erwartet?

Wenn man ein Teil einer Top-Gilde ist, dann muss man natürlich einiges leisten, was sich von dem unterscheidet, was auch jeder beliebige Standardspieler zu bieten hat. Dies bedeutet nicht zuletzt auch, dass jeder seine eigenen spielerischen Interessen hinter dem Erfolg der Gilde anstellen muss.

So wird von den meisten Spielern erwartet, dass der WoW-Beruf des Ingenieurs erlernt und hochgeskillt wird, da die vielen Items, die so erstellt werden können im PvE und im PvP sehr nützlich sein können, vor allem die mächtigen Granaten.

Pro Woche müssen die aktiven Mitglieder allein für den PvE-Inhalt mit einem zeitlichen Aufwand von ungefähr 15 Stunden rechnen. Diese Zahl setzt sich aus der Zeit zusammen, welche die Raids und Instanzen per se benötigen, sowie aus der Zeit, die zur Vorbereitung benötigt wird, welche in der Regel doppelt so lange dauert wie der Raid sowie die Instanzen selbst.

APES besteht aktuell zu großen Teilen aus Gnomen und Zwergen, da deren Völkerboni von Vorteil sind.APES besteht aktuell zu großen Teilen aus Gnomen und Zwergen, da deren Völkerboni von Vorteil sind.

Der PvP-Aspekt, welcher ja der erklärte Fokus der Gilde ist, ist in diesen 15 Stunden pro Woche nicht eingerechnet. Eine klare Zeit, welche der PvP-Anteil verlangt, ist nicht festzumachen, da, wie schon erwähnt, PvP nur sehr bedingt planbar ist, weshalb sich die investierten Stunden von Woche zu Woche unterscheiden.

Grundsätzlich ist es aber die Absicht eines jeden Mitglieds, mindestens den PvP-Rang 10 zu erreichen, um sich für das blaue PvP-Set zu qualifizieren, welches über das ganze Spiel hinweg gesehen sehr mächtig ist.

Bei all diesen Ansprüchen, denen die Spieler gerecht werden müssen, stellt sich natürlich die Frage: Was passiert, wenn ein Gilden-Mitglied dies nicht erbringen kann oder will? Wie wird damit umgegangen?

"Das, was für uns über allem steht, ist der Spaß! Diese Zeit und Mühen, die investiert werden, bedeuten für uns Spaß. Wenn dies jemand allerdings nicht erbringen kann oder will, weil es die Zeit nicht zulässt, oder weil sich jemand mehr auf die Familie konzentrieren will, dann ist dies natürlich in Ordnung. (...) Niemand wird zu irgendetwas gezwungen. Allerdings würden diejenigen Spieler, die nicht regelmäßig an Raids und Events teilnehmen können, weiter nach hinten geschoben und ein anderer nimmt deren Platz ein. (...) Aus der Gilde geworfen, wird dafür keiner!"

Bei einer Top-Gilde wie APES, mit ihren bereits errungenden Erfolgen, erscheint es nur als Frage der Zeit, bis die Mitglieder auch in den Besitz der besten Waffen im Spiel gelangen. Diese haben wir für euch in einer Bilderstrecke aufgelistet.

Wie sieht der persönliche Umgang innerhalb der Gilde aus?

APES ist eine internationale Gilde. Das heißt, dass die Mitglieder rund um den Globus verteilt sind, wobei ein Großteil aus Europa stammt. Damit alle miteindander kommunizieren können, ist Englisch die vorausgesetzte Umgangssprache. Von jedem Mitglied wird daher erwartet, gute Englischkenntnisse vorweisen zu können.

Wir fragten weiter, wie die einzelnen Mitglieder miteinander umgehen und generell welcher Umgangston herrscht:

"In der Gilde herrscht in der Regel eine heitere Stimmung. (...) Anzügige Witze und nicht ernst gemeinte Beleidigungen sind bei uns normal."

Bei einem sehr lockeren Umgangston kann es bekanntlich auch schnell beleidigend werden. Wir fragten daher, wie damit umgegangen wird. Stichwort, Rassismus / Sexismus:

"Wir wollen kein Drama in der Gilde. (...) Wenn mal übers Ziel hinaus geschossen wird, dann folgt auch immer eine Entschuldigung. Wir sind alle Freunde und wollen nicht, dass sich jemand wegen seiner Orientierung oder seiner Herkunft unwohl fühlt. (...) Bei uns herrscht eine Nulltoleranz gegenüber persönlichen Beleidigungen. Hört jemand mit seinen unangebrachten Aussagen nicht auf, obwohl er darauf hingewiesen wird, dann fliegt er auch schnell aus der Gilde. (...) Das ist zuvor schon vorgekommen."

Was sind die Ziele von APES?

Die Gilde hat einen gewissen Anspruch und möchte diesem auch gerecht werden. Bereits vor dem Launch von WoW: Classic war eines der Ziele der Gilde, als weltweit erste einen der Raid-Endbosse zu Fall zu bringen, was dann ja auch gelang.

Letzten Endes waren es mit Ragnaros und Onyxia sogar zwei innerhalb weniger Stunden. Während dieser Erfolg vor 15 Jahren mehrere Monate in Anspruch nahm, benötigte APES dafür kaum sechs Tage, womit namhafte Konkurrenz, wie zum Beispiel die Gilde Progress, ausgestochen wurde.

Diese Erfolge sollen nun bestätigt werden. Mit den kommenden Phasen kommen dementsprechend auch neue Schlachtzüge und neue Bosse ins Spiel. Egal ob Nefarian, Kazzak oder Kel'Thuzad - APES wollen alle Bosse möglichst schnell über den Jordan schicken.

Neben den serverübergreifend quantifizierbaren PvE-Erfolgen ist es ebenso das Ziel der Gilde, den eigenen Server auch im PvP zu dominieren. "Wir suchen die Herausforderung. (...) Das bedeutet für uns Spaß!"

Dass es sich bei APES um Experten handelt, dürfte uns allen klar sein. Aber wie sieht es mit euch aus? Seid ihr in der Lage, unser WoW-Quiz zu absolvieren?

Derzeit spielt die Gilde APES auf dem englischsprachigen Server Gehennas, wo sie der Allianz angehört. Wollt auch ihr euch einer Top-Gilde anschließen und habt da an APES gedacht, dann haben wir leider schlechte Nachrichten für euch: Die Gilde hat kein offenes Recruitment: Ihr könnt euch nicht bewerben. Neue Rekruten werden lediglich auf Empfehlung der eigenen Mitglieder hin in die Gilde aufgenommen.

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