Hell Let Loose | Die Hardcore-Alternative zu Battlefield & Co.?

(Special)

von Dom Schott (03. Oktober 2019)

Realismus, Teamplay und gnadenlose Weltkriegsgefechte: All das verspricht Hell Let Loose und will sich damit von der Shooter-Konkurrenz abheben. Wir haben uns die potenzielle Battlefield-Alternative angesehen und überprüft, für wen das Hardcore-Spiel geeignet ist.

Gameplay-Trailer | So spielt sich Hell Let Loose

Auf den ersten Blick unterscheidet Hell Let Loose nichts von den vielen anderen Weltkriegs-Shootern, die in den letzten Jahren erschienen sind: Achsenmächte und Alliierte robben durch den Schlamm mitteleuropäischer Landschaften und kämpfen verbissen um Kleinstädte, Munitionslager oder Bunkeranlagen.

Und doch steckt hinter dem erfolgreich finanzierten Kickstarter-Hit ein Hardcore-Shooter, der sich nicht deutlicher von Battlefield & Co. unterscheiden könnte. Wir haben uns den Weltkriegssimulator einmal genauer angesehen und für euch herausgefunden, für wen Hell Let Loose tatsächlich geeignet ist.

Wie funktioniert Hell Let Loose?

Hell Let Loose ist ein reiner Multiplayer-Shooter und bietet aktuell nur einen Spielmodus an, der sich mit Battlefields “Rush” vergleichen lässt: Alliierte und Achsenmächte kämpfen auf einer der aktuell vier verfügbaren Karten um unterschiedliche Kontrollpunkte. Nimmt ein Team einen dieser Kontrollpunkt ein, drängt es das Gegnerteam um einen Sektor zurück und rückt so allmählich auf die feindliche Basis zu. Ein Match endet nach 60 Minuten oder wenn es einem Team gelungen ist, die feindliche Basis zu erobern.

Die Karten sind in Kachelfelder unterteilt, die taktische Manöver erleichtern sollen. Außerdem seht ihr auf einen Blick, in welchem Sektor strategische Ressourcen erobert werden können.Die Karten sind in Kachelfelder unterteilt, die taktische Manöver erleichtern sollen. Außerdem seht ihr auf einen Blick, in welchem Sektor strategische Ressourcen erobert werden können.

Spieler können dabei nicht auf eigene Faust kämpfen, sondern müssen sich einem Sechser-Squad anschließen, das sie als Infanterist, Panzerfahrer oder Artillerie-Soldat unterstützen. Und hier enden bereits die Gemeinsamkeiten, die Hell Let Loose mit seiner Genre-Konkurrenz teilt.

Was macht Hell Let Loose so besonders?

“Realismus” und “Teamplay” sind Schlagworte, mit denen sich viele Shooter brüsten, aber Hell Let Loose nimmt beide Versprechen ganz besonders ernst — und das beginnt bereits bei der Zusammensetzung eines Squads: Es gibt insgesamt 13 unterschiedliche Soldatenklassen mit jeweils eigenen Waffen und Ausrüstungsoptionen, allerdings darf keine von ihnen in einem Sechserteam doppelt besetzt sein.

Idealerweise sprechen die Squad-Mitglieder also bereits im Vorfeld miteinander ab, ob sie sich beispielsweise auf schnelle Vorstöße konzentrieren und dementsprechend Sturmsoldaten und Sanitätern den Vorrang geben oder lieber Stellungen verteidigen — dann bieten sich besonders MG-Schützen und Späher für die ideale Squad-Zusammensetzung an.

Aber keine Sorge: Ihr müsst nicht schon im Loadout-Menü die Strategie mit eurem Squad-Anführer festlegen, dafür bleibt euch auf dem Weg zur Front genug Zeit. Denn die Multiplayer-Maps sind allesamt beeindruckende vier Quadratkilometer groß — genug Platz also für taktische Panzermanöver, Hinterhalte und Zangenangriffe, die zwischen den Squads allerdings gut abgesprochen werden müssen.

Und diese Absprachen lohnen sich, denn alle Sektoren sind fest mit einer besonderen Ressource verbunden: Nehmt ihr beispielsweise einen Sektor des Gegners ein, in dem ein Treibstofflager errichtet wurde, dauert es länger, bis das feindliche Team mit neuen Fahrzeugen versorgt wird. Diese Idee, die sich Entwicklerteam Black Matter von Strategiespielen wie Company of Heroes abgeschaut hat, sorgt für eine weitere, spannende, taktische Komponente.

Artillerie kann auch in Hell Let Loose kriegsentscheidend sein, vorausgesetzt ein Squad ist koordiniert genug, die technischen Geräte zu bedienen.Artillerie kann auch in Hell Let Loose kriegsentscheidend sein, vorausgesetzt ein Squad ist koordiniert genug, die technischen Geräte zu bedienen.

Dass ihr trotz der weitläufigen Schlachtfelder schon auf dem Weg zu den gegnerischen Sektoren auf Feinde trefft, ist recht wahrscheinlich, denn im Gegensatz zu Battlefield & Co. kämpfen auf den Schlachtfeldern nicht 64, sondern gleich 100 Spieler um den Sieg. Wer nach meist ein bis zwei Treffern tödlich verwundet wird, scheidet vorübergehend aus dem Match aus und findet sich kurz darauf an einem der Respawn-Punkte wieder, wo die Schlacht aufs Neue beginnt.

Teamplay, Zusammenarbeit und squadübergreifende Kommunikation sind die wichtigsten Grundlagen, um länger als nur einige wenige Minuten am Leben zu bleiben. Sturmangriffe auf eigene Faust, die in einem Battlefield 5 durchaus spielentscheidend sein können, sind in dieser erbarmungslosen Welt nicht denkbar.

Wo ist der Haken?

Grundsätzlich ist die langsame, fast bedächtige Spielgeschwindkeit von Hell Let Loose gewöhnungsbedürftig — insbesondere für Shooter-Fans, die viel Zeit auf den deutlich hektischeren Schlachtfeldern von Battlefield 5 oder Call of Duty - Modern Warfare verbracht haben. Es braucht Zeit und Geduld, sich auf diese ungewohnten Weltkriegsschlachten einzulassen und dem Instinkt zu widerstehen, befestigte Stellungen oder besetzte Häuserreihen auf eigene Faust erobern zu wollen. Einsame Wölfe leben in Hell Let Loose nicht lange.

Ein Fadenkreuz sucht ihr in Hell Let Loose vergeblich, stattdessen müssen Kimme und Korn zum Dienst antreten.Ein Fadenkreuz sucht ihr in Hell Let Loose vergeblich, stattdessen müssen Kimme und Korn zum Dienst antreten.

Ein weiterer Faktor, der maßgeblich darüber entscheiden wird, wie lange sich Hell Let Loose auf euren Festplatten halten kann, sind die Squads: Habt ihr Glück und landet in einem Sechserteam, das miteinander kommuniziert, Angriffsziele benennt und Informationen weitergibt, entfaltet Hell Let Loose all seine Stärken. Schweigen die Mitspieler hingegen, verkommen die Eroberungskämpfe auf den weitläufigen Schlachtfeldern zum frustrierenden und einsamen Blinde-Kuh-Spiel. Spaß macht sowas nicht.

Auch spielmechanisch warten auf euch einige Herausforderungen: Geschuldet dem Wunsch des Entwicklerteams, einen möglichst realistischen Shooter zu entwickeln, erfordert der Umgang mit den unterschiedlichen Waffen im Spiel viel Training. Im Gegensatz zu Battlefield & Co. erfordern Kar98k, M1 Garand, MG42 und noch einige andere eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis ihr ein Gefühl für das Handling der verschiedenen Modelle entwickelt habt.

Fazit: Wer hat Spaß mit Hell Let Loose?

Eigentlich liegt es auf der Hand: Wer Erfahrung mit Shootern hat, von Battlefield 5 oder Call of Duty: Modern Warfare aber immer unterfordert war, wird mit Hell Let Loose glücklich. Der Weltkriegs-Shooter des australischen Entwicklerteams Black Matter ist für Spieler ausgelegt, die Spaß an langsamen, taktischen Gefechten haben und auch die ständige Kommunikation mit Teamkameraden nicht scheuen.

Doch auch wenn Hell Let Loose aktuell noch nicht euer Interesse wecken kann, könnte es sich durchaus lohnen, das Spiel weiterhin im Blick zu behalten. Denn aktuell ist der Weltkriegssimulator noch in der "Early Access"-Phase und soll bis zum geplanten Release Mitte 2020 einige weitere Features dazubekommen: Die offizielle Roadmap verspricht alleine für die kommenden Wochen eine neue Map, den Tiger Panzer, ein Level- und Kosmetiksystem für Soldaten, überarbeitete Animationen und natürlich zahlreiche Bugfixes. Das Entwicklerteam werkelt fleißig an Hell Let Loose, das bereits jetzt für viele Shooter-Fans eine echte Battlefield-Alternative darstellen dürfte.

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