Vorschau Star Wars Jedi: Fallen Order |Endlich ein "Star Wars"-Spiel mit Seele

von Alexander Gehlsdorf (17. Oktober 2019)

Ein gutes "Star Wars"-Singleplayer-Spiel. Viel mehr will die Welt doch gar nicht von Electronic Arts. Mit Star Wars Jedi: Fallen Order könnte sich dieser Traum endlich erfüllen, denn unser bisheriger Eindruck ist überwältigend positiv. Wir durften das kommende Abenteuer bereits anspielen.

Endlich ein Abenteuer für Singleplayer! Star Wars Jedi: Fallen OrderEndlich ein Abenteuer für Singleplayer! Star Wars Jedi: Fallen Order

Was für eine Art Spiel ist Star Wars Jedi: Fallen Order überhaupt? Während der E3-Trailer eher auf eine lineare Spielerfahrung im Stile eines Uncharted schließen ließ, sprachen einige Pressestimmen, die das Spiel bereits damals hinter verschlossenen Türen begutachten durften, von einem Soulslike. Korrekt ist tatsächlich beides.

Während das Spiel der Grundstruktur eines Soulslike folgt, mitsamt neu spawnenden Gegnern, einem anspruchsvollen Kampfsystem und knackigen Bossen, gibt es hin und wieder auch Rätselpassagen, die direkt aus einem Uncharted oder Tomb Raider stammen könnten. Statt auf sein Lichtschwert verlässt sich Protagonist Cal in diesem Fall auf seinen Verstand sowie seine stetig wachsende Kenntnis der Macht.

Lichtschwert und mächtige Fähigkeiten: die Kämpfe

Das typische Souls-Wechselspiel aus Angriff, Block, Ausweichen und Ressourcen-Management findet sich auch in Fallen Order wieder, wird aber passend zum Szenario durch Cals Machtfähigkeiten erweitert. Die wohl spektakulärste ist dabei der Zeitstopp, welcher einen Gegner für einige Sekunden erstarren lässt - Perfekt um einem besonders gefährlichen Angriff zu entgehen oder sich für einen gut positionierten Schlag in den Rücken vorzubereiten.

Lernt Cal Kestis, den Helden aus Fallen Order im Story-Trailer kennen:

Natürlich stehen ihm solche Manöver nicht unbegrenzt zur Verfügung, stattdessen muss Cal seine Machtreserven durch erfolgreiche Angriffe aufladen. Besonders in Kämpfen gegen mehrere Gegner ergeben sich daraus spannende Herausforderungen: Soll sich Cal zunächst im Nahkampf der leicht zu besiegenden Sturmtruppen annehmen, damit seine Machtkräfte aufladen und somit das explosive Geschoss des Rocket Troopers mit der Macht einfach zurückwerfen? Oder lieber aus sicherer Entfernung die Blasterschüsse der Sturmtruppen mit dem Lichtschwert parieren und den Raketen zunächst einfach nur ausweichen?

Wie schon die großen Vorbilder von From Software schafft es auch Entwickler Respawn Entertainment in Fallen Order immer wieder aufs Neue, herausfordernde Kombinationen aus Gegnertypen und Locations zu designen. Somit stellt jeder Kampf eine ganz individuelle Herausforderung dar, die nicht durch simples Button-Mashing überwunden werden kann.

Hat Cal genügend imperiale Schergen besiegt, wird er mit einem Skillpoint belohnt, um seine Jedi-Fähigkeiten weiter zu verbessern. Zur Auswahl stehen sowohl verbesserte Machtfähigkeiten, neue Lichtschwert-Manöver als auch defensive Fähigkeiten, wie etwa stärkere Heilung. Eine Waffen- oder gar Klassenwahl wird es hingegen nicht geben. Cal ist ein Jedi-Lehrling und kämpft ausschließlich mit dem Lichtschwert, daran wird auch die Individualisierung im Skillbaum nichts ändern. Star Wars Jedi: Fallen Order ist kein Rollenspiel.

Rätsel und Erkundung

Allerdings profitiert Cal nicht nur im Kampf von seinen neuen Fähigkeiten. Sie dienen auch dazu, neue Wege zu erschließen sowie einige der Rätsel zu lösen. In den Tiefen des Planeten Zeffo muss Cal etwa die Mechanismen einer alten Jedi-Ruine entschlüsseln, wofür die Macht natürlich unabdingbar ist.

Ihr findet längst vergessene Jedi-Ruinen.Ihr findet längst vergessene Jedi-Ruinen.

So ist es unter anderem nötig, per Machtstoß riesige Kugeln an die richtige Position zu manövrieren sowie die dafür nötigen Wege freizulegen. Auch in den "Jump and Run"-Passagen des Spiels zählt nicht nur das Geschick am Gamepad, sondern auch der gekonnte Einsatz der Macht. So lassen sich einige Hindernisse beispielsweise nur überwinden, wenn Cal im richtigen Moment den Zeitstopp einsetzt, um etwa rotierende Maschinenteile passierbar zu machen.

Auch bei der Erkundung stehen Cal mit wachsenden Kenntnissen der Macht neue Möglichkeiten offen. So sind gerade zu Beginn des Spiels viele Wege noch versperrt und können erst im späteren Spielverlauf betreten werden, nachdem Cal die entsprechende Fähigkeit erlernt hat. So lassen sich durch den Machtstoß etwa bröckelige Wände einreißen oder Brücken herablassen. Dadurch wird es auch spät im Spiel noch immer neue Anlässe geben, auf bereits besuchte Planeten zurückzukehren, um alle Geheimnisse der Spielwelt zu lüften.

Schwierigkeitsgrad: herausfordernd und frustfrei

Damit dabei auch bei Gelegenheitsspielern kein Frust aufkommt - schließlich sind Soulslike-Spiele nicht für ihre Zugänglichkeit bekannt - hat Entwickler Respawn Entertainment eine ganze Reihe Hilfsmittel implementiert. Besonders nützlich ist die Holomap, die Cal stets eine Übersicht über bereits besuchte Areale verschafft und übersichtlich alle offenstehenden - sowie auch die noch versperrten - Wege markiert. Darüber hinaus können bereits besiegte Gegner von Cals Droiden-Begleiter gescannt werden, um so einen Eintrag in der spielinternen Datenbank zu generieren. Dort finden sich dann Informationen sowie entsprechende Kampftipps, damit die zweite Begegnung gleich weniger gefährlich verläuft.

Wer mit zwei linken Daumen den Controller bedient und mit dem Lichtschwert zur Selbstamputation neigt, kann zudem aus vier unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wählen: vom besonders einfachen Story-Modus bis hin zum Jedi Grand Master. Allerdings ändern sich dadurch nicht die Hitpoints der Gegner. Auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad stirbt ein herkömmlicher Sturmtruppler bereits nach einem Hieb.

Stattdessen wirkt sich die gewählte Stufe auf drei Faktoren aus: Cals Widerstandskraft, die Aggressivität der KI sowie das Zeitfenster beim Parieren. Wie aus anderen Soulslikes bekannt, schützt eine gedrückt gehaltene Block-Taste zwar vor Schaden, ein perfekt getimter Block hingegen lässt sich in einen tödlichen Konter verwandeln. Das gleiche Prinzip gilt auch in Star Wars Jedi: Fallen Order.

Meinung von Alexander Gehlsdorf

Eine dicke Scheibe Soulslike, eine Prise Metroidvania und ein Hauch Uncharted - Star Wars Jedi: Fallen Order bedient sich großzügig bei bewährten Spielelementen und findet genau dadurch eine goldene Mischung. Das Erkunden der Spielwelt motiviert ungemein, die Kämpfe sind auf höheren Schwierigkeitsgraden auch für Souls-Veteranen anspruchsvoll und die ikonische "Star Wars"-Atmosphäre tut ihr übriges.

Als die vier Spielstunden beim Anspieltermin vorbei waren und Respawn Entertainment höflich darum bat, die Rechner für die nächste Gruppe freizumachen, konnte ich mich jedenfalls nur schwer von Cal trennen. Umso gespannter warte ich jetzt auf den 15. November 2019, um das Abenteuer endlich komplett zu erfahren.

Derzeit sieht es so aus als hätte Star Wars Jedi: Fallen Order locker das Zeug dazu, zu den besten "Star Wars"-Spielen unserer Generation zu gehören. Bitte ganz fest die Daumen drücken, dass sich Electronic Arts nicht noch kurz vor Release doch noch irgendeine Schweinerei einfallen lässt.

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