Test Need for Speed: Heat |Viel Tuning, schnelle Rennen, nasse Spielwelt

von Thomas Stuchlik (08. November 2019)

Lange hat euch Electronic Arts auf die Folter gespannt, doch nun ist der heiß erwartete neue NfS-Teil da. Und er bringt viele Spielelemente seiner kultigen Vorgänger mit. Alles richtig gemacht?

Need for Speed: Heat | Launch-Trailer

Schon beim Spielbeginn von Need for Speed: Heat macht der mies gelaunte Polizei-Chef Frank Mercer klar, dass Raser in Palm City unerwünscht sind. Eine willkommenere Einladung fürs Street-Racing gibt es wohl nicht, oder? Mit einem frei wählbaren Avatar tretet ihr eure Renn-Karriere in einer aufstrebenden Crew an, deren Problemchen in eingestreuten Story-Sequenzen erzählt werden.

Der Schwerpunkt des neuen Need for Speed liegt auf konventionellen Straßenrennen – meist rundenweise, nur manchmal von Punkt zu Punkt. Dazu gesellen sich einige Offroad-Events über unbefestigte Rundkurse sowie Drift-Wettbewerbe, wo es nur um die Punktezahl geht. Überraschend nicht mit dabei sind Drag-Beschleunigungsrennen. Drifts funktionieren diesmal erstaunlich einfach: Geht kurz vom Gas und wieder drauf, um das Rutschen einzuleiten.

Vollgas ohne Reue

Bei Tag heizt ihr auf abgesperrten Kursen ohne Störfaktoren wie Polizei oder Zivilverkehr um die Wette. Allerdings sind Absperrungen kein echtes Hindernis und lassen sich (genau wie Laternen, Bäume und Zäune) einfach zerstören. In den Rennen verzichten die Macher erfreulicherweise auf den unbeliebten Gummiband-Effekt. Allerdings variiert die Gegnerstärke stark. Manchmal ziehen die Burschen euch davon, obwohl ihr eine höhere Wertung besitzt. Manchmal überrundet ihr auch mal die Nachzügler.

Bei den zahlreichen Rennen rast ihr von einem bunten Checkpoint-Tor zum nächsten.Bei den zahlreichen Rennen rast ihr von einem bunten Checkpoint-Tor zum nächsten.

Tagsüber erringt ihr Geld, mit dem ihr neue Wagen sowie Einbauteile kauft. In eurer Garage verbaut ihr neues Zubehör (Kurbelwelle, Motor, Turbolader) sowie Fahrwerk und Reifen für den passenden Renn-Trimm (Racing, Offroad, Drift). Entsprechend verhält sich euer Wagen anders und eignet sich für entsprechende Wettbewerbe. Über 130 freischaltbare Vehikel warten darauf, vor allem optisch aufgemotzt zu werden. So macht ihr zum Beispiel aus einem simplen VW Golf I, Nissan 180SX oder Porsche 911 dank zahlreicher Anbauten ein echtes Tuning-Ungetüm.

Need for Speed: Heat | Diese Tuning-Möglichkeiten erwarten euch

Um weitere Autos und Teile freizuschalten, benötigt ihr jedoch Rep-Punkte, die ihr nur bei Nacht ergattert. Doch dann sind die Rasereien illegal. Entsprechend werden Ordnungshüter auf euch aufmerksam und verfolgen euch – nicht nur während der Rennen, sondern auch danach. Das steigert zudem den Heat-Level, der eure Rep-Punkte multipliziert. Doch sobald euch die Cops schnappen, ist dieser futsch. So wägt ihr immer ab, ob noch ein Nachtrennen geht oder ihr besser in die sichere Garage flüchtet.

Prognose: Regnerisch

Eigentlich passt der Untertitel "Heat" nicht so recht, denn so häufig wie es im Spiel regnet, wäre der Name Need for Speed: Wet passender. Doch wenn es regnet, glänzt die verwendete Frostbite Engine mit spiegelndem Asphalt und abperlenden Tropfen auf dem Hochglanzlack der Autos. Spielerisch wirkt sich Nässe jedoch nicht auf das Fahrverhalten aus. Selbiges fällt serientypisch arcadelastig aus, das Bremspedal benötigt ihr deshalb nur selten.

Nachts gefällt vor allem die stimmige Beleuchtung der Umgebung. Da macht das Driften Spaß!Nachts gefällt vor allem die stimmige Beleuchtung der Umgebung. Da macht das Driften Spaß!

Die fiktive Stadtkulisse von Palm City ist klar vom realen Miami inspiriert und bietet auch das Umland mitsamt Küste, Hafen, Wäldern und Hügeln auf. Allerdings fehlt es in der optisch schick aufgemachten Welt an markanten Sehenswürdigkeiten. Dafür bietet das komplexe Streckennetz viele Geheimnisse, Schanzen und Blitzer auf – ganz typisch für ein "Open World"-Rennspiel.

Untermalt wird das Geschehen übrigens von einem stimmigen Soundtrack, der zwischen Hip-Hop und Latin rangiert. Wählbare Radiosender gibt es jedoch nicht. Need for Speed: Heat könnt ihr wahlweise offline oder online spielen. Bei letzterem Modus tummeln sich andere Raser auf der Weltkarte, die ihr zu Wettbewerben einladen dürft. Daneben könnt ihr eure eigene Crew mit maximal 32 Mitgliedern gründen.

Meinung von Thomas Stuchlik

Need for Speed: Heat macht es richtig: Denn das Wechselspiel zwischen Tag und Nacht sorgt ebenso für Abwechslung wie Fahrspaß. Tags fahrt ihr um Geld, nachts rast ihr dagegen um Rep-Punkte für höhere Fahrerstufen. Genau dann ist der Nervenkitzel höher: Die Polizei taucht später immer öfter während und zwischen den nächtlichen Rennen auf und kann euch die Tour vermasseln. Komisch nur, dass es keinen Zeitverlauf gibt. Stattdessen wechselt ihr auf Knopfdruck zwischen den Tageszeiten.

Absolut gelungen ist das Wagentuning der 130 originalgetreuen Fahrzeuge, welches dank Lack-Editor und massig Anbauteilen ein willkommener Zeitfresser ist. Schön auch, dass auf Lootboxen (Speedcards) des Vorgängers "Payback" verzichtet wird. Unterm Strich bietet Heat gelungene Unterhaltung für Serien- und Tuning-Fans und fühlt sich wie eine Mixtur aus Payback, Underground und Most Wanted an. Doch an echten Innovationen mangelt es einfach.

81

spieletipps meint: Arcadelastige Straßenrennen in einer kompakten Open World bringen dank Tag/Nacht-Mechanik viel Fahrspaß. Dennoch kommt es nicht an Forza Horizon heran.

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