No Man's Sky | Spieler wollen einen kompletten Neustart des Universums

von Dom Schott (23. Oktober 2019)

Seit mehr als drei Jahren erkunden Spieler nun schon die fast unendlichen Weiten des ständig mit Updates versehenen von No Man’s Sky. Nun scheint die Community einen kritischen Punkt erreicht zu haben: Sie wünschen sich einen kompletten Neustart der Galaxien - und würden dafür alles aufgeben, was sie über die Jahre erreicht haben.

In den letzten drei Jahren hat No Man’s Sky eine derart dramatische, wendungsreiche Geschichte erlebt, wie kaum ein anderes Spiel da draußen. Nach einer übereifrigen PR-Kampagne entpuppte sich der Release des SciFi-Abenteuers für die meisten Spieler als große Enttäuschung: Journalisten und verprellte Fans zogen über “das schlechteste Spiel aller Zeiten” her, das an der riesigen Erwartungshaltung, die Chef-Entwickler Sean Murray selbst aufgebaut hatte, zerschellt war.

So präsentierte sich No Man's Sky zum Release 2016

“Mir hat das nie gefallen, mir der Presse zu sprechen. Mir hat es keinen Spaß gemacht, wenn ein solcher Termin anstand — und wenn es dann soweit war, war ich immer viel zu naiv und begeistert von meinem eigenen Spiel. Ich bereue viel und würde einiges heute anders machen”, wird er zwei Jahre später im Interview mit The Guardian gestehen.

Ungeachtet der vielen harschen Worte und Beschimpfungen gegen das Entwicklerteam Hello Games steckte No Man’s Sky zum Release durchaus voller spannender Ideen: Milliarden zufallsgenerierte Planeten mit eigenen Ökosystemen, Flora und Fauna warteten auf die Spieler, die trotz aller Enttäuschungen zu den Sternen aufbrachen.

Schnell bildete sich eine treue, leidenschaftliche Community, die mit No Man’s Sky die ideale Bühne für ein ausgefeiltes, hochkomplexes Rollenspiel entdeckten: Sie gründeten Städte, vereinigten sich in Gilden, tauschten lohnenswerte Reiseziele in der Unendlichkeit des Alls aus, führten Kriege und brachten sogar eine eigene Zeitung heraus, die über die neuesten Entwicklungen in der Spielwelt informierte.

Erst seit einigen Monaten können sich Spieler in einem Social Hub in der Spielwelt treffen. Das hat die Community all die Jahre zuvor trotzdem nicht vom Rollenspiel abgehalten.Erst seit einigen Monaten können sich Spieler in einem Social Hub in der Spielwelt treffen. Das hat die Community all die Jahre zuvor trotzdem nicht vom Rollenspiel abgehalten.

Und all das kostete Zeit. Viel, viel Zeit: Wer in der Welt von No Man’s Sky eine eigene Basis hochziehen, ein neues Raumschiff kaufen oder auch nur das eigene Inventar aufwerten will, muss viele hochwertige Ressourcen sammeln, abbauen und craften. Und all das wollen tausende Spieler jetzt aufgeben, um noch einmal ganz von vorne anfangen zu können — aber warum eigentlich?

Eine Welt wird neu geschaffen - schon wieder

In den letzten drei Jahren haben mehrere große und kleine Updates die Welt von No Man’s Sky erschüttert, im wahrsten Sinne des Wortes. Neben kleineren Patches, die nur einige wenige Stellschrauben des virtuellen Universums feinjustierten, erschütterten sechs große Inhaltserweiterungen das Fundament der Spielwelt: Die Ökosysteme ganzer Galaxien wurden komplett verändert, das Aussehen der zufallsgenerierten Planeten neu erstellt und ganze Tierpopulationen umgesiedelt. Diese tiefgreifenden Änderungen im Spielsystem, die Platz für neue Features und Visionen schaffen sollten, hatten auch spürbare Auswirkungen auf die Community.

So kam es beispielsweise nach dem dritten großen Update “Atlas Rises” im August 2017, das den Basenbau einführte, zu einer regelrechten Völkerwanderung im All, als tausende Spieler ihre Heimatplaneten aufgeben mussten, die über Nacht unbewohnbar geworden waren. Mit anderen Worten: Jeder Neustart des Universums ist für die NMS-Community mit vielen Umstellungen, ungewohnten Neuerungen und auch Frust verbunden. Und doch wünscht sich jetzt die Community offenbar genau das.

Basenbau gehört zu den wichtigsten Features von No Man's Sky.Basenbau gehört zu den wichtigsten Features von No Man's Sky.

Am 21. Oktober 2019 startete der Reddit-User Tronaldmcdump auf Steam, Reddit und im offiziellen Community-Dischord von No Man’s Sky eine Umfrage mit dem Titel: “Würdet ihr alle eure Basen für einen Neustart des Universums von No Man’s Sky opfern?” Aktuell (Stand: 22.10., 14 Uhr) haben knapp 2.000 Menschen an der Umfrage teilgenommen und ein klares Stimmungsbild abgegeben: 89% wünschen sich den Neustart, obwohl sie dafür ihren kompletten Spielfortschritt aufgeben müssten.

Der Grund für diesen Wunsch liegt für die Fans auf der Hand: Sie wollen ein komplettes Redesign vieler Planeten und eine Überarbeitung des Baukastens hinter den Kulissen des Spiels, der darüber entscheidet, wie die zufallsgenerierten Planeten aussehen. Tiefere Ozeane, abwechslungsreichere Planeten, mehr Tiervielfalt gehören zu den meistgenannten Forderungen der Community.

Card

Die Umfrage selbst ist sicherlich nicht repräsentativ, denn die aktive Spielerschaft besteht aus noch mehr den bisher rund 2000 abgegebenen Stimmen. Und doch legt die Umfrage die Hand an den Puls der No-Man’s-Sky-Community, deren aktivsten und engagiertesten Mitglieder bereits abgestimmt haben — und mehrheitlich einen Neustart wünschen. Nach über drei Jahren voller Updates scheint die Welt von No Man’s Sky bereit für den nächsten, großen Schritt zu sein, der die Weltraumsimulation auf den nächsten Level hebt — oder zumindest den Planeten, Tieren und Pflanzen einen neuen, fantasievollen Anstrich verpasst.

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