Vorschau Dragon Ball Z: Kakarot | Überraschende Wende im Fall Goku

von Marco Tito Aronica (Dienstag, 10.12.2019 - 16:00 Uhr)

Man nehme eine nahrhafte Zutat wie Dragon Ball und kombiniere sie mit Ingredienzien wie Rollenspielelementen, Kochen und Angeln. Wenn dann auch noch die Entwickler von CyberConnect2 am Herd stehen, kann die Mahlzeit nur angenehm herzhaft duften, oder? Dragon Ball Z: Kakarot macht vieles richtig, begeht aber auch alte Fehler.

Schlag ins Leere oder Volltreffer auf die Zwölf? Unsere ersten Eindrücke zu Dragon Ball Z: Kakarot.Schlag ins Leere oder Volltreffer auf die Zwölf? Unsere ersten Eindrücke zu Dragon Ball Z: Kakarot.

Das, worauf es in einem Prügelspiel nun mal vorzugsweise ankommt, ist ein spaßiges Kampfsystem ohne große Einstiegshürden. Genau das bekommt ihr mit Dragon Ball Z - Kakarot auf einem schimmernden Energiediskus serviert, was wir beim Anspieltermin bei Bandai Namco sehr schnell erkennen durften. Verantwortlich für das Gameplay zeichnen sich alte Bekannte, die Anime-Fans unter euch kennen dürften. CyberConnect2, die Schöpfer der Naruto-Storm-Spiele, bündeln ihr enormes Fachwissen und krempeln die Schlägerei unter Saiyajins, Cyborgs und Erdlingen ordentlich um.

Schnelles Kampfsystem ohne Combo-Feuerwerk

Im Vergleich zu Dragon Ball FighterZ tragt ihr Kämpfe wieder in einer 3D-Umgebung aus. Die Hauptdarsteller schweben in luftiger Höhe, die Kreistaste entfesselt eine immergleiche Combo, und drückt ihr dabei eine der Schultertasten, feuert ihr Kamehamehas, Höllenspiralen und andere wuchtige Techniken ab. Im späteren Verlauf der Geschichte schaltet ihr immer mehr Techniken frei, die ihr eurem Set aus vier Attacken hinzufügt.

In welcher Himmelsrichtung feindliche KI-Explosionen einschlagen, erkennt ihr an einem roten Lichtstrahl. Ausweichen und gutes Timing sind also wichtiger denn je und können über Sieg oder Niederlage in knappen Auseinandersetzungen entscheiden. Habt ihr erste Befehle aus der Move-Liste erfolgreich ausgeführt, wird euch eines schnell klar: Das Kampfsystem aus Dragon Ball Z: Kakarot erinnert stark an die „Storm“-Spiele der Naruto-Serie - und das fühlt sich bisher sehr gut an.

Geht auf Entdeckungstour und schaut euch Bewegtmaterial zur Spielwelt und den Kämpfen von DBZ - Kakarot an:

Habt ihr genügend KI gesammelt, begebt ihr euch in einen „Erwachen“-Zustand und profitiert von Attributsboni. Spielt ihr einen Saiyajin wie Goku oder Vegeta, aktiviert ihr hier die Transformationen von schwarzhaarigen Haudegen in blonde Superkämpfer. Ganz allgemein wirkt das Kampfsystem sehr einsteigerfreundlich, weil ihr euch keine seitenlangen Kombinationen einprägen müsst, sondern schnell herausfindet, welche Techniken eures Charakters sich aneinanderreihen lassen. Zum Zeitpunkt unseres Anspieltermins waren einige Combos aber noch viel zu stark. Auch unschön: Einige Bosskämpfe, die gegen Radditz und Vegeta zum Beispiel, leiden an Balancing-Problemen und sind entweder viel zu leicht oder viel zu schwer.

Nostalgie und ein roter Faden durchs Universum

Wenn wir die Namen dieser mächtigen Schurken in den Mund nehmen, kommen wir gleich zum nächsten Aspekt, der weiter ins Rampenlicht rückt. Und das ist die Geschichte rund um Kakarot, seinen Freunden und schlimmsten Feinden, die zusammenfassend in hübschen und teils vertonten Zwischensequenzen erzählt wird. Der Fokus liegt nämlich klar auf einer klassischen Einzelspieler-Erfahrung ohne jegliche Mehrspieler-Komponenten.

Wie der Name des Spiels verrät, spielt ihr die Handlung von der Ankunft der Saiyajin bis zur Boo-Saga nach. Habt ihr bis heute noch nicht einmal was von Son Goku und den sieben Dragon Balls gehört, ist jetzt vermutlich der perfekte Zeitpunkt gekommen. Die Story-Zusammenschnitte erzählen nämlich alle wichtigen Details der Handlung, ohne euch dabei mit Textboxen zu erschlagen. Kennt ihr die Serie, werdet ihr einige Szenen eins-zu-eins wiedererkennen. Treue Fans von Dragon Ball freuen sich zudem über Erinnerungsstücke, die Bilder aus dem originalen Anime zeigen und Hintergrundgeschichten untermalen - Nostalgie pur!

Schöner als das Original: Bei diesen Animationen kommt sogar der Anime ins Schwitzen.Schöner als das Original: Bei diesen Animationen kommt sogar der Anime ins Schwitzen.

Ihr prügelt euch allerdings nicht nur durch eine Reihe mies dreinschauender Schurken, auch euer Entdeckungssinn wird in Dragon Ball Z: Kakarot belohnt. Zwischen den Kämpfen bewegt ihr euch durch große, frei begehbare Gebiete - es handelt sich hier um separate Bereiche, aber nicht um eine Open World! Zu Fuß, schwebend durch den Wind oder mithilfe vom Transportmitteln wie Jindujun, erkundet ihr Welten aus Dragon Ball, die detailgetreu nachgebaut wurden.

Das sorgt für ein tolles Gefühl von Freiheit, auch gerade deshalb, weil ihr Geheimnisse, Charaktere oder Minispiele entdecken könnt. Ihr pflückt Äpfel von Bäumen, fangt wilde Tiere, erjagt riesige Dinosaurier oder findet sogar einen der sieben Dragon Balls. Wollt ihr etwas entspannen, hängt ihr Gokus Schwanz ins Wasser und angelt euch leckere Fische.

All diese Gegenstände und Zutaten sammelt ihr jedoch nicht umsonst. Stattet Chichi einen Besuch ab oder sucht nach einem Lagerfeuer. Äpfel, Kräuter, Dinosaurier-Fleisch und andere Bestandteile kombiniert ihr hier zu leckeren Mahlzeiten, die euch und eurer Gruppe temporäre sowie permanente Attributsboni liefern. Das Kochen funktioniert ähnlich wie in Monster Hunter - World, ohne euch großartig zu überfordern und stärkt gleichzeitig den Rollenspiel-Aspekt von DBZ: Kakarot.

Auch die Charakterentwicklung rückt in den Fokus und lässt viel Spielraum für Experimente. Über die sogenannten Communities verbessert ihr sieben verschiedene Kategorien, die eure Fähigkeiten im Kampf und beim Kochen schulen oder eure Zeni-Verdienste optimieren. Je mehr Charaktere ihr auf eurer Reise trefft und desto stärker ihr die Beziehungen zu ihnen pflegt, desto mehr Boni werden eurem Team gutgeschrieben.

Einfache Tastenkombinationen entfesseln sehenswerte Techniken wie dieses Kamehameha.Einfache Tastenkombinationen entfesseln sehenswerte Techniken wie dieses Kamehameha.

Streift ihr durch die offenen Gebiete, solltet ihr euch nicht zu genau umsehen, denn dann werden euch die teils matschigen Texturen und detailarmen Komponenten der Spielwelt auffallen. Das ist sehr schade, denn in den Kämpfen wird die originalgetreue Optik nach Art des Animes regelrecht zelebriert. Vor allem gegen Bosse werdet ihr immer wieder Zeuge gescripteter Szenen, die sogar die Intensität der Serie übertreffen und einfach schön anzusehen sind.

Bewertung von Marco Tito Aronica

Nach Dragon Ball FighterZ schlägt Dragon Ball Z: Kakarot nun wieder die entgegengesetzte Richtung ein, und das gefällt mir. Originale japanische Synchronstimmen, bekannte Musikstücke und Gesichter begrüßen mich und versprechen: „Das hier ist Dragon Ball!“ Spaßige Kämpfe, unterhaltsame Geschichten und eine ansprechende Optik sind genau das, was ich erwarte.

Doch diese Formel bricht CyberConnect2 ein weiteres Mal auf und verbessert sie mit Rollenspielelementen für mehr Langzeitmotivation, lustigen Minispielen und einem neuen Kampfsystem. Die Prügeleien habt ihr gewohnt schnell verinnerlicht und auch Anfänger schicken schnell erste Schurken stilvoll ins Jenseits.

Ich habe allerdings noch eine Sorge bezüglich der Abwechslung außerhalb der Kämpfe. Die Sagas sind lang und das Gameplay wird durch neue Komponenten wie das Kochen oder das Angeln aufgefrischt, doch reicht das aus, um mich 30 bis 40 Stunden gut zu unterhalten? Das bleibt leider noch abzuwarten. Wer einen Multiplayer à la Dragon Ball - Xenoverse erwartet, wird alternativlos enttäuscht. Sucht ihr ein tolles Einzelspieler-Abenteuer mit vielen Spielstunden, dürft ihr euch auf eine spannende Reise freuen.

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